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Valencia - Michael Ballack betrat beim Abschlusstraining als letzter Spieler den Rasen des Mestalla Stadions. In der einen Hand sein Trainingspullover, in der anderen das wohl wichtigste Utensil, das die Reise zum Gruppenspiel beim FC Valencia (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) angetreten hat: eine Gesichtsmaske.

Die soll Michael Ballacks Nase schützen, nachdem sich der ehemalige Nationalmannschaftskapitän selbige am Freitag im Kopfballduell mit Freiburgs Jan Rosenthal brach. Noch am Samstag im Krankenhaus im Breisgau wurde ihm dieser spezielle Schutz angepasst, ehe es dann am Sonntag im Flieger in Richtung Spanien ging.

Einsatz noch ungewiss

Und vor dem großen Auftritt zum Rückrundenauftakt der Champions League stand der letzte Härtetest mit dem Hightech-Produkt aus federleichtem Carbon an. Nachdem Ballack sich den Trainingspullover vorsichtig über das Gesicht gezogen hatte, half ihm Bayer-Orthopäde Gregor Hencke noch schnell beim Aufsetzen der Maske. Es wurde ein paar Mal kräftig angezogen und dann konnte es losgehen.

Da nur die ersten 15 Minuten des Trainings für die Öffentlichkeit bestimmt waren, war jedoch nicht viel über die Einsatzbereitschaft des "Maskenmannes" zu erkennen. Die Anfangsviertelstunde absolvierte Ballack genau wie seine Mitspieler mit leichten Laufeinheiten und Ballgeschiebe.

Ballacks Erfahrung "kann Gold wert sein"

Trainer Robin Dutt ließ aber in der Pressekonferenz zwei Stunden zuvor keinen Zweifel daran, dass Ballack bei ihm gesetzt ist. "Wenn er mir das Okay gibt, dann wird er auch in der Startelf stehen", meinte Dutt.

Das klang noch vor ein paar Monaten in Leverkusen etwas anders, als Ballack - gebremst von Verletzungen und der Diskussion um seine Nationalmannschaftskarriere - nur mehr außerhalb des Platzes für Schlagzeilen sorgte. Doch nun ist der 35-Jährige wieder ganz der Alte, erlebt, wie es im Volksmund so schön heißt, seinen zweiten Frühling.

"Es war in Freiburg wieder zu erkennen, wie wichtig ein gesunder Michael Ballack für uns ist", erklärte Mittelfeldrenner Lars Bender den Stellenwert des "Capitano" für die "Werkself". Und Torwart-Youngster Bernd Leno brachte es auf den Punkt: "Ballack hat mehr Champions-League-Spiele gemacht als die ganze restliche Mannschaft zusammen. Das kann in Valencia Gold wert sein."

"Wenn er nicht spielt, kommt ein anderer"

Beim aktuellen Gegner spielt man die Stärke Ballacks dagegen etwas herunter. "Er ist sicherlich ein wichtiger Spieler. Aber bei allem Respekt: Wenn er nicht spielt, dann kommt halt ein anderer mit guten Qualitäten ins Team", sagte Valencias Trainer Unai Emery gegenüber bundesliga.de.

Und während viele Fußballfans am Abend im Mestalla nur Augen für den Mann mit der Maske haben werden, sollten sich die Kicker aus Valencia diese Blicke - außersportlich - verkneifen. Denn Trainer Emery stellte fest: "Wir dürfen nur auf uns schauen. Dann gewinnen wir auch das Spiel."

Aus Valencia berichtet Michael Reis