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Gelsenkirchen - Die Null steht noch nicht, aber ein "Doppelpack" von Christian Fuchs hat Huub Stevens bei Schalke 04 dennoch eine erfolgreiche Rückkehr beschert.

Beim 3:1 (1:1) in der Europa League gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa setzte der DFB-Pokalsieger die alte Maxime seines "Jahrhunderttrainers" noch nicht um und enttäuschte phasenweise auch in der Offensive.

Fuchs erst energisch, dann gefühlvoll

Mit seinen zwei Toren in der 8. und 66. Minute legte der Außenverteidiger für die "Königsblauen" aber dennoch den Grundstein für einen ganz wichtigen "Dreier", Jose Manuel Jurado setzte in der 82. Minute den Schlusspunkt.

Vorher hatte aber Fuchs geglänzt. Zunächst schloss er den schönsten Angriff des Spiels mit der frühen Führung ab, die Idan Vered ausglich (35.). Dann schlenzte er einen Freistoß aus 20 Metern direkt in die Maschen. Damit schoss der Österreicher sein Team nicht nur an die Tabellenspitze der Gruppe J, in der sich AEK Larnaka und Steaua Bukarest im zweiten Spiel des Abends 1:1 trennten, sondern übertünchte auch einige Unzulänglichkeiten im Schalker Spiel.

Stevens: "Wichtig, zu gewinnen"

Stevens, der in der Schlussphase von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde, war dennoch zufrieden. "Wir haben sehr gut gespielt gegen eine Mannschaft, die sehr gut Fußball spielen kann", sagte der Niederländer: "Natürlich kann man immer Sachen finden, die verbesserungswürdig sind. Aber wir sind in einer Gruppenphase, da ist es wichtig, zu gewinnen."

Auch Fuchs freute sich. "Ich bin stolz auf die Mannschaft überhaupt. Wir haben eine überzeugende Leistung gezeigt, den Gegner über 90 Minuten im Griff gehabt. Auf die Leistung kann man stolz sein", sagte er.

Hinten unsicher, vorne nicht kaltschnäuzig

Fast genau 15 Jahre nach dem Debüt von Stevens in Gelsenkirchen ließen die Gastgeber nicht nur defensive Stabilität vermissen. Auch auf den attraktiven Angriffsfußball, den die Gelsenkirchener unter dem zurückgetretenen Vorgänger Ralf Rangnick in den vergangenen Wochen gezeigt hatten, warteten die Zuschauer in der Veltins-Arena lange Zeit vergeblich.

Stevens sah 3428 Tage nach seinem Abschied 2002 einen Start nach Maß in seine zweite Amtszeit auf Schalke. Bereits den ersten gelungenen Angriff schloss Fuchs nach Zuspiel von Torjäger Huntelaar mit dem 1:0 ab. Mit dem Vorsprung im Rücken kontrollierten die Schalker zwar über weite Strecken das Spiel, suchten aber lange nach den spielerischen Mitteln, um die Abwehr der Isrealis ein weiteres Mal zu knacken.

Viele Pässe waren zu ungenau, das Spiel war zu statisch. So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe die Gastgeber ihre zweite Torchance bekamen: Joel Matips Kopfball strich aber über die Latte. Auch Raul verfehlte nach schönem Zuspiel von Julian Draxler das Ziel (30.).

Fährmann in Bedrängnis

Haifa beschränkte sich keineswegs nur auf die Defensive, sondern trug den einen oder anderen sehenswerten Konter vor. Gefährlich wurde es für Schalke-Torwart Ralf Fährmann erstmals bei einem Solo von Vered (7.). Der Mittelfeldspieler überwand den Keeper der "Königsblauen" in der 35. Minute im Nachschuss zum Ausgleich. Dabei machte Fährmann nicht die beste Figur, als er den Ball vor die Füße des Israelis abwehrte.

Zwei Minuten vor der Pause sorgte Huntelaar dann kurzfristig für Jubel der Schalker Fans, Schiedsrichter Manuel De Sousa aus Portugal versagte dem Tor allerdings die Anerkennung - zu Unrecht, da der Niederländer nicht im Abseits stand. Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Gastgeber um mehr Tempo und Passgenauigkeit. Doch vieles blieb Stückwerk.

Metzelder in der Innenverteidigung

Stevens konnte bei seinem Comeback auf der Schalker Trainerbank Superstar Raul einsetzen. Der Spanier spielte trotz Sprunggelenkproblemen. Ersetzen musste der Rückkehrer allerdings den Japaner Atsuto Uchida (Muskelfaserriss), für ihn rückte Marco Höger auf die rechte Verteidigerposition.

Zudem stellte Stevens zwei Mal um: Mit Draxler, neben Fuchs bester Schalker, kam für Kyriakos Papadopoulos eine weitere Offensivkraft ins Team, Routinier Christoph Metzelder verteidigte neben Kapitän Benedikt Höwedes in der Abwehrzentrale.