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München - Der 15. Spieltag der Bundesliga verspricht viel Spannung und heiße Spiele. Allein am Samstagnachmittag stehen nicht weniger als drei Derbys auf dem Programm (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Eintracht Frankfurt - 1. FSV Mainz 05

Eintracht-Trainer Michael Skibbe hat vor dem Derby gegen den Tabellenzweiten 1. FSV Mainz 05 mit großen Personalsorgen zu kämpfen. "Die Fans müssen wissen, dass wir am Rande der Konkurrenzfähigkeit sind. Insbesondere in der Defensive sind wir arg gebeutelt", sagte Skibbe.

Die Eintracht, die in der Bundesliga noch nie gegen Mainz verloren hat, muss auf die verletzten Chris und Maik Franz verzichten. Fraglich ist zudem der Einsatz von Benjamin Köhler, der an einem leichten Faserriss im Oberschenkel laboriert. Immerhin steht Linksverteidiger Georgios Tzavellas nach abgelaufener Gelb-Sperre wieder zur Verfügung.

Skibbe äußerte "großen Respekt" vor der Arbeit von Mainz-Coach Thomas Tuchel. "Über weite Strecken ist das ganz hervorragend, wie Mainz in dieser Saison spielt", sagte Skibbe, der trotz der schweren Ausgangslage und zuletzt zwei Niederlagen auf einen Derby-Sieg hofft: "Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Natürlich wollen wir so auftreten, dass wir gewinnen."

"Man darf sich nicht blenden lassen"

Mainz-Trainer Thomas Tuchel findet vor dem brisanten Derby nur lobende Worte für den Gegner: "Die Eintracht ist mittlerweile spielerisch auf extrem hohem Niveau, man darf sich auf keinen Fall blenden lassen von den zwei vergangenen Niederlagen. In München zu verlieren und auch in der Höhe zu verlieren ist leider immer mal drin, besonders, wenn man so viele verletzungsbedingte Ausfälle hat. Und das Spiel gegen Hoffenheim hätte Frankfurt auch gewinnen können."

Bei den 05ern ist neben den Langzeitverletzten Bo Svensson und Toni Tapalovic nur ein Kandidat strittig. Marco Caligiuri leidet noch immer an einer leichten Zerrung im Oberschenkel. Besonders gut trainiert habe Lewis Holtby, der zuletzt gegen Nürnberg auf der Bank saß. Dies sei kein Denkzettel gewesen, erklärt Tuchel, sondern lediglich seiner zuletzt fehlenden Frische geschuldet. "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Lewis noch überragende Partien für uns machen und entscheidenden Einfluss auf unsere Spiele nehmen wird." Ob dies schon beim Derby gegen Frankfurt der Fall ist, wird sich zeigen.




VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen

"Grün-Weiß" gegen "Grün-Weiß" - das bedeutete in der Vergangenheit nicht nur oft hochattraktive Duelle, sondern meistens auch Treffer am Fließband. Nur gegen den HSV erzielte der VfL in der Bundesliga mehr Tore als gegen Werder und hat andererseits einzig gegen die Bayern noch mehr Treffer kassiert. Allein in den letzten fünf Pflichtspielduellen zwischen den Wölfen und Bremen schlug es immer mindestens vier Mal ein, ein 0:0 zudem gab es in bislang 26 Bundesligapartien noch nie. "Werder ist gerade in der Offensive unheimlich stark", weiß Sascha Riether. "Trotzdem werden wir alles dafür geben, dieses Heimspiel zu gewinnen."

"Wir wollen und müssen gewinnen", sagt Mario Mandzukic, der womöglich anstelle des verletzten Grafite in die Mannschaft rücken wird. Marcel Schäfer dagegen war schon bei der aus VfL-Sicht mit Abstand schönsten Werder-Erfahrung dabei, nämlich dem 5:1-Meisterschaftssieg am letzten Spieltag 2009. Das alles allerdings hat am Samstagnachmittag keinerlei Wert. "Wir sind alle sehr unzufrieden und sind deswegen gefordert, 100 Prozent Einsatz zu zeigen", so der Linksverteidiger. "Wir müssen versuchen, Werder unser eigenes Spiel aufzuzwingen und über den Kampf dieses Spiel zu gewinnen. Die drei Punkte wollen wir unbedingt in Wolfsburg behalten."

Werder mit Personalsorgen

Werder muss neben zahlreichen Langzeitverletzten weiterhin auch auf Stürmerstar Claudio Pizarro und Außenverteidiger Mikael Silvestre verzichten. "Bei Claudio wird es noch ein bisschen dauern. Gegen Wolfsburg kann ich noch nicht mit ihm planen", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Pizarro wird noch von den Folgen eines Muskelfaserrisses geplagt. Silvestre, der am Sonntag wieder mit der Mannschaft trainieren soll, leidet an Rückenproblemen. Definitiv verzichten muss Werder am Samstag auf die verletzten Naldo, Wesley, Sebastian Boenisch und Tim Borowski. Zudem ist Stürmer Hugo Almeida rotgesperrt.

Schaaf ist trotzdem zuversichtlich, dass seine Mannschaft nach dem 3:0 am vergangenen Sonntag gegen den FC St. Pauli nachlegen kann. "Wir werden weiter den Weg der kleinen Schritte gehen und wollen uns endlich auch mal wieder auswärts behaupten", meinte der Coach. Der bisher einzige Saisonsieg auf fremdem Platz gelang den Bremern am 23. Oktober in Mönchengladbach (4:1).



Diego freut sich auf seine "alte Liebe"

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim

Das Ziel der Gastgeber ist klar: Drei Punkte müssen her, um so schnell wie möglich die unteren Tabellenränge zu verlassen.

Cheftrainer Jens Keller: "Drei Punkte gegen 1899 sind das erste Ziel. Dieses Spiel ist etwas besonderes, auch wenn es kein Derby wie gegen den Karlsruher SC ist, herrscht alleine aufgrund der Entfernung zwischen den beiden Vereinen schon eine besondere Rivalität. Hinzu kommt die Zusammensetzung der Hoffenheimer Mannschaft, bei der viele Ehemalige sind, die schon einmal das VfB-Trikot trugen. Auch der Trainer hat eine Vergangenheit beim VfB."

Ob Keller gegen Hoffenheim auf Serdar Tasci zurückgreifen kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Für Johan Audel kommt ein Einsatz wahrscheinlich noch zu früh. Stefano Celozzi hat noch muskuläre Probleme und fällt für Samstag aus, ebenso wie Khalid Boulahrouz, der sich noch im Aufbautraining befindet.

Beck erwartet Kampfspiel

Die Ex-Stuttgarter in Reihen der Hoffenheimer freuen sich besonders auf die Partie in der Mercedes-Benz Arena. Gleich sechs Spieler haben in den vergangenen Jahren den Weg von Stuttgart nach Hoffenheim eingeschlagen.

"Die Vorfreude ist sehr groß", bestätigt Andreas Beck. Auch er wechselte von den Schwaben zu den Badenern. Ebenso wie Matthias Jaissle, Marvin Compper, Boris Vukcevic, Tobias Weis und Sebastian Rudy. Letzterer fand den Weg in den Kraichgau zu Beginn dieser Saison, hat sich mittlerweile aber zu einem festen Bestandteil des Kaders entwickelt. Dass Rudy ein wichtiger Spieler ist, weiß auch dessen Coach Ralf Rangnick: "Der Wechsel vom VfB zu Hoffenheim war für alle Spieler gut, auch für Rudy. Er hat großes Potenzial - das zeigt er Woche für Woche."

In der Bundesliga ist Hoffenheim gegen Stuttgart bisher noch ohne Sieg. Drei Mal trennten sich die Badener und die Schwaben mit einem Remis, ein Mal musste die Rangnick-Elf als Verlierer vom Platz gehen. Dieser kleine, statistische Makel soll am 15. Spieltag behoben werden. Rangnick und Kapitän Beck erwarten, auch aufgrund der prekären Lage der Stuttgarter (Platz 17, elf Punkte), ein aggressives und kampfbetontes Spiel. "Nicht nur wegen des Wetters wird es keine Schönspielerei", kündigt Beck an und fügt hinzu: "Es geht um drei wichtige Punkte für beide Mannschaften."

Zum Personal: Bis auf die Langzeitverletzten Josip Simunic, Tom Starke, Manuel Gulde und Chinedu Obasi sind alle Mann an Bord.



Sebastian Rudy im bundesliga.de-Interview


Borussia Mönchengladbach - Hannover 96

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck hat sich mit seinem Team im Trainingslager in Tegelen auf die Partie gegen 96 vorbereitet und zeigte sich mit dem Verlauf hochzufrieden.
"Wir sind gut vorbereitet und haben die Zeit dort genutzt, auch um einige Dinge anzusprechen und enger zusammenzurücken. Aber bei alledem, was über den kommenden Samstag berichtet und geschrieben wird, dürfen wir den Gegner nicht vergessen. Hannover spielt eine extrem gute Saison, wir dürfen die Räume für die beiden schnellen Angreifer nicht zu groß werden lassen", meinte Frontzeck.
Personell ändert sich nichts zur Vorwoche. Marcel Meeuwis steht weiterhin nicht zur Verfügung, da er in den zurückliegenden Tagen nicht trainieren konnte. Auch Roel Brouwers ist noch nicht so weit.

"Viele erwarten einen Sieg"

Hannover muss sich nach den überzeugenden Vorstellungen damit abfinden, als Favorit gen Westen zu reisen. "Natürlich ist das eine neue Situation. Viele erwarten einen Sieg. Darüber freuen wir uns und wollen weiter an unsere starken Leistungen anknüpfen und das Spiel gewinnen. Danach hoffen wir auf ein volles Stadion gegen Stuttgart", sagt 96-Schlussmann Florian Fromlowitz.

Nach der beim Training erlittenen Knieverletzung des Ersatztorwarts Markus Miller nimmt U23-Keeper Ron-Robert Zieler Millers Reservistenplatz ein. Ansonsten hat sich die Personalsituation der Hannoveraner nicht geändert: Haggui (gesperrt), Andreasen, Carlitos (Reha) und Stoppelkamp (Bänderriss) stehen Slomka weiterhin nicht zur Verfügung. Für den gerade aus dem Erholungsurlaub wiedergekehrten Mohammed Abdellaoue kommt ein Einsatz jedoch noch zu früh.




SC Freiburg - Hamburger SV

Nach der 0:3-Pleite in Hannover gibt es für die Gastgeber nur ein Ziel. "Gegen Hamburg müssen wir wieder dafür sorgen, dass die Punkte in Freiburg bleiben", gab sich Cedric Makiadi bereits nach dem Schlusspfiff kämpferisch. "Wichtig ist, dass wir gegen den HSV eine Reaktion zeigen", sagte Julian Schuster. Co-Trainer Damir Buric hat diese Reaktion bereits in der zurückliegenden Trainingswoche beobachtet. "Die Mannschaft war einsichtig und sehr engagiert. Jetzt kommt es darauf an, aus den Fehlern zu lernen."

Beim Sport-Club fehlen weiterhin Simon Pouplin, Pavel Krmas und Tommy Bechmann (alle Aufbautraining). Jonathan Jäger könnte dagegen erstmals nach seiner Verletzungspause wieder zum Kader zählen. Jan Rosenthal und Ömer Toprak mussten bis Mitte der Woche wegen muskulärer Probleme pausieren. Beide sollten aber einsatzbereit sein.

Veh warnt

"Die Freiburger spielen eine wirklich gute Saison. Sie spielen schnellen, direkten Fußball", warnt HSV-Trainer Armin Veh.

Verzichten muss Veh in Freiburg auf die Dienste von Mladen Petric. Der Kroate musste am Donnerstag das Mannschaftstraining abbrechen. Ohne Fremdeinwirkung zog sich der Stürmer einen Muskelfaserriss zu. Das jedenfalls sagen die Bilder der Ultraschalluntersuchung. Am Montag soll eine Kernspinuntersuchung endgültig die genaue Verletzung hervorbringen. Für Petric wird zwar kein geringerer als Ruud van Nistelrooy in die Bresche springen, doch insgesamt ist die Verletzung ein erneuter Rückschlag für den Verein.

Dafür gibt es von der Defensivabteilung Positives zu berichten. Sowohl Dennis Aogo als auch Guy Demel haben es in den Kader für Freiburg geschafft. Voraussichtlich werden sie sich auch in der Startelf wiederfinden. Als Back-up steht auch Collin Benjamin zur Verfügung. Der Namibier trat die Reise in den Breisgau ebenfalls mit an.