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Köln – In der Champions League musste er eine schmerzliche Erfahrung machen: Auch ein Kunstschütze trifft nicht immer.  Nun richtet sich der Fokus von Hakan Calhanoglu auf das Top-Duell mit Schalke 04 am Samstag.

Im Hinspiel beim 1:0-Erfolg gegen Atletico Madrid noch als Siegtorschütze gefeiert, leistete sich der 21-Jährige im Rückspiel beim Spanischen Meister im Elfmeterschießen einen folgenschweren Fehlschuss, der letztlich zum Ausscheiden der Werkself im Achtelfinale der Königsklasse beitrug. „Ich wollte den Torwart ausgucken. Der Elfer war einfach schlecht geschossen“, sagte er hinterher selbstkritisch.

„Wollen das Sechs-Punkte-Spiel gewinnen“

„Hakan sollte seinen Fehlschuss schnell abhaken", meinte sein Trainer Roger Schmidt kurz und knapp. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht, denn am kommenden Spieltag steht die Auswärtsaufgabe beim Tabellennachbarn FC Schalke an, bei dem Leverkusen seinen momentanen Vorsprung von drei Punkten auf die Knappen weiter ausbauen könnte. „Das wird ein echtes Sechs-Punkte-Spiel. Wir wollen dort gewinnen und unseren Abstand auf die Konkurrenten vergrößern“, so Calhanoglu.

Technisch stark und selbstbewusst wie größtenteils während der bisherigen Saison will sich der gebürtige Mannheimer, den es nach einer Saison in Hamburg mit 11 Toren und 4 Assists in 32 Spielen von der Elbe an den Rhein gezogen hatte, dann wieder präsentieren. Wettbewerbsübergreifend (Bundesliga, DFB-Pokal und Champions-League inklusive Qualifikation 5/2/3) hat der Deutsch-Türke bislang 10 Tore im Bayer-Dress erzielt.

Freistoßkünste brachten Sieg im Hinspiel

Auch wenn Königsblau mit dem spektakulären 4:3-Erfolg bei Real Madrid (vor dem 2:2 bei Hertha BSC)  zuletzt für Furore gesorgt hat, sieht der fünffache türkische Nationalspieler keinen Grund, besonders zurückhaltend in die Partie zu gehen. „Madrid hatte gegen Schalke kein System. Das wird gegen uns anders aussehen. Wir agieren ganz anders und werden volles Pressing spielen. Schalke wird es gegen uns nicht so leicht haben“, sagt der Mittelfeldspieler, der in dieser Spielzeit unter anderem durch seine Freistoßkünste von sich reden machte. Drei seiner fünf Saisontore erzielte er, indem er den Ball auf direktem Wege ins gegnerische Tor beförderte. Beim 3:3 gegen Bremen, 5:1 gegen Köln und in der Hinrunde im Heimspiel gegen Schalke, als er in der 53. Minute vom linken Strafraumeck den Ball über die Drei-Mann-Mauer zum Tor des Tages in den Winkel zirkelte.     

Darauf angesprochen muss er kurz nachdenken: "Habe ich gegen Schalke einen Freistoß getroffen…?", fragt er, bis die Erinnerung an den 1:0-Hinspielsieg zurückkommt. Manche Erlebnisse im Fußball will man wohl lieber verdrängen. Ein Siegtor gegen Schalke müsste nicht unbedingt dazugehören.

Markus Hoffmann