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Gelsenkirchen - Das Revierderby am kommenden Samstag wirft seine Schatten bereits voraus. Vorher gilt es für den FC Schalke 04 im heutigen Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen einen noch schlimmeren Fehlstart zu vermeiden und möglichst mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck und entsprechend breiter Brust ins Spiel der Spiele gegen Borussia Dortmund gehen zu können.

Sechs Pflichtspiele ohne Sieg, das passierte den Königsblauen zuletzt vor 47 Jahren in der Saison 1967/68. Immerhin stimmten zuletzt Einsatz und Moral, als das Team von Jens Keller gegen Frankfurt einen 0:2-Rückstand ausgleichen und trotz doppelter Unterzahl am Ende einen Punkt retten konnte. "Was die Mannschaft mit acht Feldspielern geleistet hat, war großartig", stellte der Trainer fest, betonte jedoch auch, dass die Partie gegen Frankfurt, wie zuvor auch das 1:1 bei Chelsea, eine Menge Kraft gekostet habe.

"Konsequent und konzentriert arbeiten"

Angesichts der angespannten Personalsituation hat er inzwischen kaum noch Möglichkeiten frisches Personal zu bringen. An der Weser muss er zudem auf die gesperrten Kevin-Prince Boateng und Julian Draxler verzichten. Möglicherweise ein gutes Omen für Bremen, denn die beiden trafen gegen keinen anderen Club in der Bundesliga so oft wie gegen die Hanseaten (je dreimal). Vorteil Schalke: Bremen konnte aus den letzten acht Bundesliga-Duellen nur zwei Punkte holen.

"Es ist nicht einfach, immer wieder neu aufzustellen. Das soll aber keine Entschuldigung sein. Diejenigen, die auf dem Platz stehen, müssen konsequent und konzentriert arbeiten", fordert Keller und hofft auf den ersten Saisonsieg seiner Mannschaft, die mit zwei Punkten aus vier Spielen derzeit nur auf Rang 16 rangiert.

Atsuto Uchida steht wieder zur Verfügung

Für das Gastspiel im Norden kann er zudem wieder mit Verteidiger Atsuto Uchida planen, der verletzungsbedingt seit Februar kein Spiel mehr für die Knappen bestritten hatte. Der Japaner hat seine Patellasehnenprobleme auskuriert und stand am Samstag bereits 62 Minuten für die Schalker U23 auf dem Feld.

Der schwierigen Personalsituation zum Trotz will Schalke unbedingt den ersten Dreier der Saison einfahren. Einfach wird die Aufgabe bei den Grün-Weißen indes nicht. Vor allem bei Standardsituationen mit ihren groß gewachsenen Akteuren sieht Keller den Gegner besonders gefährlich. "Da müssen wir extrem aufpassen, zumal bei uns viele große Spieler ausfallen", so der 43-Jährige. 

"Spiel in Bremen momentan wichtiger"

Ebenso wie die Schalker hat Bremen in dieser Spielzeit noch keinen dreifachen Punktgewinn zu verzeichnen. Doch wozu sie in der Lage sind, haben sie nicht zuletzt beim spektakulären 3:3 in Leverkusen gezeigt. Keller: "Eine Mannschaft, die niemals aufgibt. Das wird ein schweres Stück Arbeit für uns".

Das Derby gegen den BVB, in dem Weltmeister Julian Draxler noch gesperrt fehlen wird, will Keller zunächst komplett hinten anstellen. "Das Spiel in Bremen ist momentan wichtiger. Wir brauchen unbedingt Punkte." Ansonsten wird sich der Revierclub wohl bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison wieder mit dem Thema Aufholjagd beschäftigen müssen, wie in der vergangenen Rückrunde erfolgreich praktiziert. Doch "das klappt vielleicht nicht immer", gibt Stürmer Klaas-Jan Huntelaar zu Bedenken. Ein Erfolg in Bremen dürfte aber zumindest neue Kräfte für das Derby freisetzen.  

Markus Hoffman