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München - Bei Bayer Leverkusen hat alles angefangen. In seinen zwölf Jahren in Reihen der "Werkself" machte Rene Adler die ersten 138 seiner 154 Bundeliga-Spiele und entwickelte sich zum Nationalspieler - nun kehrt der 27-Jährige zum Abschluss der Hinrunde erstmals mit dem Hamburger SV in die einstige Heimat zurück.

Währenddessen dürfte es gut 400 Kilometer weiter südlich nicht weniger emotional zugehen. Denn das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth empfängt den Tabellenvorletzten FC Augsburg zu einem echten Abstiegskrimi. Das und mehr bieten die fünf Partien des 17. Spieltags am Samstagnachmittag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) - bundesliga.de hat alle wichtigen Infos zusammengefasst.

Bei Rene Adler schlagen in diesen Tagen zwei Herzen in der Brust. "Selbstverständlich ist die Partie für mich etwas ganz Spezielles. Ich habe Leverkusen viel zu verdanken, der Verein wird immer einen Platz in meinem Herzen haben", sagte die Nummer 1 des HSV mit Blick auf das Duell mit seiner "alten Liebe" Bayer. Geschenke an die ehemaligen Kollegen will der Keeper neun Tage vor Weihnachten dennoch nicht verteilen. "Wieso sollten wir in Leverkusen nicht gewinnen? Wir wollen mit einem Erfolgserlebnis und einem guten Gefühl in die Pause gehen. Das wäre wichtig für die Psyche", sagte Adler: "Außerdem wollen wir die Hinrunde, die wir schlecht begonnen haben, möglichst gut beenden."

Sein Trainer warnte währenddessen vor der großen Stärke des Tabellenzweiten - dem Umschaltspiel: "Leverkusen hat eine starke Mannschaft, die sehr auf Konter bedacht ist. Dieses Konterspiel ziehen sie vor allem auch vor dem eigenen Publikum auf. Da müssen wir vorsichtig sein", meinte Thorsten Fink, dem Maximilian Beister nach auskurierter Muskelverletzung ebenso wieder zur Verfügung steht wie der nach einem Pferdekuss angeschlagene Per Skjelbred. Verzichten müssen die Rothosen weiterhin auf Marcell Jansen (Schulterverletzung), Petr Jiracek (Schambeinentzündung), Gojko Kacar (Knöchel-OP) und natürlich Superstar Rafael van der Vaart (Aufbautraining).

Bei Bayer sind die Personalsorgen allerdings noch größer, denn zu den langzeitverletzten Michal Kadlec, Karim Bellarabi und Daniel Schwaab hat sich am vergangenen Wochenende der angeschlagene Sidney Sam (Rückenprobleme) gesellt. Stefan Reinartz und Daniel Carvajal fehlen gelbgesperrt. Ferner steht hinter Ömer Toprak aufgrund einer Rückenblessur noch ein Fragezeichen. Leverkusen ist trotz der 2:3-Niederlage bei Hannover 96 mit 18 Punkten nach wie vor die beste Mannschaft der vergangenen acht Spieltage.



Schiedsrichteransetzungen

Acht Punkte, minus 17 Tore - mit dieser identischen Ausbeute haben die SpVgg Greuther Fürth und der FC Augsburg nach 16 Spieltagen die direkten Abstiegsplätze inne. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt momentan vier, der auf die Nichtabstiegszone bereits zehn Zähler. Der Stellenwert des direkten Duells ist daher kaum zu unterschätzen, denn es geht hier nicht nur um einen wichtigen Dreier, sondern mindestens genauso sehr um die Signalwirkung - ein Lebenszeichen muss her.

"Der großen Bedeutung des Spiels ist sich bei uns jeder bewusst", sagte "Kleeblatt"-Trainer Mike Büskens und Mittelfeldspieler Edgar Prib sprach sogar vom "wichtigsten Spiel" seiner Karriere. Allerdings fehlen dem Aufsteiger mit den gesperrten Thomas Kleine und Sercan Sararer gleich zwei Stammspieler, dazu gesellen sich die verletzten Issa Ndoye (Syndesmoseabriss) und Sebastian Tyrala (Kreuzbandriss).

Noch wesentlich angespannter sieht die Personallage bei den Gästen aus, bei denen neben den langzeitverletzten Paul Verhaegh, Simon Jentzsch und Dominik Reinhardt auch Sebastian Langkamp (Leistenprobleme) und Stephan Hain (Meniskusverletzung) definitiv ausfallen. Ungewiss sind die Einsatzchancen von Aristide Bance (Rückenprobleme), Marcel de Jong (Rippenprellung) und Matthias Ostrzolek nach überstandenem Muskelfaserriss.

FCA-Coach Markus Weinzierl erwartet aber dennoch "elf Kämpfer auf dem Platz, die alles dafür tun werden, die drei Punkte mit nach Augsburg zu nehmen".



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Mainz liegt nur zwei Punkte hinter dem VfB - und der steht derzeit auf Platz 6. Dementsprechend wittern die Rheinhessen schon die Chance, mit einem Dreier vorbeizuziehen und somit "aus einer guten Vorrunde eine sehr gute zu machen", sagte Trainer Thomas Tuchel, der neben den langzeitverletzten Niko Bungert und Maxim Choupo-Moting auch ohne die gesperrten Christian Wetklo und Nikolce Noveski auskommen muss.

Der 39-Jährige sieht sein Team in der Außenseiterrolle, den Ausschlag sollen daher hauptsächlich die größere Laufbereitschaft geben: "Wir haben Lust darauf, uns völlig zu verausgaben. Aktuell stehen wir mit unserem kleinen Kader schon am Anschlag, aber noch nicht drüber."

Personell sieht die Lage bei den Schwaben, die nach drei Siegen in Serie wohl nur mit 15 Spielern anreisen werden, allerdings kaum besser aus. Tim Hoogland wird an alter Wirkungsstätte voraussichtlich ebenso im Kader stehen wie Daniel Didavi, dafür fallen neben den langzeitverletzten Cacau und William Kvist (Mittelfußverletzung) auch Tunay Torun (Muskelfaserriss) und Shinji Okazaki sowie die gesperrten Gotuko Sakai und Serdar Tasci aus.

Trainer Bruno Labbadia erwartet eine Mainzer Mannschaft, die "sehr intensiv spielt und den Gegner unter Druck setzt." Sein Team fahre mit viel Selbsvertrauen nach Mainz, "trotzdem wir dürfen nicht glauben, dass es auch mit einem Schritt weniger gutgeht."



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Dass sich diese Paarung auf den Plätzen 14 und 4 abspielt, hätte vor dieser Saison wohl mancher Experte so getippt - nur vermutlich andersherum. Dennoch können sich die "Wölfe" zum Abschluss einer eher durchwachsenen Hinrunde mit einem Dreier gegen den starken Aufsteiger wenigstens etwas weiter ins Mittelfeld vorarbeiten.

Die Marschroute ist daher klar: "Wir müssen den Kampf vorgeben und vorleben, es reicht nicht einfach nur, dagegenzuhalten, wir müssen uns zeigen", sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner, dem nur die langzeitverletzten Vaclav Pilar und Patrick Helmes fehlen. Die angeschlagenen Ivica Olic und Diego können aller Voraussicht nach auflaufen, Christian Träsch kehrt nach seiner Ohren-OP in den Kader zurück.

Die Hessen, die die beste Hinrunde seit 19 Jahren spielen, müssen neben Angreifer Dorge Kouemaha (Erkältung) mit Martin Amedick, Heiko Butscher (Magen-Darm-Infekt) und Bamba Anderson (Bauchmuskel-OP) gleich drei Innenverteidiger ersetzen. Chefcoach Armin Veh setzt darum voll auf Angriff: "Wir werden uns nicht hinten reinstellen, auch auswärts nicht. Wir spielen mit und wenn es einen offenen Schlagabtausch gibt, sind wir bereit."

In der Saison 2009/10 stand der 51-Jährige übrigens selbst bei den Niedersachsen an der Seitenlinie, ein besonderes Spiel ist es für ihn aber trotzdem nicht: "Das ist lange her. Die Arbeit mit den Vereinsoberen war hervorragend, ich war einfach nur zum falschen Zeitpunkt dort."



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Der Weihnachtsbaum ist fast fertig geschmückt - es fehlt eigentlich nur noch die Spitze. Die Pflicht ist erfüllt, was nun folgt, ist eine Zugabe. So ungefähr könnte man die Situation vor dem Duell zwischen Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 umschreiben. Denn während der Aufsteiger bereits zehn beruhigende Punkte Vorsprung zur Abstiegszone hat, stehen für den Europapokal-Teilnehmer nach 16 Begegnungen schon genauso viele Zähler zu Buche wie nach der gesamten Hinserie der Vorsaison.

Aber auch die Fortuna ist heiß. "Wenn wir unser Konto noch aufbessern können, ist es eine gelungene Hinrunde", erklärte Trainer Norbert Meier. "Aber es ist klar, dass wir in dieser Partie nicht der Favorit sind." Der 54-Jährige, der auf den langzeitverletzten Bruno Soares, Jens Langeneke (Kniebeschwerden) und den gelbgesperrten Robbie Kruse verzichten muss, verlangte daher vor allem eine "gute Mannschaftsleistung". Für Kruse wird voraussichtlich Dani Schahin stürmen.

Denn 96 kommt nach dem 3:2 über Bayer Leverkusen mit Rückenwind ins Rheinland. Und obwohl es für die Gäste schon das 28. Pflichtspiel in dieser Saison ist, halten sich die Personalprobleme in Grenzen. Bis auf Leon Andreasen (Kreuzbandriss), Lars Stindl (Snydesmoseband) und Felipe (Hüft-OP) sind alle Mann an Bord.

"Wir haben die Chance, die Hinrunde positiv abzuschließen und daran setzen wir alles", meinte Chefcoach Mirko Slomka, der zum 101. Mal auf der 96-Bank sitzt und damit mit Dieter Hecking als Rekordcoach gleichzieht.



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