ANZEIGE

Nach nur einem Punkt aus drei Spielen und einer Null auf dem eigenen Torkonto platzte am vergangenen Wochenende endlich der Knoten bei Hannover 96. Gleich fünf Tore erzielten die Niedersachsen bei ihrem ersten Saisonsieg.

Zwei Mal erfolgreich im Spiel gegen Mönchengladbach war Jan Schlaudraff. Der Stürmer kam im Sommer mit großen Ambitionen vom FC Bayern München, bei dem er zwar Titel sammelte, aber wenig Einsatzzeit bekam.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Schlaudraff über seine Erfahrungen beim Rekordmeister, den Konkurrenzkampf im 96er-Sturm und das Spiel gegen Leverkusen (ab 20 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

bundesliga.de: Herr Schlaudraff, Hannovers Torflaute hat ein Ende. Wie wichtig war der Sieg gegen Mönchengladbach?

Jan Schlaudraff: Wir haben als Mannschaft gezeigt, dass wir Qualität haben. Das war wichtig für das Selbstbewusstsein.

bundesliga.de: Gibt es den 96ern einen zusätzlichen Schub, dass gleich so viele Tore gefallen sind?

Schlaudraff: Natürlich - so ein klarer Sieg ist vor allem auch gut für die Stimmung in der Mannschaft.

bundesliga.de: Sie selbst waren zwei Mal sehr sehenswert erfolgreich. Es waren Ihre ersten Bundesliga-Treffer seit dem 17. März 2007. Damals trafen Sie für Aachen gegen Bielefeld. Nimmt das auch eine gewisse Last von Ihnen?

Schlaudraff: Als Neuzugang wird man immer besonders beachtet, das ist normal. Und da helfen Tore natürlich. Aber wichtiger ist, dass wir als Mannschaft noch besser werden.

bundesliga.de: Sie kamen vor der Saison vom FC Bayern München. Dort haben Sie in einer Spielzeit nur vier Mal in der Bundesliga auf dem Feld gestanden. Was haben Sie mitgenommen aus München - neben den Titeln?

Schlaudraff: Man kann sich auch im Training viel abschauen und persönlich habe ich viel gelernt.

bundesliga.de: Wie verstehen Sie sich mit den anderen Stürmern in Hannover und wie groß ist der Konkurrenzkampf untereinander? Schließlich sind auch Mikael Forssell und Mike Hanke Angreifer auf internationalem Niveau.

Schlaudraff: Ein gesunder Konkurrenzkampf schadet nie und es macht Spaß mit solchen Leuten zusammen zu spielen. Gegen Gladbach hat ja gerade auch die Zusammenarbeit mit Mikael Forssell sehr gut geklappt.

bundesliga.de: Der erste "Dreier" ist im Kasten. Doch die kommenden Aufgaben sind unheimlich schwer. Hannover spielt an den kommenden fünf Spieltagen gegen Leverkusen, den FC Bayern, Dortmund, Hoffenheim und Bremen. Mit wie viel Selbstbewusstsein gehen Sie und Ihr Club an diese Spiele?

Schlaudraff: Wir müssen immer versuchen, unser Potenzial abzurufen. Dann ist es auch möglich, gegen Top-Gegner zu punkten.

bundesliga.de: Jetzt geht es nach Leverkusen. Bayer hat eine gefährliche Offensive, ließ aber auch schon acht Gegentore zu. Wie wird Hannover diese Partie angehen?

Schlaudraff: Hinten gut stehen und vorn gefährlich kontern.

bundesliga.de: Es ist auch das Duell der derzeit vielleicht besten Torhüter in Deutschland. Über Rene Adler werden Sie sicher nach dem kommenden Wochenende etwas sagen können. Aber was sind die Stärken eines Robert Enke?

Schlaudraff: Robert ist einfach konstant gut, hat hervorragende Reflexe, strahlt Ruhe aus, hat viel Erfahrung. Ich bin sehr froh, dass er bei uns im Tor steht.

bundesliga.de: Dieter Hecking holte Sie zum Jahreswechsel 2004/05 nach Aachen. Ist er der Mann, unter dem Sie am meisten gelernt haben? Und was zeichnet ihn als Trainer und Mensch aus?

Schlaudraff: Ja, unter ihm habe ich am meisten gelernt. Er ist einer, der sich auch immer weiter entwickeln will und das zeichnet ihn aus.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz