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München - Die Bundesliga mischt Mario Gomez bereits wie selbstverständlich auf, nun stellt der Torjäger sogar die ganz Großen des Weltfußballs in den Schatten.

Sein Hattrick im Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel (3:2) brachte den Nationalspieler auf Augenhöhe mit Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona. Nur: Gomez benötigte für seine fünf Treffer weniger Minuten als der Weltfußballer für diese Ausbeute.

50 Minuten und 32 Sekunden vor Messi

328 Minuten und 52 Sekunden listet die Europäische Fußball-Union UEFA für Gomez in ihrer offiziellen Statistik auf. Messi spielte exakt 379 Minuten und 24 Sekunden bei gleicher Torzahl. Damit verbuchten die Rechenkünstler für den argentinischen Ausnahmefußballer 50 Minuten und 32 Sekunden mehr.

Nun ist ja Gomez' glänzende Form an sich keine Neuigkeit, schließlich erzielt er seit Wochen Tore am Fließband. Doch der Auftritt gegen Neapel hebt den "Torero" auf ein neues Level. Selbst Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hielt sich nicht mit Lobpreisungen zurück. "Ich habe ihn lange nicht so gut gesehen. Der Beifall der Leute ist ihm sicher", sagte der "Kaiser".

Ballack überflügelt

Die Rekordjagd des Mario Gomez endete am Mittwochabend mit folgenden Eckdaten: Champions-League-Tore Nummer 15, 16 und 17 - und damit Michael Ballack als besten deutschen Torschützen in der "Königsklasse" überflügelt. Innerhalb von 25 Minuten einen Hattrick produziert. Dies war in der Champions League zuvor keinem Deutschen gelungen. "Ein Hattrick in der Champions League, das bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars. Das passiert nicht oft, nicht einmal Spielern vom FC Barcelona. Kompliment!", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Und wie Gomez seine Tore machte! Einmal spielerisch elegant und mit wilder Entschlossenheit, einmal instinktiv und mit sicherem Gespür, einmal schmutzig und staubig in althergebrachter Strafraumwühlermanier. Ihn selbst stürzte dies nicht in Jubelstürme. "Ich bin derjenige, der vorne drinsteht und die Tore macht", sagte er lapidar und pflichtbewusst.

"Besser geht es nicht"

Das neue Niveau erreicht Gomez, weil er in dieser Saison defensiv mithilft wie noch nie zuvor. Sportdirektor Christian Nerlinger stellte explizit heraus, wie Gomez für die Mannschaft "gerackert und gekämpft" habe.

Und auch Trainer Jupp Heynckes betont vor allem diese Qualität, wenn er über seinen Top-Stürmer spricht. "Mario ist nicht nur wegen seiner Tore überragend, er arbeitet auch defensiv hervorragend. Besser geht es nicht", sagte er.