Köln - Zwischen Platz 13 und Platz 16 liegt nur ein Punkt – so eng ging es im Tabellenkeller im Drei-Punkte-Zeitalter nach 30 Spieltagen nie zuvor zu. Wer kann sich retten? bundesliga.de hat die Fakten zum spannendsten Abstiegskampf aller Zeiten

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Am vergangenen Wochenende reichte dem 1. FSV Mainz 05 ein Punktgewinn, um mit dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV gleich zwei Konkurrenten in der Tabelle zu überholen. Aber schon in der nächsten Woche kann sich das Blatt schon wieder komplett ändern: Wolfsburg spielt zu Hause gegen den FC Bayern München, Mainz empfängt die unter Dieter Hecking so wahnsinnig auswärtsstarken Mönchengladbacher und der FC Augsburg hat ein Heimspiel gegen den HSV. Es ist also gar nicht einmal so unwahrscheinlich, dass Augsburg am 31. Spieltag die drei Konkurrenten überholt und auf Rang 13 klettert. Es brennt im Tabellenkeller und die Feuerwehr ist noch lange nicht in Sicht! Hier die Fakten zu allen involvierten Teams

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Mainz ist im Abstiegskampf angekommen

Restprogramm Mainz: (H) Borussia Mönchengladbach, (A) Hamburger SV, (H) Eintracht Frankfurt (A), 1. FC Köln

  • Seit dem Wiederaufstieg 2009 belegte Mainz nie einen der letzten drei Plätze! Dementsprechend aufgeregt ging es in Mainz nach sechs sieglosen Spielen vom 23. bis 28. Spieltag zu.

  • Doch den Rheinhessen gelang die Trendwende, am 29. Spieltag besiegte man Hertha BSC, am 30. Spieltag erfolgte ein überraschende Bonuspunkt beim designierten Meister FC Bayern.

  • Trainer Martin Schmidt das Vertrauen auszusprechen war genau die richtige Entscheidung. So hatte Schmidt den Rückhalt, um wieder mutige Entscheidungen zu treffen – zum Beispiel mit Jannik Huth einer neuen, sehr unerfahrenen Nummer Eins zu vertrauen. Und mit Yoshinori Muto und Bojan Krkic finden wichtige Offensivspieler ihre Form, die an den kommenden Spieltagen den Unterschied machen können.

  • Mainz trifft an den letzten vier Spieltagen auf keine Mannschaft mehr, die derzeit im oberen Tabellendrittel steht. Zudem trifft man in Hamburg noch auf einen direkten Konkurrenten.

Wolfsburg hofft auf Gomez

Restprogramm Wolfsburg: (H) FC Bayern München, (A) Eintracht Frankfurt, (H) Borussia Mönchengladbach, (A) Hamburger SV

  • Nachdem der VfL Wolfsburg die ersten vier Spiele unter Andries Jonker ungeschlagen überstanden hatte, gingen von den letzten vier Bundesliga-Spielen nun gleich drei verloren.

  • Die Wölfe haben also wieder eine negative Tendenz – und ausgerechnet jetzt reist der FC Bayern an. Auch das andere Heimspiel, das Wolfsburg hat, ist sehr unangenehm: Borussia Mönchengladbach mit Ex-Coach Dieter Hecking kommt am 33. Spieltag.

  • Am 32. Spieltag geht es auswärts zu Eintracht Frankfurt, die Hessen haben sich wieder gefangen. Durchaus also möglich, dass es am 34. Spieltag beim HSV ein echtes Finale für den VfL gibt.

  • Auch wenn Mario Gomez am vergangenen Wochenende nicht getroffen hat (er scheiterte denkbar knapp aus kurzer Distanz an der Latte), so traf der Top-Stürmer doch in elf der 13 Spieler unter Andries Jonker. Seine Form sollte allen VfL-Fans Hoffnung geben.

Der HSV hat alles in eigener Hand

Restprogramm Hamburg: (A) FC Augsburg, (H) 1. FSV Mainz 05, (A) FC Schalke 04, (H) VfL Wolfsburg

  • Zuletzt musste der HSV erstmals in der Rückrunde zwei Niederlagen in Folge hinnehmen. Statt eines Befreiungsschlages in Bremen folgte eine Derby-Schlappe und eine Heimniederlage gegen Darmstadt. Die Lilien holten erstmals in dieser Saison auswärts Punkte und beendeten die stolze HSV-Heimserie von neun ungeschlagenen Heimspielen am Stück.

  • Der Dino erinnert etwas an den VfB Stuttgart in der letzten Saison, auch die Schwaben galten nach einem Zwischenhoch bereits als so gut wie gerettet, doch dann holten die Schwaben ab Spieltag 29 keinen Punkt mehr und stiegen direkt ab.

  • Der Vorteil des HSV: Man hat alles in eigener Hand, da man noch in Augsburg sowie zu Hause gegen Mainz und Wolfsburg spielt. Das kann aber auch zum Riesennachteil werden, wenn die Nerven nicht mitspielen. Eine Formdelle hätte zur Folge, dass nicht nur der HSV nicht punktet, sondern die Konkurrenz Dreier einfährt.

  • Bitter, dass gleich drei Schlüsselspieler verletzt im Saisonendspurt fehlen: Der in dieser Saison so konstante Rene Adler, Nicolai Müller (Topscorer des HSV in dieser, der letzten und der vorletzten Saison) und Albin Ekdal. Mit dem oft unauffällig wirkenden Schweden als Starter gab es nur 13 Gegentore in 12 Spielen, ohne ihn 42 in 18 Partien.

Augsburg hat den psychologischen Vorteil

Restprogramm Augsburg: (H) Hamburger SV, (A) Borussia Mönchengladbach, (H) Borussia Dortmund, (A) TSG 1899 Hoffenheim

  • Der FC Augsburg hat vier der letzten fünf Spiele verloren, den fünften Spieltag in Folge belegt der FCA Rang 16. Psychologisch ist das allerdings ein Vorteil: Während Mainz. Wolfsburg und der HSV an den letzten Spieltagen etwas zu verlieren haben, hat der FCA die Chance, etwas zu gewinnen.

  • Dadurch, dass Ingolstadt die letzten zwei Spiele verloren hat, ist das Polster auf Rang 17 deutlich größer (vier Zähler) als der Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen (ein Punkt).

  • Allerdings hat der FCA am nächsten Wochenende ein absolutes Schlüsselspiel, wenn der HSV nach Augsburg kommt. Die Hamburger haben sechs der letzten acht Auswärtsspiele verloren.

  • Augsburg muss gegen den HSV etwas reißen, weil es anschließend unangenehm wird: Dortmund kommt noch zum FCA, der zudem nach Mönchengladbach und Sinsheim reisen muss. Auf dem Papier haben die Fuggerstädter das schwerste Restprogramm der Kellerkinder.

Sogar am Tabellenende ist noch alles drin

Restprogramm Ingolstadt: (A) RB Leipzig, (H) Bayer 04 Leverkusen, (A) SC Freiburg, (H) FC Schalke 04

  • Der FC Ingolstadt musste mit zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen zwar einen Rückschlag hinnehmen, doch der FCI hat bei fünf Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze 13 bis 15 noch alle Möglichkeiten.

  • Nächste Woche geht es zwar zu RB Leipzig, doch mit Romain Bregerie, Marvin Matip und Suttner kehren drei zuletzt gesperrt Leistungsträger zurück. Vor dem Hinspiel war Ingolstadt sogar Tabellenletzter und Leipzig Spitzenreiter – und trotzdem fügte der FCI den Sachsen die erste Saisonniederlage zu.

  • Selbst der SV Darmstadt 98 kann immer noch auf ein Wunder hoffen: Die Lilien wären am 29. und 30. Spieltag abgestiegen, wenn sie nicht gewonnen hätten. Doch erstmals in dieser Saison schaffte Darmstadt zwei Siege in Folge.

Restpgrogramm Darmstadt: (H) SC Freiburg, (A) FC Bayern München, (H) Hertha BSC, (A) Borussia Mönchengladbach

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