ANZEIGE

Frankfurf - Ausgerechnet im prestigeträchtigen Rhein-Main-Derby gelingt Eintracht Frankfurt nach zuvor zwei hohen Niederlagen durch den 2:1-Erfolg gegen Mainz 05 die Trendwende. Mit 23 Punkten hat sich die Eintracht zwei Spieltage vor Vorrundenende im Mittefeld der Tabelle etabliert und schielt nun wieder nach oben.

"Es war höchste Zeit, dass wir wieder einmal gewonnen haben", stellte der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen erleichtert fest. Nach zwei hohen Niederlagen zuvor (0:4 gegen Hoffenheim und 1:4 gegen Bayern München) fährt die Eintracht nun "voller Optimismus" zum kommenden Auswärtsspiel nach Köln, glaubt Bruchhagen: "Dieser Erfolg war enorm wichtig für das Selbstvertrauen."Dass er am Ende durch eine umstrittene Elfmeterentscheidung zustande kam, störte auf Frankfurter Seite niemand: "Der Sieg war zwar glücklich, aber verdient", sagte Bruchhagen.

Angreifer Ioannis Amanatidis, der nach fast drei Monaten Verletzungspause in etwas zurückgezogener Position wieder in die Anfangsformation zurückgekehrt war, bezeichnete die erste Halbzeit, in der die Eintracht das klar bessere Team war, als "Ausrufezeichen" - besonders nach den letzten Niederlagen mit jeweils vier Gegentreffern.

Russ ist die Konstante in Frankfurts Abwehr

Bevor Torjäger Theofanis Gekas kurz vor dem Ende mit seinem 13. Saisontreffer für die Entscheidung per Elfmeter sorgte, hatte Verteidiger Marco Russ die Eintracht in Führung gebracht. Der 25-Jährige widmete seinen ersten Saisontreffer seiner schwangeren Frau Janina.

Insgesamt traf der Abwehrspieler in mittlerweile 142 Bundesligaspielen schon zwölf Mal, meistens per Kopf. Seit der D-Jugend trägt der in Hanau geborene Russ das Eintracht-Trikot und ist längst nicht mehr aus der ersten Elf der Profi-Mannschaft wegzudenken. Russ besticht durch Zweikampf- und Kopfballstärke und ist auch ein guter Aufbauspieler, der allerdings manchmal zu riskanten Einlagen neigt.

Trainer Michael Skibbe hält viel von dem Eigengewächs und sieht bei Russ noch "Potenzial nach oben". Russ ist in dieser Saison die Konstante in der Frankfurter Abwehr, in der nach der Verletzung von Maik Franz nun Aleksandar Vasoski den zweiten Innenverteidiger-Posten einnimmt.

Vasoski blickt optimistisch auf Köln - Nikolov fällt aus

Der Mazedonier hat sich nach zwei Knorpeloperationen im Knie wieder in die Bundesliga zurückgekämpft. Nächste Woche gegen Köln spielt er gegen Lukas Podolski, mit dem er sich in der Vergangenheit packende Duelle geliefert hat.

"Ich habe noch nie gegen Köln verloren", sagt Vasoski, der am Rhein und im abschließenden Vorrundenmatch gegen Herbstmeister Borussia Dortmund weiter Werbung für sich machen kann. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. Auch Vasoski blickt nach dem Erfolg im Derby gegen Mainz also wieder optimistisch in die Zukunft.

Lediglich der Ausfall vom Stammtorwart Oka Nikolov schmerzt. Der Routinier muss nach einem Teilriss einer Fußsohlensehne im linken Fuß voraussichtlich sechs Wochen pausieren. Nun kann Ersatz Ralf Fährmann beweisen, ein guter Torhüter zu sein. Der 22-Jährige konnte gegen Mainz immerhin im fünften Einsatz seinen ersten Sieg mit der Eintracht feiern, Fährmann war in der Halbzeit für den verletzten Nikolov eingewechselt worden.

Tobias Schächter