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Mönchengladbach - Mit einem Doppelpack gegen Titelverteidiger Schalke 04 hat Marco Reus Borussia Mönchengladbach ins Pokal-Viertelfinale geschossen. Im Interview blickt der 22-Jährige auf einen großen Pokal-Abend und ein anstrengendes Fußballjahr zurück.

Frage: Herr Reus, Glückwunsch zum Erreichen des Viertelfinales. Wie haben Sie diesen großen Pokal-Abend erlebt?

Reus: Es hat riesig Spaß gemacht, die Atmosphäre im Stadion war toll. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr ordentliches Spiel gemacht und Schalke unseren Stempel aufgedrückt. In der zweiten Halbzeit haben wir trotz Überzahl etwas nachgelassen, das war nicht so gut. Aber am Ende haben wir uns wieder gefangen und den Titelverteidiger ausgeschaltet.

Frage: Haben Sie schon einmal zwei solch verrückte Tore erzielt?

Reus: Ich glaube nicht. Natürlich gehört auch immer etwas Glück dazu. Beim ersten Tor laufe ich auf Matip zu und schieße einfach Vollspann an ihm vorbei, weil ich gesehen habe, dass der Torwart sich zur anderen Seite orientiert. Manchmal muss man einfach mal etwas ausprobieren. Heute hat es geklappt.

Frage: Träumen Sie jetzt schon vom Endspiel in Berlin?

Reus: Wir sind schon sehr weit gekommen, aber bis zum Finale sind es noch zwei Runden. Natürlich wollen wir es schaffen, aber es ist noch ein langer Weg. Bis dahin wollen wir weiter gesund bleiben und uns auf Fußball konzentrieren.

Frage: Vor der Partie stand ihr lädierter Zeh im Fokus. Auch die Schalker Spieler sind teilweise nicht zimperlich mit Ihnen umgegangen. Wie schmerzhaft war es für Sie?

Reus: Ich bin sogar morgens im Training noch umgeknickt, aber ich wollte unbedingt spielen. Es war das letzte Spiel und dann noch ein Top-Spiel gegen Schalke. Es waren viele Emotionen und viel Brisanz im Spiel. Es hat sich gelohnt dabei zu sein und jetzt freue ich mich auf Weihnachten.

Frage: War es für Sie heute der krönende Abschluss eines unglaublichen Fußballjahres?

Reus: Nicht nur für mich, für die ganze Mannschaft und für ganz Mönchengladbach. Wir haben ein anstrengendes Jahr hinter uns mit der harten Rückrunde und der Relegation. Wir haben alle Höhen und Tiefen erlebt. Jetzt können wir alles ein, zwei Wochen sacken lassen und dann geht s weiter.

Frage: Freuen Sie sich nun auf die Pause?

Reus: Mir wäre es fast lieber, wenn wir weiterspielen könnten. Ich denke, wenn man so eine erfolgreiche Phase hat, dann möchte man nicht aufhören Fußball zu spielen. Aber wir ruhen uns jetzt erst mal alle aus. Wir hatten ja wegen der Relegation auch eine kurze Sommerpause. Nun wollen wir uns ein bisschen erholen und dann geht es schon in zwei drei Wochen weiter.

Frage: Wie bewerten Sie die sensationelle Hinrunde Ihrer Mannschaft?

Reus: Ich persönlich möchte weiter am Boden bleiben. Ich finde es natürlich schön, dass wir Platz vier erreicht haben und das Viertelfinale im Pokal, aber die Saison ist noch so lang und erst am 34. Spieltag wird abgerechnet.

Frage: Ist im nächsten Jahr überhaupt noch eine Steigerung drin?

Reus: Wir können uns immer verbessern. Wir werden in der Winterpause weiter hart an uns arbeiten und uns gut vorbereiten.

Aufgezeichnet von Markus Hoffmann