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Andreas Herzog ist Ex-Werderaner und Österreicher - klar, dass er vor dem Euro-League-Spiel zwischen Austria Wien und Werder Bremen (Do., ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) als Experte besonders gefragt ist.

Auf der Webseite von Werder Bremen spricht der U21-Nationaltrainer Österreichs über das reizvolle deutsch-österreichische Duell.

Frage: Herr Herzog, werden Sie im Stadion sein, wenn Ihr Ex-Club Werder am Donnerstag in Ihrer Heimat bei Austria Wien antritt?

Andreas Herzog: Nein, das ist leider nicht möglich, da ich bei den Europa-League-Spielen als Experte für den Fernsehsender Sky arbeite. Ich werde das Spiel im Studio in München sehen.

Frage: Die Austria hat in der österreichischen Bundesliga gerade durch einen 1:0-Sieg gegen Meister Red Bull Salzburg aufhorchen lassen, ist nach Punkten mit dem Tabellenführer gleichgezogen. Auf was für einen Gegner muss Werder sich gefasst machen?

Herzog: Die Austria hat gegen Salzburg sehr gut gespielt. Sie hat aber das Problem, dass ihre beiden besten Stürmer (der Österreicher Rubin Rafael Okotie und der Tscheche Tomas Jun, d. Red.) für mehrere Monate verletzt sind. Im Mittelfeld haben sie momentan ihre gefährlichsten Spieler: Milenko Acimovic und Zlatko Junuzovic, der auch zuletzt das Siegtor gegen Salzburg geschossen hat.

Frage: Wie beurteilen Sie die erfolgreiche Entwicklung bei Werder in dieser Saison?

Herzog: Die Mannschaft ist auf jeden Fall kompakter geworden, ihr Spiel ist nicht mehr so abhängig von einem Spieler wie Diego, der alles überstrahlt hat. Man konnte nicht erwarten, dass Mesut Özil direkt in seine Fußstapfen tritt. Seine Leistung finde ich umso überraschender nach so einer langen Saison und der tollen U21-Europameisterschaft. Auch in der Nationalmannschaft ist er ja schon ein wichtiger Spieler. Aber Werders Plus ist, dass sie nicht nur Özil haben, sondern mit Spielern wie Hunt, Marin und Pizarro viele Möglichkeiten in der Offensive besitzen. Dass die Defensive gestärkt wurde, ist ein zweiter wichtiger Faktor ihres Erfolgs.

Frage: Wie sieht es mit Ihrem Kontakt nach Bremen aus?

Herzog: Seit ich die österreichische U21 trainiere, ist es etwas weniger geworden. Vorher, als Co-Trainer der Nationalmannschaft, hatte ich natürlich häufiger mit Sebastian Prödl und Martin Harnik zu tun. Aber es ist immer schön in Bremen zu sein, ich habe dort noch viele Freunde.

Frage: Ihr Tipp fürs Spiel in Wien?

Herzog: Vom Papier ist Werder der Favorit und auch in der besseren Ausgangsposition. Die Bremer haben schon sechs Punkte, sie müssen im Gegensatz zur Austria nicht unbedingt gewinnen. Einiges wird davon abhängen, ob sie mit ihrer Bestbesetzung antreten oder ob Thomas Schaaf vielleicht dem einen oder anderen Spieler eine Verschnaufpause gönnt. Die Austria ist gut drauf, hat aber Personalsorgen. Deshalb sage ich: Werder hat das Zeug in Wien zu gewinnen, aber es wird kein leichter Weg.

Frage: Und wem drücken Sie die Daumen?

Herzog: Einerseits bin ich Österreicher und Patriot, andererseits bin ich in Bremen nie so beschimpft worden wie in Wien von den Fans der Austria. Das lag natürlich daran, dass ich vom Stadtrivalen Rapid komme und dort auch lange gespielt habe. Ich sag es mal so: Mein Herz hängt an meinen Ex-Vereinen, an Werder und Rapid.