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München - Am Tag nach der ersten Heimniederlage der Saison blieb es an der Säbener Straße vornehmlich ruhig. Die Spieler des FC Bayern München bekamen einen Tag frei. Einzig Torhüter Manuel Neuer absolvierte eine regenerative Einheit und reiste erst später zur Nationalmannschaft. Auch für die übrigen Profis galt es, den Kopf freizubekommen und für die entscheidende Saisonphase die Sinne zu schärfen.

"Wenn der FC Bayern nicht gewinnt oder verliert, wird alles infrage gestellt", sagte Philipp Lahm nach der 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach. "Wir werden intern analysieren und schauen, was wir besser machen können." Trotz 64,7 Prozent Ballbesitz und 16:4-Torschüssen blieben die Bayern erstmals seit dem 0:0 im Hinspiel in der Bundesliga ohne Torerfolg. "Wir haben über weite Strecken dominant gespielt, ohne uns Torchancen zu erarbeiten, das ist bitter", fand der Kapitän.

Robbens Ausfall schmerzt

Besonders nach der Verletzung von Arjen Robben, der mit einem Bauchmuskelriss in der 24. Minute ausgewechselt werden musste, fehlten die Überraschungsmomente im Spiel der Bayern. Mit Franck Ribery (Sprunggelenksstauchung) fehlte zudem ein weiterer wichtiger Kreativspieler. "Wir haben alles versucht, aber ohne Franck und Arjen war es schwer", räumte Trainer Pep Guardiola ein.

Auch Lahm, der nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung weiter Fortschritte macht und in der 70. Minute eingewechselt wurde, sah diesen Qualitätsverlust ohne die gefährliche Flügelzange mit Ribery und Robben. "Das sind Spieler, die etwas aufreißen können", sagte der 31-Jährige. "Wenn sie ausfallen, ist es immer bitter für die Mannschaft, aber wir haben genügend andere gute Spieler, um das aufzufangen. Gegen Gladbach ist uns das nicht gelungen."

Einer zu großen Abhängigkeit von den Offensivkünsten des Kreativ-Duos widersprach Lahm jedoch vehement und verwies auf den 4:0-Sieg bei Werder Bremen in der Vorwoche - ohne Robben und Ribery. Dennoch schmerzt die möglicherweise wochenlange Pause von Bayerns bestem Torjäger Robben. "Er ist in einer Topverfassung, deswegen wäre es bitter, wenn er lange ausfällt", gestand Lahm und hofft daher, dass Ribery in der Länderspielpause zurückkehren werde, "weil er genauso wichtig für uns ist".

Kräfte bündeln für den Endspurt

Für den Saisonendspurt wollen die Bayern noch mal alle Kräfte bündeln. Die Niederlage gegen Gladbach hat den Rekordmeister zusätzlich angestachelt, von einer Schwächephase wollte Lahm jedenfalls nichts wissen. "Welche Schwäche?", entgegnete er. "Wir führen in der Bundesliga mit zehn Punkten Vorsprung und stehen in der Champions League und im Pokal im Viertelfinale."

Und in der Bundesliga kommt das Spiel beim einstigen Titelrivalen Borussia Dortmund am kommenden Spieltag gerade recht. "Wir wollen der Konkurrenz wieder zeigen, wer ganz oben steht in der Bundesliga", unterstrich Lahm auf Nachfrage von bundesliga.de. Trotz des derzeitigen Abstands von 31 Punkten in der Tabelle, hat das Duell in Lahms Augen nichts von seinem Reiz eingebüßt, "weil zwei Spitzenmannschaften aufeinander treffen".

"In den nächsten vier Wochen geht es zur Sache"

Inwiefern das Spiel einen richtungsweisenden Charakter für die Schlussphase der Saison haben wird, ließ Lahm allerdings offen. "Wir haben viele wichtige Spiele in den nächsten vier Wochen nach der Länderspielpause, da geht es zur Sache. Da ist jedes Spiel wichtig, in der Bundesliga oder in anderen Wettbewerben."

Nach dem Spiel beim BVB wartet im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen die nächste Hürde, die es zu überspringen gilt. Und in der Champions League geht es gegen den FC Porto um den Einzug ins Halbfinale. Die freien Tage werden also wieder weniger, umso wichtiger ist es, diese jetzt konsequent zu nutzen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz