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15:40 Uhr und 46 Sekunden - im Südwesten der AWD-Arena aus Richtung Köln bricht die Sonne durch die Wolkendecke und strahlt ins Oval. Gleichzeitig entleert sich direkt über dem Stadion eine dunkle Wolke.

Gerade hatte Zoran Tosic das 1:0 für den 1. FC Köln erzielt - und passender als der Wettergott hätte auch kein Reporter die Situation der beiden Kontrahenten im Abstiegskampf beschreiben beschreiben können.

Das Bild aus der elften Minute stimmte auch nach dem Abpfiff durch Schiedsrichter Dr. Jochen Drees - lachende Kölner Fans, Tränen in den Augen der Anhänger der "Roten".

FC gewinnt "Endspiel"

4:1 hatten die "Geißböcke" durch weitere Treffer von Petit, Milivoje Novakovic per Elfmeter und erneut Tosic, der den 96ern in der 70. Minute den endgültigen K.o. versetzte, das so wichtige Spiel gewonnen. Das 1:4 durch Steven Cherundolo in der 81. Minute war nur Ergebniskosmetik.

Die unter der Woche zum "Endspiel" hochstilisierte Partie hatte einen klaren Sieger gefunden. Während für Hannover nach dem 1:1 des SC Freiburg bei 1899 Hoffenheim schwere Zeiten anbrechen, können die Kölner mit sieben Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16 etwas ruhiger in die letzten sechs Partien der Saison gehen.

"Haben Nervenstärke bewiesen"

"Wir sind in den letzten Wochen scharf kritisiert worden und haben heute die richtige Antwort gegeben", freute sich FC-Trainer Zvonimir Soldo über den Erfolg nach sieben Spielen ohne "Dreier". "Wir haben in diesem Endspiel Nervenstärke bewiesen."

Gerade die vermisste Mirko Slomka bei seiner Mannschaft: "Wir haben die ganze Woche auf diese Partie hingearbeitet - und nun so was", rang der Trainer der Niedersachsen nach Worten. "Genau vor Situationen wie die beim 1:0 durch Tosic hatte ich gewarnt. So viel Raum darf man ihm nicht lassen. Mit einem Sieg hätten wir den Relegationsplatz verlassen und die Kölner mit unten reinziehen können", haderte der 42-Jährige.

"Ein wichtiger Sieg"

"Es war ein sehr wichtiger Sieg", sagte der zweimalige Torschütze. "Ich freue mich gerade über mein erstes Tor. Das war enorm wichtig. Ich war überracht, wie viel Zeit ich hatte. So konnte ich in Ruhe beobachten, wie der Torwart reagiert".

"Es ist eine große Erleichterung, nach so vielen Spielen ohne Sieg mal wieder gewonnen zu haben", so der 22-Jährige weiter. Der Serbe weiß aber auch, dass das Abstiegsgespenst noch nicht vertrieben ist und man sich "auf dem Erfolg nicht ausruhen" darf: "Nun müssen wir im Heimspiel am nächsten Samstag nachlegen."

Dann kommt der Tabellenletzte Hertha BSC ins RheinEnergieStadion. "Das wird nicht einfach. Die kämpfen ums Überleben", weiß Tosic. Und auch wenn die "Wetterfrösche" kühle Ostern voraussagen, hoffen die "Geißböcke", dass im traditionell sonnenscheinreichen Rheinland über der Arena wieder die Sonne für sie strahlt.

Aus Hannover Jürgen Blöhs