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Die Niederlagenserie von Borussia Mönchengladbach reißt nicht ab. Nach der dritten 1:3-Pleite in Folge übernahm die Borussia wieder die rote Laterne. Doch gegen Bayer Leverkusen lieferte die Elf vom Niederrhein ein starkes Spiel ab, das Anlass zur Hoffnung gibt.

"Das war mein achtes Spiel, seitdem ich wieder bei Borussia bin. Wir waren Letzter als ich kam, Letzter sind wir auch jetzt. Aber das war das erste Spiel, von dem ich sage, da gibt es ein Hoffnungszeichen für uns", sagte Borussia-Trainer Hans Meyer.

Zuversichtlich stimmen ihn auch die Leistungen der vier gegen Leverkusen eingesetzten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, darunter der erst 18-jährige Tony Jantzschke, dem der Ehrentreffer gelang.

Pfosten steht im Weg

Die Borussia ist weit davon entfernt, sich aufzugeben. Doch der engagierte Auftritt gegen die rheinische Konkurrenz aus Leverkusen blieb unbelohnt. Die "Fohlen" brachten den Meisterschaftsanwärter bei der 1:3-Niederlage in große Bedrängnis und spielten sich viele hochkarätige Torchancen heraus.

Mal stand der Torpfosten im Weg, mal rettete ein Leverkusener (Tranquilo Barnetta) auf der Torlinie, mal vereitelte Bayer-Keeper René Adler in überragender Manier.

Marin als Antreiber

"Es war positiv, dass wir gegen eine Mannschaft wie Leverkusen so gut mithalten und so viele Chancen herausspielen", kommentierte Gladbachs Kreativspieler Marko Marin. "Wir müssen eben die Tore machen. Wir haben direkt am Anfang eine große Chance. Da müssen wir cooler vor dem Tor sein."

Der 19-jährige Nationalspieler war mit Abstand bester Borusse. Mit einer couragierten Leistung auf seiner Lieblingsposition als offensiver Antreiber direkt hinter den beiden Spitzen rechtfertigte Marin die Maßnahme des Trainers.

"Der Trainer hat mich schon seit zwei Wochen immer wieder auf der "Zehner-Position" hinter den Spitzen trainieren lassen. Jetzt hat er sich dazu entschieden, mich da auch spielen zu lassen. Ich habe mich auf der Position sehr wohl gefühlt", meinte Marin. "In der Mitte habe ich mehr Bälle und Möglichkeiten als auf der Außenlinie. Da kann ich die Mitspieler besser in Szene setzen."

Meyer kündigt Neuzugänge an

Die Entscheidung des Trainers fruchtete. "Wir hatten in den Spielen vorher kaum Torchancen. Gegen Leverkusen war das viel besser. Wir hatten viele Möglichkeiten, dem Spiel eine Wende zu geben", ärgerte sich Meyer über die fehlende Durchschlagskraft seiner Mannschaft.

So steht der fünfmalige deutsche Meister wieder auf dem letzten Platz der Bundesliga-Tabelle. Der Aufsteiger verzeichnet die wenigsten Punkte (11), die meisten Niederlagen (11) und die meisten Gegentore (33). Die Fakten sprechen gegen den Traditionsverein. Deshalb wird die Borussia in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv werden.

"Wir werden versuchen, in der Winterpause im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten personell ein bis zwei Spieler zu holen", kündigte Meyer an, der außerdem vehement dementierte, er sei nach den Enttäuschungen der letzten Wochen amtsmüde.

Auch Eberl optimistisch

"Ich habe es der Mannschaft und den Fans versprochen, dass ich bleibe", so Meyer. "Wir werden noch in eine Situation kommen, in der wir richtig Hoffnung haben können, noch in der Bundesliga zu bleiben." Die Hoffnung ist nicht unbegründet, trennen die Borussia doch vom rettenden Ufer lediglich zwei Punkte.

Noch ist auch Borussias Sportdirektor Max Eberl trotz des "Ernstes der Lage" optimistisch. "Hans Meyer hat in der Winterpause Zeit, mit der Mannschaft zu arbeiten und so die Mischung zu finden, wie jeder einzelne Spieler seine individuellen Stärken einbringen kann, damit wir als Kollektiv das Ziel schaffen. Und das heißt schlicht und einfach Klassenerhalt."

Tobias Gonscherowski