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Hamburg - Nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südafrika war die Enttäuschung in Schweden groß. Die sportliche Konsequenz kam nicht überraschend: Nach fast 13 Jahren machte Lars Lagerbäck den Trainerstuhl frei.

Und mit dem neuen Coach Erik Hamren pfiff sofort eine frischer Wind durchs Team. Mit jungen Spielern wollen die Schweden an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen. Das Freundschaftsspiel gegen Deutschland (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) kommt da gerade richtig, um weiter die nötige Erfahrung zu sammeln. "Die Mannschaft muss noch viel lernen", erklärte der ehemalige Bundesliga-Profi Martin Dahlin im bundesliga.de-Interview.

Das Potenzial ist bei den Schweden auf jeden Fall vorhanden. bundesliga.de stellt Ihnen die wichtigsten Spieler der Skandinavier vor.

Andreas Isaksson

Wenn es eine Konstante im Team der Schweden gibt, dann ist es die Position des Torhüters. Andreas Isaksson ist seit 2003 die Nummer eins. Im Konzert der weltbesten Torhüter wird sein Name zwar meist nicht genannt, doch passt genau das zu seiner Art, Fußball zu spielen. Isaksson verrichtet unauffällig seine Arbeit, fällt nicht auf, leistet sich aber auch nur selten Fehler. Beim PSV Eindhoven ist der 29-Jährige seit der Saison 2008/09 gesetzt. Zuvor versuchte er sein Glück auf der Insel bei Manchester City. Verletzungen warfen ihn dort aber immer wieder zurück. So ganz sicher darf sich Isaksson bei den Schweden aber nicht mehr sein. Denn in den Medien wird immer wieder der Einsatz von Kopenhagens Johan Wiland gefordert, der Isaksson in der EM-Quali gegen Ungarn (wurde für Isaksson eingewechselt) und San Marino vertrat.

Andreas Granqvist

Andreas Granqvist gehört zu der neuen Generation Innenverteidiger. Stark im Zweikampf, stark im Spielaufbau. "Granqvist ist hart am Mann, dazu technisch aber sehr versiert", stellt Martin Dahlin die Vorzüge Granqvists heraus. Mit seinen 1,92 Meter ist Granqvist in der Luft zudem nur schwer zu bezwingen. In der EM-Quali traf er schon zwei Mal. Nach der verletzungsbedingten Absage von Routinier Olaf Mellberg muss Granqvist nun gegen Deutschland beweisen, dass er die Abwehr der Schweden führen kann. In Groningen gelingt ihm das schon sehr gut.

Pontus Wernbloom

Pontus Wernbloom gilt als eines der größten Talente in Schweden. Der Mittelfeldspieler vom AZ Alkmaar war auch einer der großen Nutznießer des Trainerwechsels. Beim Auftaktspiel in der EM-Qualifikation gab Wernbloom sein Debüt in der Startelf und krönte seine tolle Leistung gleich mit einem "Doppelpack". "Pontus ist ein sehr kompletter Mittelfeldspieler", lobt Dahlin den 24-Jährigen. Besonders hervorzuheben ist, dass Wernbloom immer den direkten Weg zum Tor sucht, dabei seine Mitspieler aber nie außer Acht lässt. In Schweden wurde Wernbloom zum besten Mittelfeldspieler 2010 gewählt.

Ola Toivonen

Wenn nach schwedischen Stürmern gefragt wird, fällt meist nur ein Name: Zlatan Ibrahimovic. Der Star des AC Mailand hat sich aber für das Deutschland-Spiel eine Auszeit genommen. Die Chance für Ola Toivonen, sich weiter in den Vordergrund zu spielen. Der 24-Jährige ist zwar im Sturm gesetzt, steht aber häufig im Schatten von Ibrahimovic. Sein Können stellte Toivonen medienwirksam bei der U21-EM in Schweden unter Beweis. Und auch beim PSV Eindhoven trifft er fast nach Belieben. Kein Wunder, dass die Top-Clubs um die Dienste des Technikers buhlen. Zumal Toivonen variabel auch im Mittelfeld eingesetzt werden kann.

Erik Hamren

Es sind große Fußstapfen, in die Erik Hamren treten musste. Lars Lagerbäck hatte Jahre lang den Weg der schwedischen Nationalmannschaft geprägt. Nun also Hamren. Die Hoffnungen der Schweden sind groß, dass der 53-Jähirge die "Blågult" wieder in die europäische Spitze führt. Die Vorraussetzungen dafür hat er. "Hamren denkt immer positiv und er kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen", beschreibt Dahlin den ehemaligen Trainer vom Rosenborg Trondheim. Beim norwegischen Rekordmeister hat Hamren noch bis August parallel als Vereinstrainer gearbeitet. Nun kann er sich aber voll auf die schwedische Nationalmannschaft konzentrieren.


Michael Reis

Martin Dahlin im Interview