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Köln - Erster gegen Zweiter: Erstmals seit über 40 Jahren treffen Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern München wieder als Spitzenduo der Bundesliga aufeinander - und es ist das Duell zweier echter Topteams.

Denn neben der TSG 1899 Hoffenheim und dem 1. FSV Mainz 05 sind beide Kontrahenten in dieser Saison noch ungeschlagen (Infografik: "Die Unbesiegten") - für Bayern-Fans keine allzu große Überraschung, für die Anhänger der Fohlen aber wohl schon, schließlich gelang es der Borussia zuletzt vor 44 Jahren, die ersten 13 Pflichtspiele einer Saison nicht zu verlieren. Damals (1970/71) baute man diese Serie sogar auf 17 Pflichtspiele aus, wurde am Ende unter Hennes Weisweiler Deutscher Meister.

Ein echter Evergreen

Ohnehin ist das Duell FCB gegen BMG ein echter Evergreen. In den neun Jahren von 1969 bis 1977 wurden nur die Bayern (1969,1972,1973,1974) und Mönchengladbach (1970, 1971, 1975, 1976, 1977) Deutscher Meister. Seitdem distanzierten die Münchener das Team vom Niederrhein allerdings deutlich: Während die fünfte Meisterschaft der Borussia 1977 (Foto: Berti Vogts (l.) und Uli Hoeneß im Duell 1977) bis heute gleichzeitig auch die letzte ist, stiegen die Bayern mit 19 nationalen Titeln seit 1979 zum Rekordmeister auf.

Dennoch tut sich der auch aktuelle Deutsche Meister gegen die Borussia traditionell schwer. Nur gegen fünf Mannschaften gewann der FC Bayern weniger als die Hälfte aller Bundesliga-Spiele - darunter Mönchengladbach. Außerdem spielten die Bayern in ihrer Historie nur gegen die Borussia aus Dortmund (28-mal) häufiger remis, als gegen die vom Niederrhein (27-mal).

Zuhause eine Macht gegen die Bayern

Auch in der jüngeren Geschichte beider Teams stehen die Fohlen im Vergleich mit den Bayern besser da als die meisten anderen Bundesligisten. München gewann "nur" vier der letzten neun Bundesliga-Spiele gegen Mönchengladbach (drei Remis, zwei Niederlagen), deren Coach Lucien Favre sogar von seinen ersten acht Bundesliga-Spielen gegen den Rekordmeister nur drei verlor. Relativierend muss hier allerdings erwähnt werden, dass die letzten drei Duelle beider Teams an den FC Bayern gingen.

Trotzdem: Die Borussia ist gerade im eigenen Stadion gegen den FC Bayern eine Macht. Seit dem Jahrtausendwechsel verlor man in der Bundesliga nur drei der zwölf Heimspiele gegen München (auch insgesamt nur elf von 46 / Zum Statistik-Teamvergleich).

Top-Werte und Top-Torhüter

In der aktuellen Saison ist an beiden Teams zumindest kein Vorbeikommen. Sie haben nicht nur die wenigsten Gegentore (FCB 2 / BMG 4) aller 18 Teams kassiert und die zweitmeisten Großchancen kreiert (beide 15), sie haben auch die beiden besten Torhüter der aktuellen Saison in ihren Reihen (Infografik: Yann Sommer vs. Manuel Neuer).

Während man von Manuel Neuer starke Leistungen seit langem gewohnt ist, ist der Bundesliga-Einstand von Yann Sommer schon bemerkenswert. Von Marc-Andre ter Stegen spricht in Mönchengladbach fast keiner mehr. Der Gladbacher hat ligaweit die beste Quote an abgewehrten Torschüssen (88,6 Prozent), der Münchener blieb am häufigsten ohne Gegentor (in der Bundesliga zuletzt sechs Mal in Folge).

Das Gipfeltreffen der Bundesliga

Pep Guardiola und Lucien Favre haben außerdem für Disziplin und Konzentration in ihren Reihen gesorgt: 16 der 18 Bundesliga-Clubs haben in dieser Saison mindestens einen Gegentreffer nach einem Ballverlust im Spielaufbau kassiert; außer Bayern und Mönchengladbach, die gleichzeitig zu den fairsten Teams der Bundesliga gehören. Die Borussia sah erst elf Gelbe Karten, der FC Bayern sogar erst vier (beide kein Platzverweis) - die Münchner begingen zudem die wenigsten Fouls.

Das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München ist in diesem Jahr also nicht nur der Evergreen, der aufgrund der turbulenten Historie beider Teams in den 70er Jahren für Aufmerksamkeit sorgt. Am Sonntagabend (ab 17 Uhr im Liveticker) findet das Gipfeltreffen der Bundesliga statt, in dem die beiden aktuell besten Teams gegeneinander antreten.

Dennis-Julian Gottschlich und Tobias Anding