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Freiburg - Der 1. FSV Mainz 05 steht nach dem Sieg in Freiburgkurz vor dem Klassenerhalt und will in den kommenden Spielen Planungssicherheit erlangen. Seine Offiziellen zelebrierten am Wochenende die Seelenverwandtschaft zum SC Freiburg.

Daniel Brosinski redete Klartext: "Die Freiburger haben uns nicht zur Entfaltung kommen lassen, es war schwer für uns, uns zu befreien." Der Rechtsverteidiger, der erneut einer der Besten bei den Rheinhessen gewesen war, konnte sich eine ehrliche Analyse des Spiels leisten. Schließlich hatte sein Team trotz der Freiburger Feldvorteile gewonnen und damit ein Merkmal ausgespielt, was in dieser durchwachsenen Saison ein echtes Qualitätsmerkmal der 05er: die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Glück gepaart mit Qualität

"Aus drei Chancen" hatte Mainz "drei Tore gemacht" (SC-Trainer Christian Streich). Shinji Okazaki (39./45.) und Yunus Malli (83.) sorgten damit für den Mainzer 3:2-Erfolg. Tore sind eben die einzige Währung, die im Fußball dauerhaft von Interesse ist. Und wenn eine Mannschaft aus wenigen Chancen viele Tore macht, ist das ein Gütesiegel. Das zumindest betonte 05-Trainer Martin Schmidt, der nach dem Spiel sichtlich erleichtert war. "Ich möchte schon die Qualität bei Kontern hervorheben", sagte er. "Das war nicht nur ein glücklicher, erkämpfter Sieg. Da haben Glück und Qualität zusammengefunden."

Ein Befund, der im Übrigen auch für die Defensive gilt, die sich alles in allem gut präsentierte. Nikolce Noveski, der damit zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz in der Rückrunde kam, und der etatmäßige Linksverteidiger Junior Diaz waren für den verletzten Niko Bungert und Stefan Bell in der Innenverteidigung eingesprungen. Und machten ihre Sache sehr gut. "Nikolce und Junior haben sich in alles reingeworfen", lobte Trainer Schmidt und Brosinski ergänzte: "Wir wissen immer, dass wir uns auf die beiden verlassen können."  

Goalgetter Okazaki

Zudem erzielte Doppeltorschütze Okazaki seine Saisontreffer elf und zwölf. Fast ein Drittel der 40 Mainzer Tore hat also der Japaner beigetragen, der Technik und Spielintelligenz an guten Tagen mit einer beachtlichen Cleverness vor dem Tor paart. "Wir brauchen nicht viele Chancen, um Tore zu machen", sagte der kritische Verteidiger Daniel Brosinski dann auch noch. "Zum Glück haben wir Shinji vorne, der uns in dieser Saison schon einige Siege beschert hat."

05-Präsident Harald Strutz war mit seiner Band "The rockin´stags" am Freitag bei einer vom SC organisierten Veranstaltung in Sachen Stadion-Neubau aufgetreten und hatte dort Klassiker wie "All right now" und "Satisfaction" von den Rolling Stones oder Joan Jetts "I love Rock’n’Roll" aufgeführt. Am Samstag verabschiedete er sich herzlich von SC-Boss Fritz Keller und Christian Streich. "Wir sind mit den Freiburgern freundschaftlich verbunden und wünschen ihnen alles Gute zum Klassenerhalt." Mainz und Freiburg seien die "Underdogs der Liga", das schweiße zusammen.

Und so schlecht stehen die Chancen ja auch gar nicht, dass in der kommenden Saison beide Vereine erstklassig spielen. Die 05er haben nun noch fünf Spieler, darunter drei Heimspiele, vor der Brust, in denen die noch fehlenden drei, vier Punkte geholt werden sollen, die zum Klassenerhalt reichen werden. Schon am Freitag kommt der FC Schalke 04 nach Mainz. Der erste Matchball zu Hause, ehe mit Hamburg und dem 1. FC Köln zwei Vereine vorstellig werden, gegen die die 05er favorisiert sind.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf