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Lublin - Cup-Sieger: Hannover 96 hat sich nach einem Elfmeterkrimi im Finalspiel des "LOTTO Lubelskie Cup" gegen Gastgeber Lechia Gdánsk mit 5:3 durchgesetzt. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Stojan Vranjes hatte sein Team per Strafstoß zunächst in Führung gebracht (67.), Kenan Karaman glich kurz vor Ende aus (89.).

Während die 96er in der ersten Hälfte deutlich überlegen waren und zahlreiche Torchancen nicht nutzten, sah es im zweiten Durchgang lange so aus, als ob sie sich geschlagen geben müssten. Ein Tor von Karaman kurz vor Schluss brachte die Frontzeck-Elf ins Elfmeterschießen, dass sie unter anderem durch einen starken Samuel Radlinger für sich entscheiden konnte.

Doppelchance zu Beginn

96-Trainer Michael Frontzeck schickte in der ersten Hälfte dieselbe Elf aufs Feld wie tags zuvor gegen den AS Monaco (1:0). Die einzige Ausnahme war Keeper Samuel Radlinger, der anstelle von Philipp Tschauner, der im Halbfinale durchgespielt hatte, das Tor hütete. Bei Danzig standen mit Ariel Borysiuk und Antonio-Mirko Colak zwei ehemalige Bundesliga-Profis in der Startformation. Mit viel Offensivdrang startete Hannover 96 in die Partie und sollte gleich belohnt werden: Zunächst verpasste Sebastian Ernst das Rund nach einer Flanke, im zweiten Versuch zwang Artur Sobiech Keeper Marko Marić per Kopf zu einer Parade (3.). Anschließend gestaltete sich die Begegnung ausgeglichen. Der Gastgeber beschränkte sich zunächst auf Konter, fand im Laufe der ersten 20 Minuten aber immer besser ins Spiel. Dennoch konnten sich weder die Polen, noch unsere Roten gefährliche Torchancen erarbeiten. Distanzschüsse und Flankenbälle brachten auf beiden Seiten nichts ein.

Keeper Maric nicht zu überwinden

Andre Hoffman hatte nach einem Freistoß Edgar Pribs aus dem Halbfeld die zweite Großchance der Partie, schien aber selbst überrascht, dass der Ball bis auf den langen Pfosten durchrutschte. So landete das Leder direkt in den Armen von Torhüter Marić (27.). Fünf Zeigerumdrehungen später hatte der auffällig spielende Prib nach einem tollen Solo im Strafraum aus spitzer Position und kürzester Distanz die nächste Möglichkeit zur Führung, scheiterte aber ebenfalls am 19-jährigen Kroaten (32.), der von 1899 Hoffenheim an Danzig ausgeliehen ist. In der Folge verflachte das Finale zunehmend. Kurz vor Ende der ersten Hälfte hätte es aber fast noch geklingelt: Nach einem Zuspiel von Ernst traf Sobiech frei vor dem Tor nur den Pfosten (41.). So ging es torlos in die Kabinen.

Aluminium auf beiden Seiten im Weg

Nach Wiederanpfiff dasselbe Bild bei veränderter Mannschaft: Von Beginn an waren unsere Roten am Drücker, konnten die Chancen aber nicht nutzen. Zunächst landete ein Gülselam-Freistoß in der Mauer. Bei der darauffolgenden Ecke herrschte Unsicherheit im Strafraum. Gülselam nutze dies und zog ab, sein strammer Schuss wurde abgefälscht und das Leder sprang vom Lattenkreuz zurück, ehe die Gastgeber die Gefahr bereinigen konnten (53.). Im Gegenangriff kamen die Polen zu ihrer ersten Großchance der Partie: Nach einem Ausrutscher im Strafraum drosch Michal Zebrakowski das Rund ebenfalls ans Lattenkreuz (54.).

Elfmeter sorgt für Danziger Führung

Anschließend traute sich der Gastgeber mehr zu und spielte zielgerichteter nach vorne. Mit Erfolg: 96-Verteidiger Niclas Bahn hatte im Sprintduell das Nachsehen und verursachte mit einem Foul einen Elfmeter. Radlinger konnte den Schuss von Vranjes zunächst zwar glänzend parieren, klatschte den Ball aber nach vorne ab, sodass der Schütze das Leder im Nachschuss in Netz unterbrachte (67.). 96 reagierte in Person von Charlison Benschop mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, den Keeper Lukasz Budzilek jedoch entschärfte (71). In der Schlussphase der Partie waren die Rotenzwar bemüht, kam allerdings gegen gut gestaffelte Polen zu wenigen Torgelegenheiten. Als das Spiel zugunsten der Gastgeber auszugehen schien, machte Karaman den Danzigern dann noch einen Strich durch die Rechnung: Benschops Flanke landete genau beim 21-Jährigen, der zunächst zwar am Keeper scheiterte, das Rund aber im Nachschuss versenkte (89.).

Radlinger pariert zwei Elfer – Schulz im Glück

Kurz darauf war Schluss, sodass es beim Stand von 1:1-Unentschieden direkt ins Elfmeterschießen ging. Karaman scheiterte gleich zu Beginn vom Punkt, bevor Gülselam das Leder sicher im Netz unterbrachte. Anschließend hielt Radlinger mit einer Parade gegen Damian Garbacik seinen bereits zweiten Elfmeter der Partie. Daraufhin verwandelten auch Manuel Schmiedebach und Benschop. "Elfmeterkiller" Radlinger bewies gegen Hieronim Gierszewski abermals sein Können, bevor Christian Schulz den entscheidenden Elfmeter mit etwas Glück im Tor unterbrachte. Am Abend machen sich die Roten als glücklicher Turniersieger auf den Weg nach Hannover, ehe am Montag (10 Uhr) ein Regenerationslauf auf dem Programm steht.