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Was haben Brisbane, Bangkok und Berlin gemeinsam? In jeder der Millionen-Metropolen gibt es einen Fanclub von 1899 Hoffenheim. Wahrlich keine schlechte Visitenkarte für den Bundesliga-Neuling, der bis 2006 nur einen einzigen offiziellen Fanclub hatte.

"Heute haben wir 48 Fanclubs mit rund 1200 organisierten Fans. Und es werden immer mehr", sagt Mike Diehl, seit 2005 der Fanbetreuer Hoffenheims. Für seinen Verein aus dem 3000-Einwohner-Dorf hat Diehl noch echte Pionierarbeit geleistet.

"Zu meiner Anfangszeit bin ich mit Laptop, Beamer und Mikro über die Dörfer getingelt und habe den Fußball-Fans in Kneipen mit einer Powerpoint-Präsentation vorgestellt, was Hoffenheim eigentlich leistet und aufbaut.

Ich hatte zehn Freikarten dabei und habe die Leute ermuntert, sich das Ganze mal selbst im Stadion anzusehen. Mit der Zeit wurde das zum Selbstläufer", erzählt Diehl von den ersten Schritten.

2001 wurde 1. 1899-Fanclub gegründet

Zum Fanclub Zwinger, der sich als Erster 2001 gegründet hat, kamen im Laufe des Zweitligaaufstiegs 2007 fast 20 weitere Fanclubs dazu – die meisten aus der Region Rhein-Neckar.

Inzwischen ist die Fangemeinde auch bundesweit gewachsen. "Wir merken das bei den Auswärtsspielen. Zusätzlich zu den Fans, die aus Hoffenheim und Umgebung angereist sind, kommen jetzt immer mehr Fans zu uns in den Block. Die stammen aus den Städten, in denen wir spielen. In Bremen waren es schon rund 500 Hoffenheim-Fans", sagt Diehl.

In Bremen wurden die Anhänger von 1899 auch am freundlichsten empfangen. Doch das ist auswärts laut Diehl eher die Ausnahme, ohne Polizeischutz für die Hoffenheimer Fans gehe es nicht. "Viele gegnerische Fans werfen Hoffenheim die reine Kommerzialisierung vor. Aber wir haben ein klares Konzept mit jungen Spielern und holen keine fertigen. Das Risiko gehen wir", argumentiert Diehl.

Kein Gewaltpotenzial

Außerdem ließen sich die Fans nicht provozieren und würden eher mit Schadenfreude reagieren. Ohnehin gebe es kein Gewaltpotenzial unter den überwiegend sehr jungen Hoffenheimer Fans, die fast ausschließlich die eigene Mannschaft anfeuerten und kaum Gesänge gegen den Gegner richteten.

Zu den älteren Fans gehören aber diejenigen, die in Brisbane, Bangkok und Berlin mit 1899 fiebern. Der Beruf hat die aus der Rhein-Neckar-Region stammenden 1899-Freunde nach Australien, Thailand und in die deutsche Hauptstadt verschlagen.