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Hannover - Am vergangenen Wochenende standen für Hannover 96 und den 1. FC Köln sogenannte Sechs-Punkte-Spiele auf dem Programm (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Während die Hannoveraner mit dem 0:3 im Kampf um die "Norddeutsche Meisterschaft" bei Werder Bremen die Chance verpassten, an den Hansestädtern vorbeizuziehen und sich auf Europa-League-Rang sechs festzusetzen, verschafften sich die Kölner mit einem 1:0 über den Konkurrenten Hertha BSC etwas Luft im Abstiegskampf.

Die Niedersachsen taten aber mit dem 4:0 im Europa-League-Achtelfinale über Standard Lüttich etwas fürs Selbstbewusstsein und wollen am Sonntag mit einem Sieg unbedingt Anschluss an die Europapokalränge halten. Die 96er wollen auch in der kommenden Saison Highlights wie das Viertelfinale gegen Atletico Madrid am 29. März erleben.

Unbedingt wieder nach Europa



"Wenn man die Begeisterung auf den Rängen erlebt und wie wunderschön die Reise durch Europa für Mannschaft, Fans und Umwelt ist, dann will man das doch in der kommenden Saison unbedingt wiedererleben", sagte Mirko Slomka, der schon Minuten nach Abpfiff der Partie gegen Lüttich das Augenmerk auf die Bundesliga richtete.

"Es ist doch egal, wer der nächste Gegner ist", wehrte der Coach Fragen nach seinem Wunschgegner ab. "Jetzt ist es der 1. FC Köln. Und das Spiel wollen wir unbedingt gewinnen."

Slomka-Team vor weiterem Rekord



Mit einem Sieg gegen die Rheinländer will Slomkas Team nach dem größten internationalen Erfolg mit dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League erneut Vereinsgeschichte schreiben. Seit 13 Heimspielen sind die "Roten" im eigenen Stadion ungeschlagen. Am Sonntag können es erstmals in 116 Jahren 14 Spiele in Folge ohne Heimniederlage werden.

Die Profis ziehen mit. Trotz des Triumphs über Lüttich und des Geburtstags von Konstantin Rausch, der am Donnerstag seinen 22. Geburtstag feierte, blieb das Bier im Kühlschrank.

"Ab morgen früh konzentrieren wir uns ganz auf das Spiel am Sonntag gegen Köln. Das wollen wir unbedingt gewinnen", gab Kapitän Steven Cherundolo die Richtung vor. "Danach haben wir dann ja ein paar Tage Zeit bis zum nächsten Spiel und werden uns sicher einen Abend mit der Mannschaft zusammensetzen und ein wenig feiern."

"Wir sind reifer geworden"



Die Doppelbelastung hält der US-Nationalspieler nicht für ein Problem. "Wir sind reifer geworden und das mittlerweile gewohnt. So wie wir die Pleite in Bremen sofort abgehakt und uns auf die Europa League konzentriert haben, werden wir das auch mit dem 4.0 über Lüttich machen und gar nicht erst Überheblichkeit aufkommen lassen", stellte Cherundolo gegenüber bundesliga.de klar.

Für Hannover spricht, dass Slomka weitgehend auf sein Stammpersonal zurückgreifen kann. Bis auf Neuzugang Mama Biram Diouf hat der 44-Jährige alle Spieler an Bord.

Köln ohne Tor-Garant Podolski



Personalsorgen plagen dagegen Slomkas gegenüber Stale Solbakken. Für sein Team dürfte es schwer werden, das 2:0 aus dem Hinspiel zu wiederholen, denn neben dem gesperrten Mato Jajalo und den verletzten Leistungsträgern Adil Chihi und Petit fällt ausgerechnet Lukas Podolski wegen seiner viel diskutierten Roten Karte aus der Partie gegen Berlin aus.

Der Nationalspieler war an 21 der 32 Kölner Saisontreffer beteiligt. 16 Mal traf er selbst - so häufig wie nie zuvor in seiner Bundesliga-Karriere. Für die Kölner stellt die Partie bei den Norddeutschen schon mal einen Vorgriff auf die kommende Saison dar: Die müssen sie ganz ohne Podolski bestehen.

Auch wenn es positive Nachrichten aus dem Lazarett gibt und sich Martin Lanig und Ammar Jemal im Training zurückmelden, wird es für die krisengeschüttelten Kölner bei den zuhause ungeschlagenen 96ern schwer werden, die im Abstiegskampf so wichtigen Punkte mitzunehmen.

Jürgen Blöhs



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