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München - Schafft es ausgerechnet ein Aufsteiger, dem FC Bayern am 9. Spieltag ein Bein zu stellen? Nachdem sich nacheinander sieben Clubs die Zähne an der Münchner Defensive ausgebissen haben, will Hertha BSC mit den Ex-Bayern Thomas Kraft, Andreas Ottl, Christian Lell und Trainer Markus Babbel in der Allianz Arena für eine Überraschung sorgen. Auch in den Derbys in Mönchengladbach (gegen Leverkusen) und Stuttgart (gegen Hoffenheim) ist für reichlich Spannung gesorgt (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC Bayern München - Hertha BSC

Abgesehen von der Verletzung Arjen Robbens, den Jupp Heynckes am Freitag in den Urlaub schickte, entspannt sich die personelle Lage bei den Bayern, die ihre Serie ohne Gegentor auf 738 Minuten verlängern wollen. Cheftrainer Jupp Heynckes kündigte an, im Spiel gegen Hertha BSC den wiedergenesenen Ivica Olic zurück in den Kader zu berufen. Er bescheinigte dem lange verletzten Kroaten, der bisher nur zwei Kurzeinsätze in dieser Spielzeit hatte, eine "sehr gute Rehaphase. Er hat sehr gut mit der Mannschaft trainiert, das ist ein Superprofi. Ich bin froh, dass ich ihn ins Aufgebot nehmen kann."

Franck Ribery steht nach einer Woche Training gegen Hertha ebenfalls bereit. Allerdings steht hinter dem Einsatz von Rafinha noch ein Fragezeichen. Der Brasilianer hat nach wie vor Adduktorenprobleme. Spätestens Anfang der kommenden Woche soll Breno wieder mit der Mannschaft üben können. "Er hat mit leichtem Lauftraining begonnen, bisher ist er schmerzfrei, das Knie hat nicht reagiert", sagte Heynckes über den Verteidiger.

Die Berliner kommen indes mit einer breiten Brust in die Allianz Arena. Die kleine "Bayern-Filiale" mit den Ex-Münchnern Thomas Kraft, Andreas Ottl, Christian Lell und Trainer Markus Babbel fertigte zuletzt den 1. FC Köln mit 3:0 ab und hofft auf eine Sensation in München. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen, auch das gegen die Bayern", sagte Kraft in der "B.Z.". "Wenn wir kompakt stehen und schnell kontern, können wir auch in München siegen." Selbstbewusst ist auch Babbel vor dem Spiel gegen seinen Ex-Club. Man fahre nicht als "Sparringspartner" nach München, sagte der Hertha-Trainer. "Wenn wir abrufen, was wir können, ist es für jede Mannschaft verdammt schwer, uns zu schlagen."

Die zuletzt angeschlagenen Adrian Ramos und Pierre-Michel Lasogga trainieren wieder mit der Mannschaft. Beim Kolumbaner ist einzig die Frage "ob er für 90 Minuten schon wieder fit genug ist", erklärte Babbel




Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen

Wenn Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag bei der Borussia aufläuft, ist die "Werkself" gemäß der Statistik klar favorisiert. Sage und schreibe seit 19 Heimspielen ist Gladbach gegen Leverkusen ohne "Dreier" - nicht nur für VfL-Coach Lucien Favre höchste Zeit, das zu ändern. "Wir haben natürlich Respekt vor Leverkusen, aber keine Angst", sagt der Schweizer Trainer, der auf Igor de Camargo verzichten muss. Der belgische Stürmer zog sich im Training seines Nationalteams einen Teilabriss des Innenbandes zu.

Als Ersatz könnte Raul Bobadilla spielen, der seine Rückenprobleme überwunden hat. Auch Juan Arango dürfte gegen Bayer auflaufen, obwohl der Venezolaner nach dem historischen 1:0-Sieg gegen Argentinien in der WM-Quali wegen eines Flugausfalles verspätet in Gladbach eintraf.

Bei den Gästen steht Renato Augusto nach seiner Knieverletzung nicht zur Verfügung - was Cheftrainer Robin Dutt keine Sorgenfalten bereitet. "Es sind Alternativen da. Gonzalo Castro hat zum Bespiel schon zuletzt in der Offensive gespielt." Zudem kehrt Andre Schürrle nach seiner Rot-Sperre in den Kader zurück. Beim 3:1-Sieg gegen Wolfsburg kamen zum ersten Mal in der laufenden Saison mit Eren Derdiyok und Stefan Kießling zwei Stürmer zum Einsatz - auch das könnte ein Rezept für das Spiel in Gladbach sein. Keeper Bernd Leno, der sich unter der Woche den kleinen Finger auskugelte und mit dem Training aussetzen musste, beißt auf die Zähne. Der 19-Jährige wird mit einem Spazialhandschuh auflaufen. "Ich bin sehr optimistisch, dass es kein Problem geben wird", sagt Leno.




VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim

Vo derm Nachbarschaftsduell gegen den badischen Rivalen verriet VfB-Cheftrainer Bruno Labbadia noch nicht, wie er die Hoffenheimer in die Knie zwingen will: "Gegen Kaiserslautern hat es einfach gepasst, mit zwei Spitzen zu spielen. Wir können zwei, drei Systeme spielen und müssen schauen, was gegen Hoffenheim am meisten Sinn macht." Ob Zdravko Kuzmanovic nach seinem Muskelfaserriss dabei sein wird, steht noch nicht fest - ebensowenig wie das Mitwirken von Timo Gebhart. "Er hat eine leichte Risswunde an einer sehr schmerzhaften Stelle. Seine Manschette des Spezialschuhs drückt auf die mit vier stichen genähte Wunde. Wir müssen abwarten, wie sich das bis Samstag entwickelt."

Für 1899 Hoffenheim soll in der Mercedes-Benz Arena der erste Sieg gegen den Rivalen aus dem Schwabenland gelingen. Bei den Kraichgauern ist der Konkurrenzkampf neu entfacht: Mit Fabian Johnson kehrt womöglich der nächste Offensivspieler in den Kader zurück. Tobias Weis, Vedad Ibisevic, Dominik Kaiser und Sven Schipplock scharren ebenfalls mit den Hufen. Allerdings wackelt eine feste Größe im Team noch: Sebastian Rudy musste seine Länderspielreise mit der U21-Nationalmannschaft vorzeitig beenden und konnte seither aufgrund von muskulären Problemen an den Adduktoren noch nicht mit der Mannschaft trainieren.




VfL Wolfsburg - 1. FC Nürnberg

Beim VfL Wolfsburg deuten sich einige personelle Umstellungen vor dem Spiel gegen den FCN an. Unter anderem könnte Aliaksandr Hleb sein Debüt für die "Wölfe" geben. "Er hat auffallend gut trainiert. Allerdings hat er lange nicht gespielt, deshalb wollen wir abwarten, wie er die weiteren Einheiten verkraftet", so Cheftrainer Felix Magath. Mit Bjarne Thoelke steht auch ein Youngster vor seinem Einstand im VfL-Trikot. "Er hat seinen Platz im Kader so gut wie sicher, allein schon, weil wir allzu viele Innenverteidiger sonst nicht mehr haben", sagte Magath: "Ob er aber auch in der Startelf stehen wird, das kann ich noch nicht sagen."

Die "Cluberer" wollen nach zwei schwächeren Partien in Mönchengladbach (0:1) und gegen Mainz (3:3) "wieder ein unangenehmer Gegner" sein, wie FCN-Cheftrainer Dieter Hecking verdeutlicht. "Wir fahren dorthin, um etwas mitzunehmen", sagt auch Stürmer Alexander Esswein, für den dieses Spiel eine Reise in die Vergangenheit ist. Zwei Jahre lief er für die "Wölfe" auf und wurde 2009 sogar Deutscher Meister. Albert Bunjaku und Christian Eigler kehren in den Kader zurück und sind Alternativen auf der linken offensiven Seite im "Club"-Team. Fehlen wird allerdings Javier Pinola, der sich einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen hat und auf der linken Abwehrseite von Marvin Plattenhardt ersetzt wird.




1. FSV Mainz 05 - FC Augsburg

Während die Augsburger einige Verletzte beklagen, sieht es bei den Mainzern komfortabel aus. Malik Fathi pausierte zwar aufgrund von leichten Rückenproblemen, kehrte aber beim Freitagstraining zurück. Lediglich Fabian Schönheim (Fersenprobleme) und Adam Szalai (Aufbautraining) müssen passen - der große Rest ist spielbereit. "Das stimmt mich positiv für Samstag", so FSV-Coach Thomas Tuchel. Über den FC Augsburg (Platz 17) findet Tuchel - trotz der aktuellen Tabellensituation - nur lobende Worte: "Sie haben weniger Gegentore als wir, sind unberechenbar in ihrer Grundordnung und verfügen über individuelle Qualitäten in der Offensive."

Für FCA-Trainer Jos Luhukay soll das Spiel in Mainz die Wende in der bislang noch sieglosen Saison bringen: "Wir wollen den ersten Bundesliga-Sieg. Das hat nichts mit fehlendem Respekt gegenüber dem Gegner zu tun, sondern wir müssen auf uns schauen, unsere Leistung bringen und uns selbst aus der aktuellen Lage durch ein Erfolgserlebnis befreien." Personell freut sich Luhukay, dass Hajime Hosogai und Edmond Kapllani wieder mitwirken. Sie sind ohne Verletzungen von den Länderspielreisen zurückgekehrt.