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Hannover - Sie wissen genau, wer da auf sie zukommt. Im Vorfeld der richtungsweisenden Europa-League-Begegnung gegen den FC Kopenhagen (ab 20:45 Uhr im Live-Ticker) hat Hannovers Trainer Mirko Slomka jedem seiner Spieler eine DVD in die Hand gedrückt - mit Kurzporträts der Spieler des dänischen Meisters, ihren Schwächen und Stärken.

"Die sind spielstark", sagt Mittelfeldantreiber Lars Stindl. Und Christian Schulz meint: "Diese Spiele sind Highlights für jeden Fußballer. Kopenhagen hat vergangene Saison Champions League gespielt. Sie haben eine enorme Qualität und sich sehr gut entwickelt." Das gilt besonders für Stürmer Dame N'Doye. Dem Senegalesen dürfte Slomka auf seiner DVD ein paar Extraminuten gewidmet haben.

Vorentscheidendes Spiel

Der 26-Jährige ist schnell, kann dribbeln, mit beiden Füßen schießen und ist dazu auch noch kopfballstark. Sieben Tore in zwölf Spielen hat der Blondschopf in der heimischen Liga bereits erzielt. Dazu sorgen die beiden Brasilianer Claudemir und Cesar Santin mit ihren überraschenden Ideen immer wieder für Gefahr.

Auf die beiden 96-Innenverteidiger Emanuel Pogatetz und Karim Haggui kommt vor eigenem Publikum also eine Menge Arbeit zu. Ohnehin hat das Spiel, nur drei Tage vor dem Bundesliga-Hit gegen Bayern München, angesichts der engen Gruppenkonstellation vorentscheidenden Charakter - mit einem Sieg würden die Niedersachsen einen Riesenschritt in Richtung K.o.-Runde machen.

Schlaudraff-Einsatz fraglich

Mit dann sieben Punkten hätten sie den direkten Verfolger aus Kopenhagen um vier Zähler distanziert, bei noch drei ausstehenden Partien. "Es wird wohl auf einen Dreikampf zwischen Lüttich, Kopenhagen und uns rauslaufen", sagt Schulz. Die Belgier sind punktgleich mit 96 Tabellenführer der Gruppe B und empfangen Worskla Poltawa. Nur Slomka will von einer möglichen Vorentscheidung noch nichts wissen: "Ein Sieg täte uns natürlich gut, aber die Gruppe ist sehr ausgeglichen."

Ob Jan Schlaudraff gegen die "Löwen", so der Spitzname des neunmaligen dänischen Meisters, auflaufen kann, ist weiter unklar. Die medizinische Abteilung versucht, den Angreifer mit einer Spezialbehandlung für die lädierte Patellasehne noch fit zu bekommen. "Es wird besser, aber ich habe immer noch Schmerzen", sagt Schlaudraff, "die Chancen stehen momentan bei 50 zu 50." Sollte es für Schlaudraff nicht reichen, würde Didier Ya Konan wie schon bei der 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln am vergangenen Sonntag neben Mohammed Abdellaoue spielen.

Kopenhagen unter Druck

Wie 96 verpatzte auch Kopenhagen die Generalprobe für das Spiel am Donnerstag. Der souveräne Tabellenführer der dänischen Liga ist nach dem 0:2 beim AC Horsen jetzt drei Spiele in Folge ohne Sieg. Nach der 0:3-Pleite in Lüttich am zweiten Spieltag der Europa League steht die Mannschaft von Trainer Roland Nilsson, Nachfolger des nach Köln gewechselten Stale Solbakken, also gehörig unter Zugzwang.

Kopenhagen braucht unbedingt einen Sieg und darf sich nicht verstecken. Keine schlechte Ausgangslage für die Slomka-Elf, die auch im eigenen Stadion gerne kontert. Aber das wissen auch die Dänen - falls sie eine DVD von ihrem Trainer bekommen haben.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hannover: Zieler - Cherundolo, Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach, Pinto - Stindl, Pander (Rausch) - Ya Konan (Schlaudraff), Abdellaoue

Kopenhagen: Wiland - Bengtsson, Ottesen, Sigurdsson, Thomsen - Bolanos, Delaney, Claudemir, Grindheim - N'Doye, Santin

Schiedsrichter: Laurent Duhamel (Frankreich)