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München - Der DFB-Pokal beschert Spielern und Fans nicht nur manche Sensation, sondern mitunter auch weite Reisen. Fast 600 Kilometer muss Fortuna Düsseldorf zurücklegen, um am Sonntagabend bei Wacker Burghausen um den Einzug in die 2. Runde zu kämpfen. Den 1. FC Kaiserslautern, dem die Auslosung ein Auswärtsspiel bei Hansa Rostock einbrachte, verschlägt es vom Südwesten ganz nach oben in den Nordosten. Dass es auch etwas kürzer geht, zeigt das Rheinland-Pfalz-Duell zwischen der SV Roßbach/Verscheid und dem 1. FSV Mainz 05 (alle Spiele ab 18:15 Uhr im Live-Ticker). Die Partien in der Übersicht:

SV Wacker Burghausen - Fortuna Düsseldorf (18:30 Uhr)

Sieben Wochen nach dem Trainingsauftakt wird es ernst für Fortuna Düsseldorf. "Die lange Vorbereitungszeit ist nun zu Ende. Die Saison startet für uns mit einem Pokalspiel", sagte Trainer Norbert Meier, dem derzeit abgesehen von Bruno Soares (Hüftbeuger) alle Mann zur Verfügung stehen. Der 53-Jährige sieht das Auswärtsspiel bei Wacker Burghausen als genauso schwere wie undankbare Aufgabe, in der man kaum glänzen könne: "Die Drittligisten haben den Vorteil, dass sie schon seit einiger Zeit im Spielbetrieb sind. Für uns gibt es keine Lorbeeren zu ernten. Es zählt nur das Weiterkommen, damit unser Los auch in der kommenden Runde im Pokaltopf zu finden ist."

Allerdings sind die Gastgeber in der 3. Liga noch nicht so richtig in die Gänge gekommen. Nach fünf Spieltagen stehen für die Bayern zwei Siege und drei Niederlagen zu Buche - das macht unter dem Strich Platz 13 in der Tabelle. Dennoch dürften die mit einigen erfahrenen Profis wie Spielmacher Youssef Mokhtari besetzten "Schwarz-Weißen" durchaus ein unangenehmer Gegner werden. Verzichten muss Trainer Georgi Donkov, der einst in der Bundesliga für den VfL Bochum stürmte, allerdings auf die verletzten Christoph Burkhard, Darlington Omodiagbe und Maurice Müller.

Hansa Rostock - 1. FC Kaiserslautern (18:30 Uhr)

Franco Foda ist ein Freund deutlicher Worte. Und so ließ der neue Trainer des 1. FC Kaiserslautern vor dem Erstrundenduell bei Hansa Rostock keinerlei Zweifel an der Zielsetzung aufkommen: "Wir wollen unbedingt weiterkommen und haben nichts zu verschenken. Wir sind der Favorit und dementsprechend müssen wir auftreten", gab der 46-Jährige, der einen "heißen Kampf" erwartet, die Marschroute vor. Personell müssen die "Roten Teufel" improvisieren, denn nach den schon länger verletzten Rodnei, Pierre De Wit und Chadli Amri hat sich nun auch Linksverteidiger Alexander Bugera (Sprunggelenksprobleme) vorerst abgemeldet.

Auf der Gegenseite sind die Personalsorgen kaum kleiner. Die Hanseaten, die in der vergangenen Saison aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind, müssen wahrscheinlich auf Matthias Holst (Bauchmuskelzerrung) verzichten. Dazu fallen Mohammed Lartey, Jörg Hahnel und Andreas Pfingstner definitiv aus. Michael Blum, Ondrej Smetana und Edisson Jordanov sind angeschlagen. Für Chefcoach Wolfgang Wolf, einst selbst als Spieler und Trainer für den FCK aktiv, ist das allerdings kein Grund, die Waffen zu strecken: "Im Pokal hast du immer eine echte Chance! Wir müssen alles, was wir können, abrufen und müssen mit Leidenschaft, aber ohne Angst auftreten. Wir müssen das Spiel so lange wie möglich offen halten - ein Weiterkommen wäre überragend!"

SV Roßbach/Verscheid - 1. FSV Mainz 05 (20:30 Uhr)

Oberligist empfängt Bundesligist - die Rollenverteilung vor dem Rheinland-Pfalz-Duell zwischen dem SV Roßbach/Verscheid und dem 1. FSV Mainz 05 ist klar. Auf die leichte Schulter nehmen wollen die favorisierten Rheinhessen den Außenseiter dennoch nicht. Trainer Thomas Tuchel versprach, die Erstrundenpartie im Koblenzer Stadion Oberwerth mit der gewohnten "Ernsthaftigkeit, voller Konzentration und der nötigen Anspannung" anzupacken. In erster Linie gehe es nicht um ein vermeintlich standesgemäßes Resultat, sondern darum, "eine Runde weiterzukommen, ohne zu zittern". Heinz Müller (Individualtraining) und Tobias Schilk (Aufbautraining) werden dabei allerdings noch nicht mithelfen können.

Die Hausherren müssen derweil auf die verletzten Mittelfeldspieler Gordon Addai und Sebastian Krautscheid verzichten. Für Thomas Esch kein Grund, sich den Kopf zu zerbrechen. Mehr Sorgen macht dem Spielertrainer des SV Roßbach/Verscheid da schon die späte Anstoßzeit, die den Rheinlandpokal-Sieger womöglich den ein oder anderen Zuschauer kosten könnte: "Ich bin schon im Bekanntenkreis gefragt worden, ob wir Mainz in 90 Minuten schlagen, damit es nicht ganz so spät wird. Dann würden einige überlegen, doch mit den Kindern ins Stadion zu gehen, obwohl am nächsten Tag Schule ist", meinte der 34-Jährige mit einem Schmunzeln. "Ich hoffe, dass mindestens 5.000 Zuschauer kommen werden."