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Köln - Trotz seines guten Debüts in der deutschen Nationalmannschaft war die Gefühlswelt von Karim Bellarabi am Samstagabend sehr gemischt: Einerseits spielte er sehr auffällig und war stolz auf seine Premiere, andererseits haderte er mit seinen vergebenen Chancen und der historischen Niederlage des DFB-Teams.

Immerhin seiner Mutter konnte Bellarabi noch eine große Freude machen. "Meiner Mama schenke ich mein erstes Nationaltrikot, darüber wird sie sich sehr freuen. Schließlich ist sie mitverantwortlich dafür, dass ich für Deutschland spiele", sagte der 24-Jährige mit süß-saurer Miene nach seinem Länderspieldebüt (DFB-Stars in der Einzelkritik).

"Es tut mir leid für die Mannschaft. Ich hätte mindestens zwei Tore machen müssen", sagte der offensive Mittelfeldspieler selbstkritisch und niedergeschlagen zugleich angesichts seiner vier guten Chancen in der 38., 68., 79. und 87. Minute (Bilder des Spiels).

Lob von Löw und den Kollegen

Dass er erstmals das Trikot mit den vier Sternen trug, war dem Deutsch-Marokkaner zuvor nicht anzumerken. "Natürlich war ich aufgeregt, als mir der Bundestrainer gesagt hat, dass ich von Beginn an spiele. Aber auf dem Platz habe ich keine Nervosität mehr gespürt und mein Ding gemacht."

Und Joachim Löw zeigte sich zufrieden mit Bellarabis Leistung. "Mit Karim bin ich zufrieden. Er ist immer besser ins Spiel gekommen, hatte immer bessere Aktionen. Er hat für das erste Länderspiel wahnsinnig agil und aktiv gespielt. Im Laufe des Spiels hat er es immer besser gemacht - und er war auch gefährlich nach vorne", lobte der Bundestrainer den 73. Debütanten in seiner Ära.

Auch die Kollegen äußerten sich sehr positiv über den Auftritt des Senkrechtstarters dieser Saison. "Er hat einen starken und erfrischenden Eindruck hinterlassen", urteilte Toni Kroos. Ersatzkapitän Manuel Neuer befand: "Er hat für sein erstes Spiel eine richtig gute Partie gemacht. Schade, dass er seine Leistung nicht mit einem Tor gekrönt hat."

Teammanager Oliver Bierhoff stellte Bellarabi gleich den nächsten Einsatz in Aussicht: "Das war ein starker Auftritt, aber Karim hat sich leider nicht belohnt. Das kann er gegen Irland nachholen." Am Dienstag trifft die DFB-Elf in Gelsenkirchen auf die Iren. Mit einem sehr motivierten Karim Bellarabi, der danach rundum glücklich sein will: "Jetzt müssen wir gegen Irland gewinnen. Dabei ist ganz egal, wer die Tore schießt."

Patrick Eckholt