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Fred Rutten war unter Hans Meyer Co-Trainer bei Twente Enschede, am Samstag sind die beiden Gegner in der Bundesliga. Vor dem Spiel gab der Trainer von Schalke 04 der Webseite der Borussen ein Interview

Frage: Herr Rutten, die zwei Niederlagen zuletzt kamen gegen Bayer Leverkusen und den FC Bayern zustande, gegen den Tabellenführer und den Dritten also. Dennoch sind Sie mit ihrer Mannschaft hart ins Gericht gegangen, warum?

Fred Rutten: Diejenigen, die im Sport arbeiten, zeigen ab und zu Emotionen. Ich habe mich geärgert, weil uns zu Beginn des Spiels die richtige Einstellung fehlte. Die Leverkusener haben uns zu Beginn das Spiel überlassen - ein solches Geschenk muss man annehmen und darf es nicht mehr aus den Händen gleiten lassen. Wir hätten in Führung gehen müssen. Anschließend kosteten uns zwei individuelle Fehler das Spiel. Deshalb war ich sauer.

Frage: Schalke liegt derzeit in der Tabelle etwas "hinter der Musik" zurück. Was denken Sie, ist in der Hinserie noch möglich, und wo wird S04 am Ende der Saison stehen?

Rutten: Ich möchte keine Prognosen abgeben, wie die nächsten vier Spiele verlaufen werden. Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, leider klappt das nicht immer. Unser grundsätzliches Saisonziel hat sich nicht geändert.

Frage: Sie sind Neuling in der Bundesliga. Ist die Klasse so, wie Sie sie erwartet haben?

Rutten: So neu bin ich jetzt ja auch nicht mehr, aber auffällig finde ich die physische Fitness der Mannschaften. Während in den Niederlanden viel mehr Partien bereits nach 60 Minuten entschieden sind, bleibt es hier oft bis zum Schlusspfiff eng. Außerdem sind in der Bundesliga viel mehr Überraschungen möglich. Teams, die auf dem Papier schwächer scheinen, können Favoriten schlagen.

Frage: Am Samstag treffen Sie auf Hans Meyer, unter dem Sie lange als Co-Trainer bei Twente gearbeitet haben. Wie würden Sie den Borussentrainer charakterisieren?

Rutten: Hans ist ein Fußballtier, der einfach nicht von der Droge Fußball los kommt. Ich war zunächst überrascht, als ich hörte, dass er wieder in die Bundesliga zurückkehrt und den Job bei Mönchengladbach annimmt. Aber jetzt freue ich mich sehr auf das Wiedersehen.

Frage: Haben Sie sich etwas von Ihm abgeguckt, oder gibt es etwas, dass Sie an ihm nie mochten und deshalb als Trainer selbst unbedingt vermeiden?

Rutten: Hans  Mannschaften sind immer superfit. In dieser Hinsicht habe ich mir einiges abgeschaut. Umgekehrt wird er sicherlich auch etwas von meiner Arbeitsweise übernommen haben.

Frage: Was für ein Spiel erwarten Sie, es geht für beide Mannschaften darum, den Anschluss zu halten?

Rutten: Ich erwarte kein offenes Spiel. Gladbach wird hinten drin stehen und auf Konter lauern. Deshalb müssen wir die Räume nutzen, die wir bekommen.