ANZEIGE

München - Jos Luhukay kennt den 1. FC Köln sehr gut. Von 2002 bis 2005 war er dort Assistent der Cheftrainer Friedhelm Funkel, Marcel Koller und Huub Stevens. Im November 2003 war der Holländer sogar für ein Spiel erster Mann beim FC - gegen Hannover 96 setzte es aber eine 1:2-Niederlage.

Trotz dieses Misserfolgs als Chefcoach sagt der jetzige Augsburger Trainer vor seiner Rückkehr an die alte Arbeitsstätte (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) zur wichtigen Partie beim FC: "Das war eine tolle Zeit damals. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf dieses Spiel."

Jentzsch und Bellinghausen zurück

Und Luhukay, der in der vergangenen Saison den FCA erstmals in die Bundesliga führte, reist auch aus sportlichen Gründen frohen Mutes ins Rheinland. Aus den letzten beiden Ligaspielen sammelten die Augsburger vier Punkte, gewannen in Mainz ihre erste Bundesligabegegnung und zogen durch ein 1:0 bei RB Leipzig ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Zudem entschärft sich die Personalsituation bei Augsburg, die zuletzt angeschlagenen Stammkräfte Axel Bellinghausen und Torwart Simom Jentzsch sind in Köln wohl einsatzbereit. "Ich rechne mit ihnen", sagt Luhukay.

"Wir haben an Stabilität gewonnen"

Es scheint, dass der Aufsteiger sich nach fast einem Drittel der Saison langsam an die neue Liga gewöhnt, die Erfolgserlebnisse zuletzt stärken das Selbstvertrauen. Das hat auch der Coach beobachtet: "Wir haben an Stabilität gewonnen und nicht mehr so viel Respekt vor den Gegnern. Wir können jetzt Spiele gewinnen, das haben wir zuletzt gezeigt."

Derzeit stehen die Augsburger mit acht Zählern auf Relegationsplatz 16, mit einem Sieg in Köln könnten sie den Anschluss ans Mittelfeld herstellen und den FC (13 Zähler) in Richtung Tabellenkeller ziehen.

Kölner Personalsituation angespannt

Doch genau das wollen die Kölner natürlich vermeiden, obwohl das Momentum gegen sie spricht. Nach der 0:5-Pleite in Dortmund schieden die Kölner trotz einer Leistungssteigerung durch ein 1:2 in Hoffenheim aus dem Pokal aus. Zudem ist die Personalsituation angespannt, wichtige Leistungsträger fehlen verletzt (unter anderem Pedro Geromel, Milivoje Novakovic und Adil Chihi).

In Hoffenheim standen Kölns Trainer Stale Solbakken nur 17 voll einsetzbare Profis zur Verfügung. Zumindest Geromel kehrte zuletzt ins Mannschaftstraining zurück, wird aber gegen den FCA noch fehlen.

"Finale" für Köln

In Köln wissen sie um die Wichtigkeit des Spiels gegen den Aufsteiger, der sich im Aufwind befindet. Außenverteidiger Christian Eichner beschreibt die Ausgangsituation vor der Begegnung so: "Wir laufen auf eine Kreuzung zu, auf der sich entscheidet, wohin die Reise geht." Gewinnen die Kölner, stünden sie mit 16 Punkten gut da, verlieren sie, müssten sie sich erst einmal nach unten orientieren.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Trainer Solbakken das Spiel gegen Augsburg als ein "Finale" bezeichnet. Die Kölner wollen diese Begegnung des 11. Spieltags wie ein Pokalendspiel angehen.

Pokalspiel in Hoffenheim macht Hoffnung

Hoffnung macht der akzeptable Auftritt bei 1899 Hoffenheim, nur drei Tage nach dem Debakel in Dortmund. In der Bewertung der Leistung waren sich die Kölner Macher einig. "Das war eigentlich eine gute Antwort auf Dortmund", konstatierte FC-Sportdirektor Volker Finke. "Die Leistung war gut, das Ergebnis war schlecht", erklärte Solbakken, der ohnehin nicht lange jammern wollte.

Schon ab Mittwoch stand die Vorbereitung auf das Richtung weisende Spiel gegen Augsburg im Fokus des Norwegers - der Trend beim FC soll endlich wieder nach oben zeigen.

Tobias Schächter