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Köln/Frankfurt - Für Karim Bellarabi könnte "ein Traum in Erfüllung gehen." Der Stürmer von Bayer 04 Leverkusen ist erstmals von Bundestrainer Joachim Löw zur Deutschen Nationalmannschaft berufen worden. In den Qualifikationsspielen am Samstag in Warschau gegen Polen (am Samstag um 20:30 Uhr im Live-Ticker) und am Dienstag in Gelsenkirchen gegen Irland darf sich der Neuling berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen.

"Für mich ist schon die Einladung in den Kreis des Teams eine Belohnung, ein Einsatz würde das Ganze krönen", sagt Bellarabi in einem Interview mit "dfb.de". Die Chancen auf ein Debüt im Trikot der Nationalelf stehen dabei nicht schlecht. Nach den Weltmeistern Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes sowie Topstars wie Marco Reus und Mario Gomez hat sich gestern auch Mesut Özil mit einer Knieverletzung von der Nationalmannschaft abgemeldet. André Schürrle ist zudem angeschlagen. "Karim Bellarabi hat sich durch hervorragende Leistungen in seinem Verein diese Chance verdient. Er ist unglaublich stark im Eins-gegen-Eins und eine hervorragende Alternative in unserer Offensive", sagt Jogi Löw über den jungen Deutsch-Marokkaner.

"Tolle Erfahrung mit den weltbesten Spielern"

Der fühlt sich im Kreise der Nationalspieler wohl. "Ich bin von allen gut aufgenommen worden, das gesamte Team, die Sportliche Leitung und der Betreuerstab waren sehr offen und herzlich", sagt Bellarabi, der in bisher 51 Bundesliga-Spielen für Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Braunschweig sieben Tore erzielt hat. Und fügt an: "Fußballer verstehen sich immer, und hier bei der Nationalmannschaft gilt das ganz besonders." Beeindruckt zeigt sich der 24-Jährige indes über die hohe Qualität der Mitspieler: "Beim Weltmeister spielen viele der weltbesten Spieler, für mich ist es eine tolle Erfahrung, mit ihnen auf dem Platz zu stehen."

Dass er einmal zu diesem Kreise gehören würde, "hätte ich vor zwei, drei Monaten noch nicht gedacht", gibt Bellarabi offen zu. Doch gerade seine starken Leistungen in den ersten Spielen bei Bayer, in denen er bei sieben Bundesliga-Einsätzen drei Tore erzielte und vier Vorlagen gab, haben Löw nachdrücklich auf ihn aufmerksam gemacht. Entscheidend für seinen Leistungsschub sei dabei Bayer-Trainer Roger Schmidt gewesen, erklärt Bellarabi: "Ich habe unter ihm vor allem gelernt, im System auch defensiv zu arbeiten. Die Vorbereitung mit Bayer war sehr wichtig, ich denke, dass ich zuletzt noch einmal einen Sprung gemacht habe." Für die U21-Nationalelf hat der Sohn eines Marokkaners und einer Deutschen schon fünf Länderspiele bestritten. Nun sollen auch Einsätze im A-Nationalteam folgen.

Tobias Schild