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Hamburg - Mit neuem Selbstvertrauen nach dem Auswärtssieg bei Borussia Dortmund geht der Hamburger SV in die Heimpartie am Sonntag, 15.30 Uhr, gegen die TSG Hoffenheim. Trainer Joe Zinnbauer und Mittelfeldstratege Valon Behrami haben großen Respekt vor dem Gegner und hoffen auf eine Rückkehr von Kapitän Rafael van der Vaart.

"Die TSG steht zu recht auf Platz zwei. Im Umschaltspiel auf die Offensive gibt es derzeit keine bessere Mannschaft in der Liga“, lobt Zinnbauer bei der Abschluss-Pressekonferenz den kommenden Gegner. Für den Auswärtscoup in Dortmund könne man sich jetzt nichts mehr kaufen, so der HSV-Trainer, der weiß, wie steinig der Weg zum ersten Heimsieg der Saison werden wird.

Van der Vaart eine Option für Startelf

Beim gestrigen Trainingsspiel (Mittwochabend) über 90 Minuten stand der wieder genesene HSV-Kapitän Rafael van Vaart in der vermeintlichen ersten Elf. "Bei mir hat das Tragen der Leibchen bei Trainingsspielchen rein gar nichts zu sagen“, erklärte Zinnbauer dem fragenden Journalisten, „vielleicht spielt Rafa, vielleicht auch nicht. Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Für den Schweizer Nationalspieler Valon Behrami ist van der Vaart ein wichtiger Baustein im Mannschaftsgefüge: "Gegen Dortmund saß er noch auf der Bank, aber beim Jubeln war er einer der ersten Gratulanten auf dem Platz. Wir brauchen seine Erfahrung und seine Mentalität. Außerdem kann er den entscheidenden Pass spielen oder gefährliche Standards schießen.“ "Über die Qualitäten von Rafa müssen wir gar nicht reden. Er war lange verletzt, mal sehen was wird“, ließ Zinnbauer einen Einsatz des niederländischen Nationalspielers offen.

Zwei deftige Niederlagen gegen die TSG

Ob mit oder ohne van der Vaart, gegen den Tabellenzweiten aus dem Kraichgau wird es in jedem Fall schwierig. Und dabei wollen die Rothosen doch endlich den ersten Heimsieg seit langer Zeit einfahren. Genauer gesagt seit 198 Tagen wartet der HSV auf einen Dreier vor heimischen Publikum. Am 4. April gewannen die Rothosen zuletzt zuhause gegen Bayer Leverkusen mit 2:1. Gegen die Hoffenheimer gab es in der vergangenen Saison überhaupt nichts zu holen.

Besonders an das Heimspiel am 17. August 2013 wollen sich die Hanseaten am liebsten überhaupt nicht mehr erinnern. Mit 1:5 gingen die Rothosen damals noch unter Ex-Trainer Thorsten Fink gegen die Gisdol-Elf unter. Das Rückspiel im Kraichgau verlor der HSV dann unter Bert van Marwijk mit 0:3. Insgesamt ist die Bilanz in zwölf Bundesliga-Spielen mit jeweils fünf Siegen und zwei Unentschieden aber ausgeglichen.

Behrami bei Zinnbauer gesetzt

Seit genau einem Monat ist Joe Zinnbauer jetzt Coach des HSV. Während seiner Ägide konnte er in vier Spielen vier Punkte holen. Gegen die Schwergewichte aus München und Dortmund blieb der HSV unter Zinnbauer unbesiegt. Niederlagen setzte es jedoch in Gladbach und zuhause gegen Eintracht Frankfurt.

"In Spielen, in den wir nichts zu verlieren hatten, wie gegen Bayern oder in Dortmund, haben wir gepunktet. In den anderen Begegnungen waren wir zu verkrampft und nicht locker, das müssen wir gegen Hoffenheim besser machen. Fußball soll doch in erster Linie Spaß machen“, so Valon Behrami, der sich nach nur wenigen Wochen als heimlicher Chef im Team des HSV heraus kristallisiert hat. "Ich bin ein sehr kommunikativer Typ. Nach ein paar Tagen weiß jeder, wie ich ticke. Ich kann sicherlich mit meiner Erfahrung dem Team helfen. Chef ist aber das falsche Wort“, erklärt Behrami, der etwas angeschlagen von der Länderspielreise der Schweiz zurückkehrte. In San Marino pausierte der in Serbien geborene Schweizer. 

Behrami ist für Trainer Zinnbauer schon jetzt unverzichtbar.  "Valon spielt auf jeden Fall“, so Zinnbauer. Eine große Wertschätzung für den 29-Jährigen, der vom SSC Neapel an die Elbe wechselte und am Sonntag mit dem HSV endlich den ersten Heimsieg feiern will.

Alexander Barklage