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Montpellier - Benedikt Höwedes hatte vor dem Spiel in Montpellier noch gefordert, dass der FC Schalke 04 "torgeiler" werden müsse. Auf dem Rasen sorgte der Kapitän der "Knappen" dann höchstpersönlich für Zählbares. Mit seinem zweiten Treffer in dieser Champions-League-Saison besorgte er die zwischenzeitliche Führung im Stadion Mosson. Da Arsenal in Piräus verlor, trübte der Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand die Freude über den Gruppensieg nicht.

"Wir hatten uns natürlich einen Sieg erhofft. Da wir die Gruppe gewonnen haben, können wir mit dem Unentschieden jedoch sehr gut leben", erklärte Höwedes nach dem Abpfiff im Interview mit bundesliga.de.

Er sprach auch über die Platzverhältnissein Montpellier, seinen "Torriecher", mögliche Gegner fürs Achtelfinale und das nächste Bundesliga-Spiel in Stuttgart.

bundesliga.de: Herr Höwedes, herzlichen Glückwunsch zum Gruppensieg. Zum Abschluss war das 1:1 in Montpellier noch einmal ein hartes Stück Arbeit und vielleicht am Ende auch ein wenig glücklich, oder?

Höwedes: Wenn man alleine die Schlussphase betrachtet, hatten wir vielleicht ein wenig Glück. Aber wir haben vor allem in der ersten Halbzeit fast keine Chance zugelassen und haben selbst gute Konter gefahren. Unsere Leistung war schon in Ordnung.

bundesliga.de: Und das bei den widrigen Platzverhältnissen.

Höwedes: Der Rasen war eine einzige Katastrophe. Das war unfassbar. Dafür haben wir unsere Sache wirklich gut gemacht. Wir waren sehr engagiert und dementsprechend lauffreudig und haben uns in das Spiel reingebissen.

bundesliga.de: Sie haben nach Ihren Treffer in Piräus im Auftaktspiel nun bereits Ihr zweites Tor in der "Königsklasse" erzielt. Und das in Manier eines Torjägers. Woher kommt dieser Killer-Instinkt?

Höwedes: Irgendwie habe ich einen Champions-League-Riecher. Denn in der Bundesliga habe ich in dieser Saison leider noch nicht getroffen. Ich wüsste zu gerne, womit das zusammenhängt. Aber vielleicht klappt es demnächst ja auch mal wieder in der Liga.

bundesliga.de: Auf wen oder was sind Sie nach dieser erfolgreichen Gruppenphase besonders stolz?

Höwedes: Da gibt es viele Sachen, die man hervorheben müsste. Aber dass wir ohne Niederlage Gruppensieger geworden sind, das macht einen schon stolz.

bundesliga.de: Real Madrid, AC Mailand oder FC Porto lauten die bislang feststehenden möglichen Gegner im Achtelfinale. Wie lautet Ihr Wunschlos?

Höwedes: Wir Spieler haben da ja keine Möglichkeit, darauf einzuwirken. Von daher mache ich mir auch keine Gedanken und nehme die Mannschaft so, wie sie kommt.

bundesliga.de: Bekommt Schalke durch das Spiel in Montpellier denn den gewünschten Rückenwind für die Bundesliga?

Höwedes: Wir hatten uns natürlich schon einen Sieg erhofft. Da wir die Gruppe gewonnen haben, können wir mit dem Unentschieden jedoch sehr gut leben. Ich bin zufrieden, fahre mit einem guten Gefühl nach Hause und auch mit einem guten Gefühl zum nächsten Bundesliga-Spiel nach Stuttgart.

bundesliga.de: Woran liegt es, dass Schalke in der Bundesliga auf fremden Platz nicht so erfolgreich spielt wie in der Champions League?

Höwedes: Manchmal fehlt einfach das Quäntchen Glück. Auch wenn die negative Serie nicht alleine darauf zurückzuführen ist. Bei uns läuft es derzeit nicht so rund, wie es zu Beginn der Saison der Fall war. Da ist vielleicht dem ein oder anderen Spieler ein wenig das Selbstvertrauen verloren gegangen. Dann funktionieren gewisse Rhythmen nicht so wie zuvor, so dass man sich erst alles wieder hart erarbeiten muss.

bundesliga.de: Gelingt in Stuttgart die Rückkehr auf die Erfolgsspur in der Bundesliga?

Höwedes: Wenn wir auswärts mal wieder in Führung gehen und die Tore machen, dann kommen das Glück und das Selbstvertrauen auch wieder von ganz alleine zurück. Und dann bleiben wir auch in der Bundesliga weiter oben dabei.

Das Gespräch führte Michael Reis