ANZEIGE

Köln – „Das ist es, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Einfach nur Fußball!“. Der Tweet von Bayerns Thiago Alcantara, der nach mehr als einjähriger Verletzungspause sein Bundesliga-Comeback feierte, gilt am 27. Spieltag auch stellvertretend für einige seiner Berufskollegen, die diverse persönliche Durststrecken beenden konnten. #EndlichDrin – über Rückkehrer und lang vermisste Torerfolge.  

Thiago kehrt zurück

In der 69. Minute des Klassikers zwischen Borussia Dortmund und Bayern München endete die lange Leidenszeit des spanischen Mittelfeldspielers. Kapitän Philipp Lahm, der zum ersten Mal seit November 2014 wieder in der Startelf stand, machte Platz für das ersehnte Comeback von Thiago Alcántara do Nascimento, der nach seiner schweren Knieverletzung erstmals seit März 2014 wieder ins Spielgeschehen eingreifen konnte. „Er war lange nicht dabei. Er hat Pech gehabt, nochmal Pech gehabt und nochmal Pech gehabt. Jetzt ist er wieder da. Das ist eine tolle Nachricht für uns“, freute sich Trainer Pep Guardiola mit seinem Landsmann, der in Schlussphase der Partie dabei half, den knappen 1:0-Sieg zu sichern.
„Heute war es ein Arbeitssieg, aber es ist immer etwas Besonderes, in Dortmund zu gewinnen“, sagte Philipp Lahm, der sich zudem wieder über einen „normalen Arbeitstag“ freute, an dem er von Beginn an ran durfte. „Das habe ich vermisst“, gab er zu.

Kießling beendet „Heimfluch“

Rund ein Jahr musste Stefan Kießling warten, bis er vor eigenem Publikum wieder ein Tor bejubeln durfte. Seine bisherigen vier Saisontore hatte der 31-Jährige auswärts erzielt. In der laufenden Spielzeit erlebte er mit 859 Minuten ohne Bundesliga-Treffer zwischenzeitlich sogar die längste Flaute seiner Karriere. Gegen den Hamburger SV traf der Torschützenkönig von 2012/13 beim 4:0-Erfolg von Bayer Leverkusen nun gleich doppelt und beendete damit seinen „Heimfluch“, der bis zum 13. April 2014 (letzter Treffer damals gegen Hertha) zurück datierte. Wenige Tage vor dem Kracher im DFB-Pokal gegen den FC Bayern wohl nicht der schlechteste Zeitpunkt. Ganz nebenbei hat Kießling mit seinen Bundesliga-Toren 131 und 132 im historischen Ranking Michael Zorc (131) überholt und steht nun gleichauf mit Rudi Völler (132) auf Rang 20.

Ya Konan bringt Qualität zurück

„Auch wenn er noch nicht bei hundert Prozent ist, hat er einfach die Qualität so ein wichtiges Tor zu machen.“ Trainer Tayfun Korkut konnte sich bei Stürmer Didier Ya Konan bedanken, der Hannover 96 mit seinem späten Ausgleich zum 2:2 bei Eintracht Frankfurt noch einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf rettete.  Der Ivorer, der erstmals seit seiner Rückkehr aus Saudi-Arabien in der 96er-Startelf stand, hatte kurioserweise auch sein letztes Tor für die Roten gegen Frankfurt erzielt, als Hannover am 17. April 2014 mit 3:2 gewann. In der aktuellen Rückrunde sind die Niedersachsen weiter ohne Sieg. Dennoch ist Ya Konan optimistisch: „Wir sind nach einem 0:2 zurückgekommen und haben einen wichtigen Punkt geholt. Jetzt gewinnen wir unser Heimspiel gegen Hertha.“

Kruse sammelt weiter Scorerpunkte

Mit acht Toren und acht Torvorlagen ist er Topscorer und Top-Vorbereiter von Borussia Mönchengladbach. Beim 4:1 seiner „Fohlenelf“ bei 1899 Hoffenheim beendete Max Kruse auch seine neun Spiele andauernde Torflaute.  Neben seinem Elfmetertreffer bereitete er die Tore drei und vier durch Raffael und Patrick Herrmann sehenswert vor. „Wir wussten, dass wir heute einen Big Point im Kampf um die internationalen Plätze landen können. Wir haben eine enorme Qualität im Kader, und wenn der Ball erst einmal läuft, sind wir schwer zu stoppen“, so Kruse nach dem ersten Gladbacher Sieg im Kraichgau überhaupt.

Bei Schürrle platzt der Knoten

Wie Gladbach befindet sich auch der VfL Wolfsburg klar auf Champions League-Kurs. Und nun hat sich auch der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte beim 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart in die Liste der Torschützen eingereiht. Weltmeister Andre Schürrle gelang in seinem achten Spiel für die Wölfe mit seinem insgesamt 17. Torschuss sein erster Treffer.
„Ich bin froh, dass dieses Thema nun weg ist. Danke auch an die Fans, die mich immer unterstützt haben. Ich bin sicher, wir werden noch einige Erfolge zusammen feiern“, so der Winterneuzugang vom FC Chelsea. Manager Klaus Allofs: „Uns war klar, dass er bald treffen wird. Das Tor heute ist eine Befreiung für ihn. Das hat ihn einen großen Schritt nach vorne gebracht“. Das Ende einer persönlichen „Leidenszeit“. Dafür lohnt es sich im Fußball schließlich immer zu kämpfen.

Markus Hoffmann