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München - Teil zwei der englischen Woche - der Rekordmeister FC Bayern München ist beim formstarken SC Freiburg gefordert und kann mit einem Sieg im Breisgau schon vorzeitig die Herbstmeisterschaft klarmachen. Im Spiel Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen geht es um Punkte im Kampf um die Europapokalplätze (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Nach dem baden-württembergischen Duell steht für den VfB Stuttgart das nächste Derby an: am Abend geht es gegen die bayerischen Schwaben vom FC Augsburg. Im Tabellenmittelfeld duellieren sich Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg - bundesliga.de blickt auf alle Mittwochsspiele des 14. Spieltags (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), der mit dem später beginnenden Spiel 1. FC Nürnberg gegen 1899 Hoffenheim abgerundet wird.

Mit dem souveränen 5:0 gegen Hannover haben sich die Bayern nach den beiden Unentschieden zuvor in der Champions League und der Bundesliga den Frust von der Seele geballert. "Jetzt brauchen wir eine gute Regeneration. Wir haben am Mittwoch ein schweres Spiel in Freiburg und dann gegen Dortmund. Das ist eine schwierige Woche", sagt Franck Ribery, der trotz Rippenprellung gegen 96 spielte und auch in Freiburg auflaufen wird. Ein gelungenes Comeback feierte Mario Gomez, der bei seinem ersten Einsatz nach dreimonatiger Verletzungspause gleich traf. "Wir sind auf einem guten Weg, wenn wir so weitermachen", sagt Gomez. Sollten die Münchner in Freiburg drei Punkte holen, wären sie vorzeitig Herbstmeister - nach 14 Spieltagen. So früh krönte sich noch nie eine Mannschaft mit dem Herbstmeistertitel.

Auch der Gegner aus Freiburg hat seit Wochen einen Lauf. Zuletzt gab es zwei Siege in Serie, die mit 14 Toren zweitbeste Defensive der Bundesliga und die Unberechenbarkeit der Breisgauer Offensivspieler sind nur zwei Bausteine des Freiburger Aufschwungs. Anerkennung gibt es dafür von Bayern-Trainer Jupp Heynckes für die Arbeit seines Kollegen Christian Streich. "Er hat nicht nur an der Basis gearbeitet, er hat den Umschwung bewirkt in Freiburg. Er ist bescheiden, kompetent, lässt modernen Fußball spielen", sagt Heynckes. Die Freiburger indes sehen sich als klaren Außenseiter - allerdings durchaus mit Ambitionen. "Wir fühlen uns in der Rolle des Kleinen wohl. Aber wir wollen nicht immer klein bleiben, sondern auch mal größer werden", sagt Streich. "Meine Jungs haben keine Angst, das weiß ich. Wir wollen immer drei Punkte. Alles andere wäre auch schlimm."

Dem Sport-Club wird im Spiel gegen den Tabellenführer Außenverteidiger Mensur Mujdza fehlen, der sich gegen Stuttgart seine fünfte Gelbe Karte einhandelte, für ihn rückt wohl Vegar Hedenstad in die Startformation. Weiterhin nicht zur Verfügung stehen die verletzten Matthias Ginter, Immanuel Höhn, Ezequiel Calvente und Marco Terrazzino. Bei den Bayern muss Heynckes nach wie vor auf Arjen Robben verzichten. "Er macht im Reha-Bereich seine Arbeit, dann sehen wir, wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann", sagt Heynckes, der darüber hinaus ohne Daniel van Buyten (Bronchitis), Luiz Gustavo (Leisten-OP) und Emre Can (Sprunggelenksverletzung) nach Südbaden reist.



Schiedsrichteransetzungen

Im Kampf um die internationalen Plätze will die "Werkself" nach dem 2:1-Sieg bei Hoffenheim nun beim zweiten Auswärtsspiel in Folge nachlegen und in Bremen einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten. "Die Bremer haben vor allem vorne große individuelle Qualität. Da müssen wir besser spielen als am Sonntag in Hoffenheim, aber ich bin überzeugt, dass die Mannschaft das auch machen wird", sagt Teamchef Sami Hyypiä, der den zuletzt pausierenden Renato Augusto wieder in den Kader berufen wird. Sidney Sam, Michal Kadlec, Daniel Schwaab und Karim Bellarabi befinden sich weiterhin im Aufbautraining und sind demzufolge noch nicht einsatzfähig.

Mit zwölf Punkten aus den vergangenen fünf Partien kann die "Werkself" eine beeindruckende Ausbeute vorweisen - doch der Gegner aus Bremen präsentierte sich in den vergangenen Spielen zuhause besonders stark. Gegen Leverkusen will Werder nun den vierten Heimsieg in Serie einfahren.

Lukas Schmitz wird den Bremern bei diesem Vorhaben wegen seiner Gelb-Roten Karte aus dem Wolfsburg-Spiel fehlen. "Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir sehr überzeugend aufgetreten und haben vor allem das Mittelfeld klar beherrscht", sagte Trainer Thomas Schaaf nach der Partie in Wolfsburg. "Wir haben uns darauf nicht so schnell eingestellt wie es bedurft hätte. Das hätten wir besser lösen können, aber solche Situationen kann man nicht planen." Wegen anhaltender Probleme mit der Achillessehne spielt Philipp Bargfrede in den Planungen von Schaaf für das Spiel gegen Leverkusen keine Rolle. Kurzfristig muss Schaaf wegen einer Erkältung auf Marko Arnautovic verzichten.



Schiedsrichteransetzungen

Bei den Schwaben geht die Derby-Woche weiter. Gegen den FC Augsburg streben die Stuttgarter nach dem enttäuschenden 0:3 in Freiburg wieder einen Dreier an. "Wir wollten den Anschluss ans obere Tabellendrittel schaffen, das ist uns leider wieder nicht gelungen", sagte Martin Harnik nach dem Spiel in Freiburg. Da in der Tabelle alle Teams im Mittelfeld eng beinander stehen, kann der VfB mit einem Sieg gegen Augsburg nach wie vor einige Schritte nach vorne machen.

Doch auch beim Gegner aus Augsburg ist ein dreifacher Punktgewinn das Ziel - zumal gegen Gladbach nur ein paar Minuten bis zum zweiten Saisonsieg fehlten. "Es ist schade, dass wir das 1:0 nicht nach Hause bringen konnten", sagt Trainer Markus Weinzierl. "Doch dieses Spiel haben wir aufgearbeitet und verdaut. Wir gehen nun positiv ins Spiel gegen Stuttgart und wollen dort einen Sieg landen."

Dabei kann Weinzierl nach wie vor nicht auf die Dienste von Simon Jentzsch (Fingerverletzung), Paul Verhaegh (Knöchel-OP) und Dominik Reinhardt (Zehen-OP) zurückgreifen. Ob Sebastian Langkamp (nach Magen-Darm-Infekt) und Tobias Werner (Muskelfaserriss) in Stuttgart auflaufen können, ist noch fraglich. Bei den Gastgeber sind die Langzeitverletzten Cacau, Daniel Didavi und Tim Hoogland weiterhin außen vor.



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Nach langem Tüfteln hat Gladbachs Trainer Lucien Favre nun scheinbar die optimale Besetzung für die Position hinter den Spitzen gefunden: Patrick Herrmann erzielte in Augsburg zuletzt den späten Ausgleichstreffer, muss sich aber noch an seine neue Rolle gewöhnen. "Es klappt von Spiel zu Spiel besser, aber es ist etwas ganz anderes als Rechtsaußen. Als echte Sturmspitze sehe ich mich nicht", sagt Herrmann, der gegen die "Wölfe" gerne eine Serie starten würde. "Natürlich wäre es schön, wenn wir mal ein paar Spiele nacheinander gewinnen könnten, aber im Fußball kann man es nicht immer so haben, wie man es gerne möchte."

Mitwirken möchten baldmöglichst auch Luuk de Jong und Filip Daems, doch für beide kommt nach Verletzungen das Spiel am Mittwochabend noch zu früh. Der Niederländer de Jong sollt laut Favre am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining der "Fohlen" einsteigen. Kapitän Daems hat weiterhin mit Adduktorenproblemen zu kämpfen.

Gegen die Gladbacher muss VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner im siebten Spiel unter seiner Leitung erstmals eine veränderte Startelf ins Rennen schicken. Mttelfeldspieler Josue ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, für ihn wird voraussichtlich der ehemalige Nationalspieler Christian Träsch in die Anfangsformations rücken. "Die Tendenz geht zu ihm", sagt Köstner. "Makoto Hasebe wäre auch eine Option, er ist für uns auf der rechten Seite aber momentan zu wertvoll, gerade was das Zusammenspiel in der Defensive angeht." Dort gilt es aus Wolfsburger Sicht, das schnelle Umschaltspiel der Gladbacher Offensivabteilung zu verhindern.



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Aufgrund einer Veranstaltung in Nürnberg wird die Partie zwischen dem "Club" und 1899 Hoffenheim erst um 20:45 Uhr angepfiffen. Für beide Teams wäre ein Dreier im Kellerduell wichtig - der FCN gewann nur eines der vergangenen zehn Spielen, Hoffenheim nur eines der zurückliegenden acht. "Auch dieses Spiel wird kein Selbstläufer", sagt "Club"-Coach Dieter Hecking. "Wenn wir gewinnen, haben wir wieder schnell Anschluss."

Den suchen auch die Hoffenheimer, die nur einen Punkt hinter den Franken auf dem Relegationsplatz rangieren - zuletzt mussten die Kraichgauer eine unglückliche 1:2-Niederlage gegen Leverkusen einstecken. Koen Casteels, Vertreter des verletzten Tim Wiese im Tor, war dabei machtlos. Dennoch liegt er in der Statistik noch vor Wiese: In den fünf Partien mit dem belgischen U21-Nationaltorhüter holten die Hoffenheimer mehr Punkte als mit Wiese im Tor.

Neben Wiese fehlen bei der TSG außerdem die verletzten Filip Malbasic, Chris, Yannik Vestergaard, Stefan Thesker, sowie Tobias Weis und Boris Vukcevic. Bei den Gastgebern kehrt Timo Gebhart nach abgelaufener Sperre wieder auf den Platz zurück, dafür ist Markus Feulner nach seiner Roten Karte für die kommenden zwei Spiele gesperrt. Ferner sind beim "Club" nicht dabei die Rekonvaleszenten Adam Hlousek, Markus Mendler und Alexander Stephan. Bezüglich Timmy Simons gibt Hecking Entwarnung. "Es sieht ganz gut aus", sagt der Nürnberger Trainer über den Belgier, der gegen Fürth nach einem Schlag auf die Patellasehne ausgewechselt werden musste.



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