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Berlin - Als Pierre-Michel Lasogga 2010 von der A-Jugend Bayer Leverkusens nach Berlin kam, wurde er noch von den neuen Hertha-Kollegen als "Lasagne" geneckt, da er zu viele Kilos auf den Rippen hatte. Er arbeitete intensiv an seiner Fitness und trägt mittlerweile den Spitznamen "Lasso". Der 19-Jährige stellte schnell seine Torjägerqualitäten unter Beweis und avancierte in der Saison 2010/11 zum Shootingstar von Hertha BSC.

Nach anfänglichen Verletzungsproblemen stand er am 12. Spieltag erstmals in der Startelf und erzielte gleich beide Tore beim 2:0 Sieg über den VfL Bochum. In den folgenden Partien bestätigte er diese Leistung. Er sammelte in 25 Begegnungen 19 Scorer-Punkte (13 Tore, 6 Vorlagen). Zusammen mit seinem Sturmkollegen Adrian Ramos schoss er 28 Tore und trug somit maßgeblich zum Aufstieg der Berliner in die Bundesliga bei. Das Management der Hertha erkannte Lasoggas Talent und verlängerte seinen bestehenden Vertrag vorzeitig um weitere zwei Jahre bis 2015.

"Einer wie Gomez"

Hertha-Trainer Markus Babbel weiß zwar, dass sein junger Angreifer noch viel lernen muss, prognostiziert ihm aber dennoch eine große Karriere. In einem "Bild"-Interview sagte er: "Pierre kommt immer besser in der Bundesliga zurecht. Er ist wie Mario Gomez. Ich kenne ihn als er in dem gleichen Alter war. Ich finde man kann beide gut vergleichen." Lasogga selbst sieht sich als aussterbende Spezies: "Spielertypen wie mich gibt es nicht mehr viele."

Der Angreifer verkörpert noch den klassischen Mittelstürmer: groß, durchsetzungsfähig, beidfüßig, kopfballstark, schneller Abschluss, eiskalt vor dem Tor. Das belegen auch Lasoggas Statistiken. Er hat nur 30 Ballkontakte pro 90 Minuten (die wenigsten aller Hertha-Spieler) und führt dennoch zusammen mit Raffael die interne Torschützenliste mit drei Treffern an.

Lasogga muss weiter an sich arbeiten

Im letzten Bundesligaspiel gegen Köln gewann er für einen Angreifer überragende 63 Prozent seiner Zweikämpfe und schoss den ersten "Doppelpack" seiner noch jungen Bundesligakarriere. Der Hertha-Stürmer muss trotz der guten Trefferquote noch weiter an sich arbeiten. Dies belegt die Tatsache, dass ihn Babbel bisher nur in den vier Heimspielen in der Startformation aufstellte und in den Auswärtspartien lieber auf den beweglicheren Ramos setzte. In diesem Fall blieb Lasogga nur die Jokerrolle.

Aber auch dabei konnte er sich auszeichnen. Am 3. Spieltag in Hannover wurde er in der 61. Minute eingewechselt und erzielte 22 Minuten später sein erstes Bundesligator zum 1:1-Endstand. Am Samstag bekommt der junge Angreifer wohl seine nächste Chance auf Bundesliga-Tore. Im Spiel beim FC Bayern können sich die Fans dann selbst ein Urteil bilden, ob der Vergleich mit Gomez angebracht ist.

Thomas Hübert