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Genk - Trotz klarer Überlegenheit hat es für Bayer Leverkusen im abschließenden Champions-League-Gruppenspiel beim KRC Genk nur zu einem 1:1 erreicht. Bayer verpasste damit den fest eingeplanten Gruppensieg.

Über die Gründe, warum auch Bayer beim belgischen Meister nicht gewinnen konnte, Wunschgegner im Achtelfinale und den Endspurt in der Bundesliga-Hinrunde sprach Leverkusens Lars Bender exklusiv im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Den Gruppensieg vor Augen hat es am Ende nicht gereicht. Wie groß ist die Enttäuschung?

Lars Bender: Natürlich ist es schon etwas traurig, wenn man die Chance vor Augen hat und diese nicht nutzt. Wir hatten auch einige Gelegenheiten, die wir letztlich einfach nicht gemacht haben. Insgesamt ist die Enttäuschung aber nicht ganz so groß, denn schließlich haben wir das Achtelfinale erreicht. Das war vor der Saison unser großes Ziel und darauf sind wir auch stolz.

bundesliga.de: Chelsea und Valencia haben beide nicht in Genk gewinnen können. Bayer Leverkusen auch nicht. Was macht es so schwierig hier zu spielen?

Bender: Man muss schon den Hut vor Genk ziehen, die sich vor eigenem Publikum aufopferungsvoll reingehauen haben und sich den Punkt auch verdient haben. Im Endeffekt ist der Punkt auch gerecht. Wir hätten das Spiel natürlich gerne gewonnen, aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, muss man sich leider mit einem Remis zufrieden geben.

bundesliga.de: Woran hat es gelegen, dass Bayer nicht häufiger gefährlich vor das gegnerische Tor gekommen ist?

Bender: Natürlich war es unglücklich, dass wir in der ersten Halbzeit aus dem Nichts in Rückstand geraten sind. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Mit einer Führung im Rücken wäre es für uns mit Sicherheit einfacher gelaufen. Insgesamt waren wir recht ballsicher und sind auch zu einigen Chancen gekommen, hätten aber die eine oder andere Flanke noch präziser bringen müssen und für viel mehr Gefahr sorgen müssen, damit es im Strafraum von Genk richtig brennt. Das haben wir leider versäumt.

bundesliga.de: Auch wenn es nicht zum Gruppensieg gereicht hat - Leverkusen steht im Achtelfinale. Wenn man Ihnen vor der Saison gesagt hätte, Sie beenden die Gruppe mit Valencia und Chelsea als Zweiter, hätten Sie mit Sicherheit unterschrieben, oder?

Bender: Selbstverständlich, wir haben damit unser großes Ziel erreicht. Mit den beiden Top-Clubs in unserer Gruppe konnte man nicht unbedingt damit rechnen, dass wir einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase bereits qualifiziert sind. Ich denke, wir haben uns insgesamt sehr gut verkauft, haben es leider gegen Genk versäumt, noch den finalen Schritt zu machen. Dennoch freuen wir uns natürlich auf das Achtelfinale und sind gespannt, gegen wen es nun geht.

bundesliga.de: Wen wünschen Sie sich? Barcelona, Madrid oder lieber einen vermeintlich schwächeren Gegner wie Nikosia?

Bender: Natürlich könnten wir jetzt auch die dicken Brocken treffen, aber im Achtelfinale gibt es auch kein Fallobst mehr. Auch als Gruppenerster heißt es ja nicht, dass man das Viertelfinale sicher in der Tasche hat. Nun spielen alle Mannschaften auf allerhöchstem Niveau, entsprechend gibt es keinen Wunschgegner.

bundesliga.de: Sehen sie es als Nachteil, dass durch den verpassten Gruppensieg der Heimvorteil im Rückspiel weg ist?

Bender: Klar hätten wir uns gewünscht, zuerst auswärts und dann im Rückspiel vor eigenem Publikum antreten zu können. Leider können wir es nun nicht mehr ändern und müssen zuerst zuhause antreten. Dort müssen wir nun den Grundstein für ein erfolgreiches Rückspiel legen.

bundesliga.de: Bis zur Winterpause stehen noch zwei Bundesligaspiele auf dem Programm, gegen Hannover und Nürnberg. Zuletzt hat sich Bayer wieder an die oberen Tabellenplätze herangekämpft. Haben Sie das Gefühl, dass es in der Mannschaft, im Gegensatz zum durchwachsenen Saisonstart, nun richtig passt? Und wie gehen Sie an die beiden Spiele heran?

Bender: Wir wollen auf jeden Fall zwei Siege holen. Das wäre sehr wichtig, um bis zum Winter oben dran zu bleiben. Ich denke, wir haben in den letzten Wochen sehr ordentlich gespielt und auch wieder das wahre Bayer-04-Gesicht gezeigt. Zu Beginn der Saison waren wir zu inkonstant, aber jetzt haben wir uns gefangen und sind ins Rollen gekommen. Daran wollen wir natürlich anknüpfen und vor der Winterpause noch sechs Punkte einfahren.

Das Gespräch führte Markus Hoffmann