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Hannover - Für Hannover 96 geht die märchenhafte Reise durch Europa weiter. Dank eines 4:0 (2:0)-Sieges im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen den belgischen Pokalsieger Standard Lüttich stehen die Niedersachsen im Viertelfinale und feiern damit den größten internationalen Erfolg ihrer 116-jährigen Vereinsgeschichte (Verfolgen Sie die Viertelfinal-Auslosung ab 13 Uhr im Live-Ticker).

Im Hinspiel in der vergangenen Woche hatte man sich 2:2 getrennt. Die Treffer für Hannover erzielten Mohammed Abdellaoue (4.), Lüttichs Kanu, dem kurioserweise zwei Eigentore unterliefen (21./73.), und Sergio Pinto (90.+3).

96 startet furios



"Ein solcher Erfolg ist natürlich sehr schön. Wir haben absolut verdient gewonnen, auch wenn der Sieg vielleicht ein Tor zu hoch war. Wir schütteln uns jetzt, dann erholen wir uns, und dann spielen wir am Sonntag gegen Köln", sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke bereits mit Blick auf das kommende Bundesligaspiel.

Vor 43.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena am Maschsee erwischten die Platzherren einen Start nach Maß. Schon nach vier Minuten war Torjäger Abdellaoue mit einem Flachschuss erfolgreich. Vorausgegangen war eine scharfe Hereingabe von Jan Schlaudraff, die Lüttichs Torhüter Sinan Bolat nur abklatschen konnte. Die Gäste spekulierten vergeblich auf Abseits, denn Schlaudraff hatte einen Einwurf aufgenommen.

Erste Niederlage



In der 21. Minute konnte die Mannnschaft von Trainer Mirko Slomka den Vorsprung ausbauen, wobei die Gäste mithalfen. In höchster Bedrängnis drückte Standard-Verteidiger Kanu eine Flanke von Sergio Pinto über die eigene Torlinie. Für den zehnmaligen belgischen Meister war es die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb, die Gastgeber verteidigten ihren Heimnimbus.

Noch in der ersten Halbzeit hatten die Platzherren genug eigene Möglichkeiten, weitere Treffer zu erzielen. Abdellaoue stand bereits in der neunten und zwölften Minute dicht vor einem zweiten Torerfolg. Die Belgier hingegen brauchten fast eine halbe Stunde, um sich vom Dauerdruck der Norddeutschen ein wenig zu befreien. Gohi Bi Cyriac verstolperte in der 42. Minute in aussichtsreicher Position.

Gelb-Rote Karte für Gakpe



Um das Ergebnis abzusichern, wechselte Slomka zu Beginn der zweiten Halbzeit den defensiv stärkeren Christian Schulz für Christian Pander ein. Das hatte Folgen: Die Aktionen des Bundesligasiebten waren nun verhaltener und von erhöhtem Sicherheitsdenken geprägt. Kapital schlagen konnte der Tabellenfünfte der belgischen Liga daraus jedoch nicht.

Die Chancen auf ein Weiterkommen schwanden noch mehr, als Serge Gakpe in der 58. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah und das Spielfeld vorzeitig verlassen musste. Einige der gut 2000 mitgereisten belgischen Fans veranlasste diese Entscheidung von Schiedsrichter Pavel Kralovec aus Tschechien dazu, mit Feuerwerkskörpern zu hantieren. Die Ordnungskräfte hatten die Situation aber schnell wieder im Griff. Nach dem zweiten Eigentor von Kanu, das Didier Ya Konan eingeleitet hatte, war es aber ruhig im Gästeblock.


Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch - Schmiedebach (85. Lala), Pinto - Stindl, Pander (46. Christian Schulz) - Abdellaoue (70. Ya Konan), Schlaudraff. - Trainer: Slomka

Standard Lüttich: Bolat - Ciman (24. Opare), Kanu, Felipe, Pocognoli - Vainqueur, Buyens - van Damme (71. Seijas), Gakpe - Tchite, Cyriac (82. Batshuayi). - Trainer: Riga

Schiedsrichter: Pavel Kralovec (Tschechien)

Tore: 1:0 Abdellaoue (4.), 2:0 Kanu (21., Eigentor), 3:0 Kanu (73., Eigentor), 4:0 Pinto (90.+3)

Zuschauer: 43.000 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karte: Gakpe wegen wiederholten Foulspiels (58.)

Gelbe Karten: Haggui (2), Christian Schulz - Opare, van Damme (4)