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Köln – Ein Duell "auf Augenhöhe", Dortmunds historischer Fehlstart, der Meistertrainer als Krisenmanager, Robert Lewandowskis Tor-Rekord und ein spezielles Kampfspiel. Die Zahlenspiele des 10. Spieltags.

#17 – Der alte Abstand der Vorsaison ist nach nur zehn Runden fast wiederhergestellt. Nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund hat der FC Bayern München den Vorsprung auf den Erzrivalen bereits auf 17 Punkte ausgebaut. Zum Vergleich: in der Vorsaison lag der Rekordmeister nach 34 Spieltagen 19 Zähler vor den Borussen. Während die Bayern unbeirrt ihrer 25. Meisterschaft entgegensteuern, muss sich der BVB wohl oder übel mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen. Für Bayern-Star Arjen Robben sei es dennoch "ein Spiel auf Augenhöhe" gewesen. Die  Tabelle sagt momentan jedoch genau das Gegenteil aus.   

#5Borussia Dortmund zeigte sich gegenüber dem 0:1 gegen Hannover 96 zwar stark verbessert, steht am Ende aber erneut mit leeren Händen da. Trotz der laut Jürgen Klopp "besten erste Halbzeit seit langem" unterlagen die Schwarz-Gelben beim FC Bayern mit 1:2 und kassierten damit die fünfte Pleite in Folge – das gab es zuletzt im Frühjahr 2000 unter Bernd Krauss. Kein anderer Bundesligist hat aktuell so viele Niederlagen auf dem Konto wie der BVB (7). Sebastian Kehl stellte fest: "Der Fußball ist so hart, man bekommt nichts geschenkt. Die Lage ist mittlerweile richtig brenzlig."

#7 - Mit sieben Punkten aus zehn Spielen und dem Abrutschen auf den Relegationsplatz hat Dortmund den schlechtesten Saisonstart seiner Bundesliga-Geschichte hingelegt. Sogar in der Abstiegssaison 1971/72 hatte der BVB zum gleichen Zeitpunkt eine bessere Bilanz (2 S, 3 U, 5 N). Meistertrainer Jürgen Klopp ist nun unverhofft als Krisenmanager gefragt. "Das ist eine verrückte Situation, brutal hart, aber wir haben es uns selber eingebrockt", . "Wir müssen die Dinge mitnehmen, die gut funktioniert haben", meinte er nach dem Spiel beim FC Bayern, der sich in der momentanen Situation der Borussen als eine Nummer zu groß erwies.

#18 – Ironie des Schicksals: Ausgerechnet Robert Lewandowski sorgte mit seinem Tor zum 1:1 im Spiel gegen seine alten Kollegen für die Wende. 74 Bundesliga-Tore hat der Pole im schwarz-gelben Trikot erzielt, im Bayern-Dress gelang ihm nun bereits Saisontreffer Nummer fünf. "Ich wünsche mir, dass Dortmund bald wieder besser spielt. Sie werden noch kommen", fand er aufmunternde Worte für den BVB. Durch den Treffer gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber ist Lewandowski nun der einzige Bundesliga-Profi, der gegen jeden aktuellen Erstligisten mindestens ein Tor erzielt hat.

#50 – Unrühmliche 50 Fouls, so viele wie seit zweieinhalb Jahren in keinem Bundesliga-Spiel mehr, „garniert“ mit neun gelben Karten (Saisonrekord) leisteten sich beide Mannschaften im Spiel Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen. Einen Sieger gab es im laut Bayer-Trainer Roger Schmidt "sehr speziellen Spiel, das mehr an eine Treibjagd erinnerte, als an Fußball" am Ende auch - und dem war das "wie" ziemlich egal. "Alle zwei Ballkontakte gab es ein Foul. Das war mehr Kampf als Spiel, aber Härte gewinnt manchmal Spiele. Hauptsache wir haben die drei Punkte", meinte Hamburgs Valon Behrami. Für den HSV schloss sich damit auch ein Kreis. Der letzte Heimsieg datierte vom 4. April 2014, damals ebenfalls gegen Bayer Leverkusen.

Markus Hoffmann