ANZEIGE

Nürnberg - Timo Gebhart ist der prominenteste Neuzugang des 1. FC Nürnberg. Im Interview mit bundesliga.de erklärt der technisch versierte Mittelfeldmann, warum er von Stuttgart ins Fränkische gewechselt ist und berichtet nach dem kraftraubenden Trainingslager über die ersten Eindrücke bei seinem neuen Verein.

bundesliga.de: Herr Gebhart, Sie dürften froh sein, dass das Trainingslager in Oberstaufen bald vorbei ist, oder?

Timo Gebhart: Ja, das stimmt, die Einheiten dort waren schon schweißtreibend, aber das ist in der Vorbereitung ja eigentlich nie anders. Das ist ja auch richtig so.

bundesliga.de: Im Mittelpunkt standen also viele Laufeinheiten?

Gebhart: Das würde ich gar nicht einmal sagen. Wir haben auch schon viel mit dem Ball gearbeitet und sowohl im taktischen als auch im technischen Bereich trainiert. Jetzt bekommt jeder vier Tage frei, allerdings mit einem individuellen Trainingsplan, der abgearbeitet werden muss.

bundesliga.de: Das Spiel des 1. FC Nürnberg ist sehr laufintensiv. Da ist eine gute Physis fast schon eine Lebensversicherung für die kommende Saison.

Gebhart: Genau. Wobei der Fußball in den letzten Jahren generell viel athletischer geworden ist, nicht nur beim "Club". Wer physisch nicht auf absolutem Topniveau ist, bekommt automatisch Schwierigkeiten, die taktischen Vorgaben zu erfüllen.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison waren Sie noch Stuttgarter. Wie genau haben Sie die Entwicklung des FCN aus der Distanz mitverfolgt?

Gebhart: Ziemlich genau, würde ich sagen. Das ist eine Mannschaft, in der nicht nur das Läuferische eine große Rolle spielt. In der Rückrunde hat man auch gesehen, was für ein spielerisches Potenzial in unserem Team steckt.

bundesliga.de: Sie sehen den Wechsel nach Nürnberg also nicht als Rückschritt?

Gebhart: Aber auf gar keinen Fall. Ich habe schon beim ersten Gespräch mit Manager Martin Bader und Trainer Dieter Hecking gemerkt, dass das passt. Die beiden haben genaue Vorstellungen, wohin die Reise geht und haben mir vermittelt, welche Rolle ich dabei spielen kann. Ich habe vom ersten Moment an das Vertrauen gespürt. Das war mir ganz wichtig.

bundesliga.de: Hecking sagt, dass zwischen Platz 8 und 15 alles drin ist.

Gebhart: Kann ich mir gut vorstellen. Ich habe es aber in meinem bisherigen Fußballerleben immer so gehandhabt, dass ich wirklich von Spiel zu Spiel denke und mir nicht irgendwelche Endplatzierungen vornehme.

bundesliga.de: Hatten Sie denn schon die Gelegenheit, sich in Ihrer neuen Heimat ein wenig umzuschauen?

Gebhart: Ja, hatte ich. Die Nürnberger Altstadt ist natürlich toll. Überhaupt scheint jede Menge los zu sein. Und ich finde, man merkt auch in der Stadt, welche Rolle der "Club" im Leben der Leute spielt. Irre, wie viele Fans uns selbst bei den Testspielen unterstützen. Das fand ich gleich beeindruckend.

bundesliga.de: Nach der Trainingspause kommt Borussia Dortmund am kommenden Samstag nach Nürnberg - ein Freundschaftsspiel zu Ehren von Marek Mintal. Wissen Sie um seinen Status in Nürnberg?

Gebhart: Wir freuen uns alle auf das Spiel. Gegen den Deutschen Meister zu spielen, ist immer etwas Besonderes. Und Marek Mintal ist ein Name, der weit über Nürnberg hinaus bekannt ist. Er war Torschützenkönig, das muss man erst einmal schaffen. Er ist hier ein absolutes Idol, das habe ich in der kurzen Zeit hier schon gelernt.

Das Gespräch führte Christoph Ruf