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Artur Wichniarek hat in der Hinrunde zehn der 15 Treffer von Arminia Bielefeld erzielt. Seine Tore sorgen dafür, das die Ostwestfalen als Tabellen-14. auch in dieser Saison wieder vom Klassenerhalt träumen dürfen.

Der Pole hat im November vergangenen Jahres seinen Vertrag beim DSC verlängert und blickt positiv in die Zukunft.

Im Interview mit bundesliga.de spricht "König Artur" über die Vorbereitung, Stärken und Schwächen sowie die Ziele von Arminia Bielefeld.

bundesliga.de: Herr Wichniarek, hat Arminia Bielefeld im Trainingslager in Spanien die Hausaufgaben gemacht?

Artur Wichniarek: Wir Spieler haben unsere Hausaufgaben schon davor erledigt. Unsere Laktatwerte waren in Ordnung. Deshalb fiel das Lauftraining ein bisschen reduzierter aus und wir haben noch viel mehr mit dem Ball gearbeitet.

bundesliga.de: Und wurde auch an der taktischen Ausrichtung gefeilt?

Wichniarek: Die Arminia verfolgt seit Jahren eigentlich die gleiche Taktik. Wir sind eine Kontermannschaft. Und daran haben wir weiter gearbeitet. Vor allen am Torabschluss. Wir lassen zu viele Möglichkeiten aus. Und so viele bekommen wir im Verlaufe einer Partie ja nicht.

bundesliga.de: Mit dem Torabschluss haben Sie keine Probleme. Sind werden mit Ihren vielen Treffern ja oft als "Lebensversicherung" der Bielefelder bezeichnet.

Wichniarek: Der Trainer hat es vor kurzem treffend ausgedrückt: Warum müssen wir uns entschuldigen, weil ich die Mehrzahl der Tore schieße? Ich bin doch nun einmal ein Stürmer und das ist mein Job. Wer die Tore macht, ist doch wirklich egal. Und deshalb beschweren wir uns nicht darüber. Ich bin aber gerne die Lebensversicherung der Arminia.

bundesliga.de: Mit Vlad Munteanu hat Trainer Michael Frontzeck nun eine weitere Alternative im Angriff. Kann der Neuzugang aus Wolfsburg für Entlastung sorgen?

Wichniarek: Vlad ist ja kein Mittelstürmer, sondern ein offensiver Mittelfeldspieler. Aber ich hoffe, dass er uns Stürmer mit seinen Pässen gut füttern wird und wir so zu noch mehr Torchancen kommen. Denn wir müssen als Mannschaft mehr Torgefahr ausstrahlen.

bundesliga.de: Gerade auswärts ließ Bielefeld diese Torgefahr oft vermissen, es gelang kein Sieg in der Fremde. Ist die Auswärtsschwäche für Sie ein Problem?

Wichniarek: Das beschäftigt uns intern gar nicht. Denn man kann von uns nicht erwarten, dass wir zum Beispiel beim FC Bayern offensiv nach vorne spielen und dort auch gewinnen. Wir versuchen, das Maximum aus unseren Möglichkeiten herauszuholen und da ist ein Remis bei einem Spitzenclub für uns ein sehr gutes Resultat.

bundesliga.de: Die Bielelfelder Fans wünschen sich gleich zum Rückrundenstart gegen Werder Bremen einen Sieg. In der Hinrunde hat es bis zum 5. Spieltag gedauert, bis die Arminia den ersten "Dreier" einfahren konnte. Gelingt dies in der zweiten Saisonhälfte früher?

Wichniarek: Wir hatten zum Auftakt keine leichten Gegner. Und das ändert sich in der Rückrunde natürlich auch nicht. Da ist es schwierig, die Punkte einzufahren. Aber für uns ist der Punktestand am letzten Spieltag wichtig und nicht die Ergebnisse nach dem 5. oder dem 22. Spieltag. Wir arbeiten in jedem Fall ruhig weiter, denn wir haben ein Ziel vor Augen: den Klassenerhalt. Und im Moment sind wir im Rahmen unserer Möglichkeiten in der Tabelle gut platziert.

bundesliga.de: Was muss die Arminia besser machen?

Wichniarek: Zum Ende der Hinrunde standen wir in der Defensive sehr kompakt und haben nicht mehr so viele Fehler gemacht, wie noch am Anfang der Saison. Vor allem die Rückkehr von Andre Mijatovic hat uns mehr Stabilität gebracht. Jetzt müssen wir nur noch mehr Gefahr bei Standardsituationen entfachen und unsere Chancenverwertung verbessern.

bundesliga.de: Was haben Sie mit der Arminia nach Ihrer Vertragsverlängerung für Ziele?

Wichniarek: Langfristige Ziele können wir uns nicht setzen. Wir haben einen kleinen Etat. Aber mit diesem Etat spielen wir die fünfte Saison in Folge in der Bundesliga. Und das verdient in meinen Augen schon einen großen Respekt. Denn ein Klassenerhalt in Bielefeld ist vergleichbar mit einer Meisterschaft für den FC Bayern.

Das Gespräch führte Michael Reis