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München - "Huntelaar wint beker met Schalke", ist auf der Homepage des Schalker Torjägers Klaas-Jan Huntelaar unter der Rubrik Neuigkeiten zu lesen. Wie so häufig lässt sich - ohne jedes niederländischen Wortes mächtig zu sein - der Sinn des Satzes erschließen. Nämlich, dass Huntelaar mit dem FC Schalke den Pokal gewonnen und damit eine aus einer Sicht durchwachsene Saison noch versöhnlich abgeschlossen hat.

Nach seinem langen Ausfall konnte Schalkes Torjäger das Finale von Berlin noch einmal richtig genießen. In einem Interview mit "DerWesten" unterstreicht der Niederländer, wie wichtig es für ihn war, bei diesem Highlight mitzuwirken: "Ja, ich war schon froh, nach meiner langen Verletzungspause überhaupt spielen zu können. Dass ich dann zwei Mal getroffen habe, das war natürlich klasse", und er fügte hinzu: "Es war eine Superstimmung - das hatte ich vorher noch nie so erlebt." Und das, obwohl Huntelaar mit Ajax Amsterdam bereits zwei Mal niederländischer Pokalsieger wurde.

Verletzung überschattet Saison

Trotz des schönen Saisonabschlusses ist der laut Louis van Gaal "beste Strafraumstürmer der Welt" mit seiner Premierensaison in der Bundesliga nicht zufrieden. Auf eine gute Hinrunde, in der er in 15 Spielen sieben Mal traf, folgte eine Rückserie, die für den 27-Jährigen alles andere als rosig verlief.

Vor dem Pokalhalbfinale gegen den FC Bayern verdrehte sich der Niederländer das Knie und fiel wegen einer Innenbandverletzung insgesamt neun Wochen aus. Damit platzte der Traum von den K.o.-Spielen in der Champions League und im DFB-Pokal. Auch in der Bundesliga ging seine Torquote deutlich zurück, in neun Partien traf Huntelaar lediglich ein Mal.

"Wollen immer dabei sein"

Umso verständlicher, dass Schalkes teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte in der kommenden Saison Versäumtes nachholen will: "Jetzt müssen wir unbedingt wieder in der Bundesliga nach oben kommen und einen Champions-League-Platz erreichen. Wir haben Champions League gespielt, wir fanden das wunderbar, aber wir wollen natürlich am liebsten immer dabei sein."

Der Verein selbst wird mit einem Gefühl der Zufriedenheit auf die abgelaufene Saison zurückblicken. Vor allem in den Pokalwettbewerben imponierten die "Königsblauen" mit guten Auftritten. In der Champions League ist man bis ins Halbfinale vorgestoßen und im DFB-Pokal hat man sich mit einem souveränen 5:0-Sieg gegen den MSV Duisburg sogar die Krone aufgesetzt.

Natürlich, in der Bundesliga hinkten die "Knappen" den Erwartungen weit hinterher und schlossen eine sehr wechselhafte Spielzeit mit Platz 14 ab. Doch die Europa-League-Teilnahme, die durch den Sieg im Pokalfinale ohnehin gesichert ist, wird das schnell vergessen machen.

"Ich will nicht weg"

Auch für Huntelaar stellt es kein Problem dar, sich in der nächsten Saison mit der Europa League begnügen zu müssen, er will weiter für die "Königsblauen" auf Torejagd gehen.

Gegenüber "bild.de" dementierte Huntelaar sämtliche Gerüchte, die ihn mit anderen Vereinen in Verbindung bringen: "Ich will nicht weg, weil wir nächstes Jahr nicht in der Champions League spielen. Ich bleibe definitiv auf Schalke! Für die Höhen und Tiefen dieser Saison sind wir ja schließlich alle zusammen verantwortlich - auch ich."

Huntelaar macht aber gleichzeitig deutlich, wie viel er sich mit dem FC Schalke für die nächste Saison vorgenommen hat: "Ich greife mit der Mannschaft wieder richtig an. In der neuen Saison reicht ja schon der 4. Platz, um in die Champions League zu kommen..."

David Schmidt


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