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Hannover - Was für ein Glück: Nach der Enttäuschung auf europäischer Bühne gegen Larnaka darf Schalke am Sonntag wieder Bundesliga spielen. Dumm nur, dass es ausgerechnet gegen Hannover 96 geht - und die Niedersachsen strotzen nach ihrem Europacup-Sieg vor Selbstvertrauen (Sonntag, ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Gegen den zypriotischen Europa-League-Vertreter aus Larnaka war Schalkes Torhüter Lars Unnerstall am Donnerstag bester Mann auf dem Platz, rettete seiner Mannschaft mehrfach den schmeichelhaften Punkt. Derart im Fokus stehen will der Keeper am Sonntag bei Hannover 96 aber keinesfalls noch einmal: "Wenn wir da auch wieder so spielen, werden wir aus der Arena geschossen!"

Huntelaar muss passen

Ein gewisser Frust ist bei den Schalkern auch Tage nach dem äußerst schwachen Europacup-Auftritt noch spürbar. Nachdem der Schritt in die Zwischenrunde zunächst verpasst wurde, gilt es nun, nicht auch in der Bundesliga außer Tritt zu geraten. "Da läuft es gut für uns, darum müssen wir jetzt schnell wieder umschalten", mahnt Marco Höger.

Nach vier Siegen aus den letzten fünf Spielen - darunter Auswärtserfolge in Hamburg und Leverkusen - haben sich die Schalker in der Liga als Bayern-Verfolger etabliert. Aber die Nullnummer gegen den europäischen Fußball-Zwerg hängt den "Knappen" nicht nur psychisch, sondern auch personell nach. Denn nach seinem Nasenbeinbruch fällt mit Klaas-Jan Huntelaar der beste Schalker Stürmer aus. Mit 21 Treffern in 20 Pflichtspielen ist er in dieser Saison sogar noch erfolgreicher als Mario Gomez.

Jubiläum für Stevens

Der Schalker Coach hat seiner Mannschaft am Freitag ordentlich die Leviten gelesen. Das Training begann erst mit einstündiger Verspätung. Noch so einen Auftritt, das hat der Trainer klar gemacht, wird er sich nicht gefallen lassen - zumal er sein Jubiläum deutlich entspannter verleben will. Huub Stevens sitzt in Hannover zum 200. Mal bei einem Bundesligaspiel auf der Schalker Bank.

Die kennt auch sein Gegenüber noch gut - auch aus diesem Grund werden sich am Sonntag viele Augen auch auf Hannovers Trainer Mirko Slomka richten. Furcht vor dem Duell gegen seinen Ex-Club hat der Coach nach dem 2:1-Sieg in Kopenhagen, der das Tor zur Zwischenrunde für Hannover weit aufgestoßen hat, aber keine: "Wir haben gezeigt, dass wir zulegen können, und müssen keine Angst haben."

Wo bei Schalke Frust herrscht, regiert bei 96 die Lust. Der Sieg in Dänemark, die imposante Unterstützung auch in der Fremde durch rund zehntausend Fans, dazu die Tatsache, das Spiel gedreht zu haben - all das lässt die Niedersachsen mit breiter Brust auf den Tabellen-2. warten.

Besonderes Spiel für Pander

Zumal sich der Europapokal bislang stets eher als extremer Motivationsschub für die darauf folgenden Aufgaben in der Bundesliga erwiesen hat: Borussia Dortmund, Werder Bremen und auch Bayern München können davon ein Lied singen - alle Spitzenteams mussten die Punkte in der AWD-Arena lassen.

Entsprechend optimistisch geht nicht nur Slomka in die Partie, auch die Spieler strotzen trotz der Zusatzbelastung vor gesundem Selbstvertrauen. "Es wird schwer werden gegen die Schalker und wir werden alles hineinwerfen müssen", glaubt Lars Stindl, "aber wir haben ein gutes Gefühl und werden alles tun, um die Punkte in Hannover zu behalten."

Einer will dabei trotz des Schlages auf das Knie, den er in Kopenhagen erhalten hat, übrigens unbedingt mithelfen: Christian Pander brennt darauf, gegen seinen Ex-Club einen Sieg einzufahren: "Ich werde alles dafür tun, damit wir dieses Spiel gewinnen!"

Dietmar Nolte