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Leverkusen - Bayer Leverkusen hat sich dank Manuel Friedrich erstmals seit 2004 wieder für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Der Abwehrspieler erzielte in der Nachspielzeit den 2:1 (0:0)-Siegtreffer gegen den viermaligen englischen Meister FC Chelsea.

Damit löste die "Werkself" vorzeitig das Ticket für die nächste Runde und setzte sich vor seinem letzten Spiel am 6. Dezember beim belgischen Champion KRC Genk zudem auch an die Tabellenspitze der Gruppe E.

Völler: "Einfach unglaublich"

Im 100. Europacupspiel von Michael Ballack erzielten der "Joker" Eren Derdiyok (73.) und Friedrich (90.+1) die Tore für den deutschen Vizemeister. Didier Drogba (48.) hatte Chelsea in Führung gebracht.

"Wir freuen uns natürlich riesig. Alle Spieler haben riesig gekämpft und wir sind verdient im Achtelfinale", sagte Sportdirektor Rudi Völler: "Der Trainer hat genau richtig gewechselt und alles auf eine Karte gesetzt. Dass wir bereits vor dem letzten Spieltag direkt qualifiziert sind, ist einfach unglaublich."

Ballack scheitert an der Latte

Vor toller Kulisse in der BayArena wurde das Spiel erst nach einer zehnminütigen Abtastphase lebendiger. Große Chanchen ergaben sich zunächst aber weder hüben noch drüben. Bei den Gästen war Torjäger Drogba stets gefährlich, die Leverkusener Abwehr hielt den Ivorer aber zunächst mit vereinten Kräften in Schach.

Auf Leverkusener Seite hätte Stefan Kießling in der 12. Minute in eine aussichtsreiche Position kommen können, nach einem feinen Zuspiel von Gonzalo Catro bekam die einzige Spitze der Hausherren den Ball aber nicht unter Kontrolle. Michael Ballack war in seinem 100. Europacupspiel bemüht, dem Spiel des Vizemeisters frühzeitig Struktur zu geben. In der 33. Minute hatte der 35-Jährige gegen sein ehemaliges Team Pech, als er mit einem Kopfball an der Latte scheiterte.

Chelsea trifft kurz nach der Pause zur Führung

Das Starensemble von der Stamford Bridge spielte vor der Pause nicht mit vollem Risiko und war in erster Linie auf Konter aus. Die beste Gelegenheit vergab Drogba in der 38. Minute. Nach einem Steilpass umkurvte der Stürmer Bayers Torwart Bernd Leno, schoss aus spitzem Winkel aber am Tor vorbei. Chelsea kam besser ins Spiel und vergab durch Juan Mata eine weitere Chance (43.). "Wir machen ein ordentliches Spiel, auch wenn Chelsea kurz vor der Pause etwas Übergewicht hatte", äußerte sich Völler zur Pause recht zufrieden bei "Sky".

Nach dem Seitenwechsel wurden die Hausherren dann aber kalt erwischt. Nach einer Hereingabe von Daniel Sturridge düpierte Drogba den türkischen Nationalspieler Ömer Toprak, der viel zu halbherzig agierte. Ballack, der erneut mit einer Carbon-Maske auflief, scheiterte dann zwei Mal kurz hintereinander (58., 59.) an Chelsea-Keeper Petr Cech, der auch in der 61. Minute gegen Kießling die Oberhand behielt.

Leverkusen dreht die Partie

In der Folgezeit verlegte sich der viermalige englische Meister auf Konter. Bayer versuchte alles, fand aber lange Zeit kein Durchkommen. Daran konnte auch Nationalspieler Andre Schürrle nichts ändern, der nach überstandener Grippe in der 57. Minute eingewechselt worden war.

Erst Derdiyok fand die Lücke nach einer schönen Vorarbeit von Sidney Sam. In der ersten Minute der Nachspielzeit köpfte Friedrich Leverkusen schließlich ins Achtelfinale der "Königsklasse".

Schema: Bayer Leverkusen - FC Chelsea 2:1 (0:0)

Leverkusen: Leno - Schwaab (57. Schürrle), Friedrich, Toprak, Kadlec (71. Derdiyok) - Lars Bender, Rolfes - Castro, Ballack, Sam - Kießling (83. Oczipka)
Chelsea: Cech - Ivanovic, Terry, David Luiz (69. Alex), Bosingwa - Meireles (80. Mikel) - Lampard, Ramires - Sturridge, Drogba, Mata (66. Malouda)
Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn)
Tore: 0:1 Drogba (48.), 1:1 Derdiyok (73.), 2:1 Friedrich (90.+1)
Zuschauer: 29.285
Gelbe Karten: Kießling (2), Kadlec (2), Ballack (2) - Ivanovic, Meireles (2)