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Kaiserslautern - Nach dem 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern freut sich Hannover 96 nach einer harten Vorrunde mit Belastungen in Liga und Europapokal über die Winterpause.

Hannover 96, das sah man deutlich, hatte in Halbzeit zwei auf dem Betzenberg die Kraft verlassen. "Das war heute unser 27. Pflichtspiel, das ist ungewohnt für uns, wir waren ausgelaugt", erklärte Mirko Slomka, der Trainer des Europa-League-Teilnehmers .

Durchschnaufen, Akkus aufladen

Sein Kapitän Christian Schulz gab ehrlich zu: "Bei uns sind viele froh, jetzt mal zwei Wochen durchschnaufen zu können." In der zweiten Halbzeit hatten die Hannoveraner dem Druck der Pfälzer nichts mehr entgegenzusetzen und konnten sich bei ihrem Torwart Ron-Robert Zieler bedanken, dass es für die Lauterer nur zum Ausgleich durch Adam Nemec (63.) gereicht hatte. Zieler hielt einen Schuss von Fortounis aus nur acht Metern überragend.

Slomkas Mannschaft spielte nach der Führung durch Mohammed Abdellaoue In der 13. Minute keinen Angriff mehr vernünftig zu Ende. Ungewohnt viele Abspielfehler verhinderten den schon so oft gezeigten Spielfluss. Durch das siebte Spiel ohne Sieg schließen die Niedersachsen die Vorrunde mit 22 Punkten auf Rang acht ab. "Das war kein gutes Spiel von uns, aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir den Sieg auch nicht verdient gehabt. Wir sind nur noch hinterhergelaufen und haben verteidigt", analysierte Trainer Slomka. "Ich finde, wir haben mit 22 Punkten eine insgesamt korrekte Hinrunde gespielt", sagt Defensivmann Karim Haggui.

"Lautern hat sich den Punkt verdient"

"Heute können wir mit dem Punkt zufrieden sein, Lautern hat sich den Punkt verdient", meinte Offensivspieler Jan Schlaudraff, der ausgewechselt wurde und zugab: "Wir haben noch einmal alles gegeben, aber wir sind einfach auch mal platt. Wir brauchen die Pause, um nächstes Jahr wieder anzugreifen."

Wie in den letzten Wochen schon zu beobachten, ist dem Hannoveraner Spiel durch die Belastung der vergangenen Monate die Leichtigkeit im Spiel abhandengekommen. "Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen", sagte Verteidiger Karim Haggui.

"Es wurde schon zu Ende der ersten Halbzeit weniger", kritisierte Hannovers Manager Jörg Schmadtke. In der Entwicklung habe man in der Rückrunde noch viel Platz nach oben, sagt Kapitän Schulz: "Zur Zeit können wir nur 45 Minuten guten Fußball spielen."

Topteams noch in Reichweite

Schulz weiß, das ständige Unentschieden nicht helfen werden, den angestrebten Rang im oberen Tabellendrittel zu erreichen. "Im Moment ernähren wir uns nach dem Eichhörnchenprinzip. Wenn wir uns vorne festbeißen wollen, helfen aber nur Siege." Schulz sieht aber wie sein Trainer Mirko Slomka gute Möglichkeiten, nach oben zu kommen und Leverkusen. (26 Zähler) und Bremen (29) in Reichweite.

Die Doppelbelastung mit Ligaspielen und Europapokaleinsätzen wird dem Überraschungsteam der vergangenen Bundesligasaison aber erhalten bleiben. In der Europa-League kommt es im Februar zum Treffen mit dem deutschen Trainer Christoph Daum und seinem neuen Club FC Brügge - und auch danach will Hannover 96 ja im Wettbewerb bleiben.

Tobias Schächter