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Sechs Spiele sind in der Bundesligasaison 2009/10 noch zu absolvieren und Hertha BSC hat als Tabellenletzter weiterhin fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Doch ans Aufgeben denkt in der Hauptstadt noch lange niemand - vor allem, weil vor dem Spiel beim 1. FC Köln (Sa., ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!) die Statistik Hoffnung macht.

Denn von den letzten fünf Auswärtsspielen hat die Hertha stolze drei gewonnen, darunter auch beim starken 5:1 in Wolfsburg. Zudem warten die Kölner zuhause seit fünf Spielen auf einen Sieg. "Köln hat bisher erst zwei Heimspiele gewonnen und deutliche Schwächen im Abschluss offenbart. Wir hoffen natürlich, dass sich dieser Trend am Samstag fortsetzen wird", gibt auch Hertha-Trainer Friedhelm Funkel zu bedenken.

"Wollen Gegnern unser Spiel aufzwingen"

Funkel, von Februar 2002 bis Oktober 2003 selbst Trainer der "Geißböcke", zieht aus dem unglücklichen Berliner 0:0 gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Wochenende Selbstvertrauen. "Wir wollen der gegnerischen Mannschaft wie schon in der gesamten Rückrunde unser Spiel aufzwingen und gewohnt offensiv agieren", kündigt er an.

Grund zur Sorge besteht für die Berliner auf den ersten Blick auch nicht. Köln besitzt mit 27 Toren die drittschwächste Offensive der Bundesliga, die Hertha mit nur neun Gegentoren seit der Winterpause die beste Defensive der Rückrunde (gemeinsam mit dem FC Schalke). Allerdings fehlt mit Roman Hubnik (Knieverletzung) einer der Stabilisatoren dieser Defensive für sechs Wochen. "Roman Hubnik ist ein ausgezeichneter Innenverteidiger, das hat wohl jeder gesehen. Natürlich ist sein Ausfall ein Verlust. Aber wir haben Alternativen auf dieser Position und werden Hubnik ersetzen können", glaubt Funkel aber.

Verzichten muss er auch weiterhin auf Florian Kringe (Fußprellung), so dass es in Köln die Stürmer richten müssen. Theofanis Gekas und Adrian Ramos waren an zwölf der 14 Rückrundentore der Hertha direkt beteiligt. Diese Serie sollen sie fortsetzen, damit die Hertha weiter Hoffnung schöpfen kann und im 23 Gastspiel in Köln vielleicht den erst fünften Erfolg einfährt.

Soldo warnt vor Zufriedenheit

Ein eminent wichtiges Erfolgserlebnis durfte am 28. Spieltag FC-Trainer Zvonimir Soldo genießen. 4:1 gewann sein Team beim direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, Hannover 96. Für die Kölner ein großer Schritt auf dem Weg Richtung Klassenerhalt, aber Soldo warnt vor Schludrigkeit: "Wir sind noch nicht durch. Es sind noch sechs Spiele zu spielen."

Trotz allem habe der Sieg in Hannover natürlich gut getan, bestätigt Soldo. "Wir haben unseren Vorsprung ausgebaut", weiß der Kroate, sieben Punkte liegen schon zwischen den Kölnern und dem Relegationsplatz. Ein Sieg gegen die Hertha, und das Thema Abstieg könnte wohl fast sicher zu den Akten gelegt werden. Aber die Berliner haben in den letzten Wochen auch bei Soldo Eindruck gemacht.

"Sie haben gegen Hamburg unglücklich verloren und dann den deutschen Meister 5:1 besiegt. Auch im letzten Spiel gegen Dortmund haben sie eine starke Leistung gezeigt und waren dem Sieg näher. Das wird ein schweres Spiel", erklärt er.

Podolski ist einsatzbereit

Angehen müssen die Kölner dieses schwere Spiel ohne die Langzeitverletzten Adil Chihi, Christopher Schorch und Kevin Pezzoni. Darüber hinaus droht Linksverteidiger Pierre Wome auszufallen (Knieprobleme). Einsatzbereit ist Nationalspieler Lukas Podolski, der die gesamte Woche voll mit der Mannschaft trainieren konnte.

Den größten Vorteil hat trotz aller Serien, Statistiken und Unkenrufe der FC, stellt Zvonimir Soldo fest - der Druck liegt bei der Hertha: "Das wollen wir ausnutzen." Denn verlieren die Berliner auch in Köln, dann dürfte die Hoffnung auf den Klassenerhalt doch immer mehr schwinden.


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