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Der prallvolle Terminkalender mit Spielen teilweise im Drei-Tages-Rhythmus stellt die Trainer oft vor Schwierigkeiten. Häufig klagen die Spieler und Verantwortlichen über hohe Belastung und fehlende Zeit zum Verschnaufen.

Doch vor dem Aufeinandertreffen von Schalke 04 und Hertha BSC Berlin (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) wird man von Fred Rutten und Lucien Favre keine derartigen Äußerungen hören.

Schalke vor dem UEFA-Pokal-Aus

Schließlich bietet sich sowohl dem niederländischen Trainer auf der Schalker Bank als auch dem Schweizer Fußballlehrer in Diensten der Hertha am 16. Spieltag die Chance, die Scharte der UEFA-Cup-Niederlage am Mittwoch auszuwetzen - getreu dem alten Reiter-Motto: Wer vom Pferd fällt, muss sofort wieder aufsitzen.

Die "Königsblauen" verloren bei Ruttens Ex-Verein Twente Enschede mit 1:2 und haben nur noch geringe Chancen, die Gruppenphase im internationalen Wettbewerb zu überstehen. Am letzten Spieltag sind sie spielfrei und müssen auf zwei Remis in den Partien Santander gegen Manchester City und Paris St. Germain gegen Enschede hoffen.

Berlin unterlag zuhause knapp dem türkischen Vertreter Galatasaray aus Istanbul, hat sein Schicksal aber immerhin noch selbst in der Hand: Mit einem Sieg in der kommenden Woche bei Olympiakos Piräus können die Herthaner im UEFA-Pokal überwintern.

Rutten fordert "harte Arbeit"

Auf Schalke ist die Lage nach fünf Niederlagen in den jüngsten sechs Pflichtspielen angespannt, von den hochgesteckten Erwartungen vor der Saison sind die "Knappen" mit Tabellenplatz 9 derzeit weit entfernt.

"Ich glaube es nicht nur, ich bin überzeugt davon, dass wir da rauskommen, durch sehr harte Arbeit", sagt Rutten, der aber auch weiß: "Ruhe kommt nur, wenn Siege kommen." Ein Blick auf die Statistik dürfte den Niederländer beruhigen. Den letzten Erfolg auf Schalke feierten die Berliner vor vier Jahren, "Königsblau" entschied vier der jüngsten fünf Duelle für sich, erst drei Mal überhaupt konnte Hertha im Pott gewinnen.

Berlin mit vier "Deiern" in Serie

Doch die Hauptstädter reisen trotzdem mit breiter Brust nach Gelsenkirchen. Nach vier Bundesliga-Siegen in Folge grüßen die Berliner von Rang 3, unter günstigen Umständen ist sogar noch die Herbstmeisterschaft drin.

Hertha-Trainer Favre erwartet jedoch einen starken Gegner "mit viel Power". Die besondere Stärke der Schalker hat der Schweizer bereits ausgemacht: "Sie sind gefährlich, und sehr gefährlich bei Standards."

Die Entwicklung des Tabellenneunten in den vergangenen Wochen habe für die Berliner aber keine Bedeutung, wie Herthas Vorsitzender der Geschäftsführung, Dieter Hoeneß betont. "Das ist unwichtig für uns." Was dagegen wichtig ist, sind die eigenen guten Tugenden. "Die müssen wir wieder abrufen, dann haben wir eine Chance", so Hoeneß.

Chahed muss passen

Ohne Chance auf einen Einsatz ist Berlins Sofian Chahed. Der Rechtsverteidiger wird wegen eines Muskelfaserrisses wohl für die verbleibenden Spiele ausfallen. "Es kann sein, dass er dieses Jahr nicht mehr spielen wird", sagte Favre.

Auch der Einsatz von Stürmer Marko Pantelic ist ungewiss. Alle weiteren Profis stehen zur Verfügung, auch Maximilian Nicu also, der nach seiner Grippeerkrankung am Sonnabend wieder auflaufen kann. Bei den Schalkern fehlt lediglich Albert Streit, der aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht mitwirken kann.