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Während die mitgereisten Fans noch 20 Minuten nach Spielende "Oh, wie ist das schön" sangen, blickte Trainer Michael Frontzeck ohne sichtbare Emotionen auf die ausgedruckte Bundesligatabelle.

"Elf Punkte aus elf Spielen sind ja noch kein Grund, jubelnd durch Mönchengladbach zu laufen", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem unerwarteten 3:2 (1: 1)-Auswärtssieg beim Hamburger SV, "aber dass wir unsere Negativserie gestoppt haben, ist schon etwas befreiend."

"Diesen Sieg haben wir dringend gebraucht"

Sechs Spiele hintereinander war seine Mannschaft zuvor in der Bundesliga sieglos geblieben und dadurch in der Tabelle von Rang fünf auf Platz 15 abgestürzt. Abstiegsgefahr am Alter Markt, trotzdem aber hatte das Gerede von den "Gesetzen des Geschäfts" und einer Trainerdiskussion nicht laut vernehmbar begonnen. Dennoch war der Dreier jetzt für die Gladbacher und ihren Coach natürlich unglaublich wichtig. "Es ist der Sieg, den wir dringend gebraucht haben", sagte Mittelfeldspieler Michael Bradley.

Die kommenden Aufgaben gegen den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und Bayern München sind schließlich auch nicht ohne. "Die Vorbereitung auf Stuttgart sieht mit mehr Selbstvertrauen jetzt natürlich ein bisschen anders aus", meinte Frontzeck, "das heißt aber nicht, dass wir den VfB jetzt überrollen. "

Belohnung für gute Leistungen

Schon bei der 1:2-Niederlage beim deutschen Meister VfL Wolfsburg vor 14 Tagen trat die Mannschaft ähnlich geschlossen auf wie am Samstag in Hamburg. Damals spielte sie aber ihre Konterchancen noch nicht konsequent zu Ende. Diesmal wurden sie für ihre Arbeit belohnt. "Am meisten hat mich gefreut, dass wir trotz des zweimaligen Rückstandes immer einen klaren Kopf und unsere Ordnung behalten haben", erklärte Frontzeck.

Marco Reus (39.) und Dante (76.) glichen zweimal Rückstände durch Piotr Trochowski (13.) und Ze Roberto (48.) aus, bevor Joker Rob Friend (82.) zum ersten Gladbacher Sieg in Hamburg seit 14 Jahren traf. "Das war fantastisch, ein Verdienst des ganzen Teams", erklärt er kanadische Torjäger, "in dieser Gruppe stimmt's, toll, mit wie viel Selbstvertrauen wir gespielt haben."

Friend zurück in die Stammelf?

Für Friend war der Treffer auch ein ganz persönliches Erfolgserlebnis. Nach einer fünfmonatigen Verletzungspause hatte er seinen Stammplatz verloren und wurde von Frontzeck seit dem fünften Spieltag bislang sechsmal nur als Joker eingewechselt. Jetzt scheint der Durchbruch gelungen zu sein.