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Mönchengladbach - Der FC Bayern München hat die Chance verpasst, in der Bundesliga weiter Boden auf die Tabellenspitze gutzumachen. Nach dem 3:3-Unentschieden in Mönchengladbach ist der Rekordmeister in der Tabelle sogar noch etwas weiter zurückgefallen.

Vor dem bayrischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Samstag stehen die Bayern weiterhin unter enormem Erfolgsdruck. Im Interview mit bundesliga.de ärgert sich FCB-Mittelfeldspieler Andreas Ottl über vergebene Chancen und blickt voraus auf das Duell mit den "Cluberern", für die er noch in der vergangenen Saison selbst aktiv war.

bundesliga.de: Andreas Ottl, wie ist das 3:3-Unentschieden der Bayern in Mönchengladbach zu bewerten?

Andreas Ottl: Nach dem Spielverlauf war es zu wenig. Wir haben eine sehr gute 1. Halbzeit gespielt, in der wir das Spiel schon hätten entscheiden müssen. Das ist uns nicht gelungen. Deswegen sind wir sehr enttäuscht, dass wir nur einen Punkt mitnehmen konnten.

bundesliga.de: Es war nach dem Spiel ziemlich laut in der Bayern-Kabine, der Trainer hat eine Standpauke gehalten. Wie haben Sie das aufgenommen?

Ottl: Nach dem Spiel sind Emotionen drin, das ist doch ganz normal.

bundesliga.de: Wie groß ist Ihr Frust?

Ottl: Sehr groß, eben weil wir in den ersten 45 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Wir haben es verpasst, höher in Führung zu liegen. Ein 3:1, 4:1, 5:1 war möglich. Dann kommen wir aus der Halbzeit und schlafen eine Viertelstunde. Das ist uns auch schon leider in Cluj passiert. Da wurde es nicht bestraft. Diesmal ging es nicht gut. So darf man nicht aus der Kabine kommen. Am Ende haben wir alles in die Waagschale geschmissen, um doch noch den Sieg zu holen. Leider ist uns das nicht gelungen.

bundesliga.de: Was sagt man als Mitspieler zum verschossenen Elfmeter von Bastian Schweinsteiger? War der zu lässig geschossen?

Ottl: Nein. Es passiert schon einmal, dass man einen Elfmeter verschießt. Wir haben ihn aufgemuntert. Das Tor davor macht er überragend. Wir hatten noch zwei, drei andere hundertprozentige Chancen, die wir machen mussten. Am verschossenen Elfmeter hat es nicht gelegen.

bundesliga.de: Nächste Woche findet in München das bayrische Derby gegen den 1. FC Nürnberg statt, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als der FC Bayern. Das muss für Sie ein komisches Gefühl sein?

Ottl: Ich kenne natürlich viele Spieler in Nürnberg aus meiner Zeit im letzten Jahr dort. Nichtsdestotrotz haben wir ein Heimspiel in der Allianz Arena. Wir müssen schauen, dass wir die Punkte behalten. Das ist unser Ziel. Nach dem Spiel kann ich mich dann mit den Jungs unterhalten.

bundesliga.de: Wie sehen Sie die bisherigen Leistungen der Nürnberger?

Ottl: Hut ab vor deren Leistung. Sie haben einen Superauftakt hingelegt, gerade nach der schwierigen letzten Saison ist es enorm wichtig, dass man gut startet und Sicherheit bekommt. In der Mannschaft steckt enorm viel Potenzial. Sie haben viele junge, sehr talentierte Spieler. Das hat man schon am Ende der letzten Saison gesehen. Ich denke, dass der "Club" nach diesem Start mit dem Abstiegskampf nicht viel zu tun haben wird.

bundesliga.de: Was ist jetzt noch in der Hinrunde für den FC Bayern drin?

Ottl: Wir haben noch viele Spiele. Wir müssen schauen, dass wir alle Spiele gewinnen, um den Abstand so niedrig wie möglich zu halten. Mainz hat verloren, umso bitterer ist es, dass wir selbst keine drei Punkte geholt haben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski