ANZEIGE

Gelsenkirchen/Dortmund - Der Schock von London ist verdaut, Jürgen Klopp schaltet vor dem "Spiel schlechthin" wieder auf Angriffsmodus.

"Wir haben vor, unsere Probleme zu lösen. Wir werden eine gute Mannschaft auf dem Eis haben und versuchen, das Ding zu ziehen", sagte der Trainer des Deutschen Meisters Borussia Dortmund gewohnt launig vor dem 139. Revier-Derby gegen den Erzrivalen Schalke 04 am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Schon allein seine Wortwahl soll vermitteln: Genug gejammert!

Klopp peilt seinen ersten Heimsieg im Derby an

Und während Schalke 04 sich mit Kampfansagen zurückhält und die Favoritenrolle zum Nachbarn 30 Kilometer in Richtung Osten weiterschiebt, hält sich Klopp nicht lange mit psychologischer Aufbauhilfe auf. Seit der schwer verletzte Sven "Manni" Bender (beidseitiger Kieferbruch) nach dem 1: 2 im Champions-League-Spiel beim FC Arsenal in London operiert und versorgt war, verbreitet der Meistercoach nur noch Aufbruchstimmung.

"Wir haben ein paar Probleme, das steht außer Frage: ein paar Verletzte, ein paar müde Gliedmaßen. Aber ganz ehrlich: Als klar war, dass mit 'Manni' alles geregelt ist, war für uns sofort das Gefühl da, dass auch der Rest zu regeln ist", sagte Klopp, der in seinem vierten Anlauf endlich zum ersten Mal ein Derby vor heimischem Publikum gewinnen will: "Jetzt geht es darum, die Herausforderung gegen einen extrem starken Gegner aus Gelsenkirchen zu bestehen. Wir sind uns über die Großartigkeit dieses Spiels bewusst."

Götze-Einsatz entscheidet sich kurzfristig

Über den Einsatz von Regisseur Mario Götze, der in London nach einem Schlag gegen den Oberschenkel ausgewechselt werden musste, soll kurzfristig entschieden werden. "Es besteht eine Chance für Samstag, aber sicher ist es nicht", sagt Klopp. Dauerkühlung und Lymphdrainagen verschafften dem Supertechniker bereits spürbare Linderung.

Ob der BVB mit oder ohne Götze antritt - Schalke sieht sich als Underdog und fühlt sich in der Rolle offenbar pudelwohl. "Die Jungs aus Dortmund haben in den letzten Jahren nicht viel falsch gemacht. Ich denke, dass Dortmund eine Favoritenrolle beim Derby hat", sagte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies dem TV-Sender "Sky" und fügte vorsichtig hinzu: "Aber es wird nichts verschenkt." Und weiter: "Wir müssen uns vor dem BVB nicht verstecken, ganz im Gegenteil, wir fahren da beherzt hin."

Schalke gibt sich locker

Der heimliche Derby-König Huub Stevens, der seine vergangenen zwölf Duelle mit dem BVB nicht verloren hat, bleibt auch eher zurückhaltend. Man könne nur Respekt vor Dortmund haben, sagte der Niederländer. Für Schalke sei es am Samstag eine weitere Gelegenheit, "um zu lernen".

Dass diese Aussage eine Untertreibung ist, weiß auch Stevens genau. Beim 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg hat die Schalker Elf bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich auch ohne die verletzten Leistungsträger Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan zurechtfindet. Entscheidend für einen Erfolg in Dortmund könnte die Frage werden, wie sich die extrem junge Defensive mit Torwart Lars Unnerstall (21) und den Innenverteidigern Kyriakos Papadopoulos (19) und Joel Matip (20) schlägt.

"Lars hat seine Sache bisher sehr gut gemacht. Ich brauche ihn auf das Derby nicht besonders einzustimmen, denn die Lernschule ist die beste Erfahrung", sagte Stevens. Auch um seine Innenverteidiger muss sich der Coach offenbar keine besonderen Sorgen machen. Zumindest Papadopoulos sieht dem Duell völlig entspannt entgegen: "Auch das größte Derby in Deutschland ist nicht zu vergleichen mit Derbys in Griechenland. Wenn Piräus gegen Panathinaikos spielt oder Aris gegen PAOK Saloniki, dann herrscht dort Ausnahmezustand."



Hier geht's zur Vorschau zu den weiteren Partien vom Samstagnachmittag