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Ein Aufschrei der Entrüstung ging durch die deutschen Fußball-Lande: Bundesligist FC Homburg hatte sich in der Saison 1987/88 den Kondom-Hersteller London als Sponsor an Land gezogen, die Sittenwächter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf den Plan gerufen und eine Diskussion um Ethik und Moral losgetreten, die letztlich sogar bis vor die ordentlichen Gerichte führte.

Mit dem Kondom-Hersteller im Rücken und als Schriftzug auf den Trikots wollte sich der Bundesliga-"David' gegen die Großverdiener finanziell wappnen. 200.000 Mark kassierten die Saarländer vom Werbepartner, doch zugleich traf sie der Bannstrahl des DFB.

Statt des Sponsorenschriftzuges musste das Team von Ex-Sprinter Manfred Ommer auf DFB-Anordnung zwischenzeitlich mit einem schwarzen Balken auf der Brust auflaufen. Zudem drohte der DFB mit Punktabzug.

Erfolg vor Gericht brachte nichts

Die 13. Zivilkammer des Landgerichts in Frankfurt/Main entschied jedoch zu Gunsten der Saarländer. Nach Ansicht des Landgerichts war die Werbung für Präservative nicht sittenwidrig und verstieß nicht gegen Ethik und Moral.

Genutzt hat es dem FC Homburg nicht: Als 17. war der Abstieg zum Saisonende nach zwei Jahren im Oberhaus besiegelt.