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Berti Vogts bleibt mit Fußball-Zwerg Aserbaidschan ein gern gesehener Punktelieferant, "König" Otto Rehhagel mit Ex-Europameister Griechenland auf WM-Kurs und Ottmar Hitzfeld trotz des ersten Sieges mit der Schweiz noch einiges an Arbeit.

Nach den ersten beschwerlichen Etappen in der WM-Qualifikation darf sich von den deutschen Trainern bislang nur Rehhagel angesichts der tadellosen Ausbeute von drei Siegen in drei Spielen ernsthaft mit der Südafrika-Expedition beschäftigen.

Europameister mit drittem Sieg in Folge

Ob Frankreichs wenig geliebter "Entraineur" Raymond Domenech die WM 2010 noch in verantwortlicher Funktion erleben wird, ist dagegen sehr fraglich. Nach dem 2:2 in Rumänien, das einzig dem überragenden Franck Ribery noch zu verdanken war, könnte bereits am Mittwoch auf der Verbandssitzung das Ende der rund vierjährigen Ära besiegelt werden. Trainerfuchs Karel Brückner steht dagegen noch am Anfang seiner Amtszeit in Österreich, hat beim peinlichen 1:1 auf den Färöer aber schon seine erste Blamage erlebt.

Die Fußball-Großmächte haben unterdessen ähnlich wie die deutsche Nationalmannschaft beim 2:1-Sieg über Russland die WM-Teilnahme fest im Visier. Europameister Spanien feierte beim souveränen 3:0 in Estland seinen dritten Sieg im dritten Spiel.

Gleiches galt für das wiedererstarkte Fußball-Mutterland England beim 5:1 über Kasachstan mit dem deutschen Interimscoach Bernd Storck. Eine makellose Bilanz weisen auch noch die Niederländer nach dem 2:0 über Island auf.

Treffsichere Bundesliga-Legionäre

Ein kleiner Schritt in Richtung Südafrika dürfte auch das 0:0 von Weltmeister Italien beim Gruppenrivalen Bulgarien gewesen sein, wobei die erneuten Ausschreitungen italienischer Hooligans die Schlagzeilen bestimmten.

Einzig Portugal kommt von den Top-Nationen schwer in Tritt, nach dem 0:0 in Schweden ist der WM-Vierte derzeit nur Tabellendritter in Gruppe 1. Treffsicher zeigten sich in den 23 Partien auch die Deutschland-Legionäre, gleich 16 der 54 erzielten Treffer gingen auf das Konto der Bundes- oder Zweitliga-Spieler.

Einer davon war Hannovers finnischer Stürmer Mikael Forssell, der mit seinem Siegtreffer in Helsinki den ohnehin unrealistischen WM-Träumen von Vogts und Aserbaidschan einen weiteren Dämpfer versetzte.

Vogts übt sich in Ironie

"Ich habe schon ein Quartier für die WM 2010 gebucht. Vielleicht treffen wir ja auf Deutschland", kommentierte Vogts in der ARD die hohe Erwartungshaltung des Verbandes auf seine eigene ironische Art. Wie schon in Wales ging die Mauer-Taktik des früheren Sowjet-Teilrepublik nicht ganz auf.

"Wir wollten dicht machen, das ist uns auch ganz gut gelungen. Wir müssen aus unseren wenigen Chancen aber auch mal ein Tor machen", haderte der frühere Bundestrainer und muss mit einem Punkt aus drei Spielen vielmehr den Zweikampf um die Rote Laterne gegen Liechtenstein ins Auge fassen.

Hitzfeld warnt vor Euphorie

Einen Schritt aus der Krise machte Hitzfeld mit der Schweiz. Nach der blamablen 1:2-Pleite gegen Luxemburg durfte der Erfolgscoach beim mühsamen 2:1 gegen Lettland den ersten Dreier in der WM-Qualifikation bejubeln.

"Der Sieg ist kein Grund, jetzt euphorisch zu sein. Wir mussten uns nach der Luxemburg-Blamage freischwimmen und freikämpfen. Das ist uns gelungen", meinte Hitzfeld, wohlwissend dass am Mittwoch in Griechenland ein anderes Kaliber auf die Eidgenossen wartet.

Denn Rehhagel hat mit den Hellenen die EM-Enttäuschung offenbar gut überwunden. Beim 3:0 gegen Moldawien - zwei Tore erzielte dabei der Nürnberger Angelos Charisteas - gab es bereits den dritten Sieg im dritten Spiel. "Drei Siege haben wir uns vor den schweren Spielen vorgenommen. Das ist uns gelungen", meinte Rehhagel zufrieden.

Domenech glaubt weiter an erfolgreiche WM-Qualifikation

In Frankreich wurde Domenech nach dem EM-Desaster die ohnehin schon bescheidene Vorgabe von fünf Zählern aus drei Spielen intern mit auf dem Weg gegeben. Erreicht wurden nur vier Punkte, sodass die Verbandssitzung am Mittwoch hitzig geführt werden dürfte.

Immerhin langte es in Rumänien nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2. "Wir haben diesmal nicht nur für uns, sondern auch für den Trainer gespielt", sagte Bayern-Mittelfeldstar Ribery, der einen Treffer erzielte und den Ausgleich vorbereitete.

"Wir sind noch im Rennen" meinte Domenech und stellte das Positive in den Vordergund: "Was ich in der letzten halben Stunde gegen Serbien und heute in der zweiten Halbzeit gesehen haben, gibt mir die Sicherheit zu behaupten, dass wir unser Ziel erreichen."

Schwarzer Bildschirm für Österreich-Fans

Ob dagegen Österreich mal wieder das Ziel WM-Teilnahme erreichen wird, ist dagegen mehr als fraglich. Wie schon bei der 0:1-Pleite vor 18 Jahren blamierte sich der Weltranglisten-82. mal wieder kräftig auf den Färöer.

Die Fans wurden wenigstens von den ernüchternden Bildern von den Schafsinseln verschont. Nach einer TV-Panne gab es in der Alpenrepublik 90 Minuten lang einen schwarzen Bildschirm.