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Nibelungentreue gibt es schon lange nicht mehr im Fußball.

Umso bemerkenswerter erscheint die Rückkehr von Nationalspieler Lukas Podolskis zu seinem geliebten 1. FC Köln im Sommer.

Insbesondere Stürmer-Ikone Uwe Seeler und Bundestrainer Joachim Löw reagierten äußerst positiv auf die Wahl von Prinz Poldi, der mit dem Wechsel vom deutschen Meister Bayern München an den Rhein auch einen sportlichen Rückschritt in Kauf nimmt.

"Er ist seinem Herzen gefolgt"

"Wenn man sieht, was ihm die Stadt bedeutet und wie er von den Fans geliebt wird, kann ich das sehr gut verstehen. Er fühlt sich dort sauwohl", sagte der ehemalige Hamburger Stürmerstar Uwe Seeler.

Zur sportlichen Situation ergänzte der DFB-Ehrenspielführer: "Dass er beim 1. FC Köln keine Mannschaft wie bei Bayern München vorfindet, weiß er. Aber er ist seinem Herzen gefolgt. Die Heimat und die Fans können ihn beflügeln und er kann dem Verein sicherlich weiterhelfen."

Seeler vergleicht

"Uns Uwe" ist seinem HSV immer treu geblieben, auch als ihm 1961 Inter Mailand mit dem legendären Coach Helenio Herrera, bekannt als der "Sklaventreiber vom Rio de la Plata", das große Geld bot, 1,2 Millionen Mark sollen es damals gewesen sein.

"Ich habe damals Sicherheit und Beruf gewählt. Die Stadt Hamburg und der Verein haben dabei eine ebenso große Rolle gespielt. Ich bin froh, dass ich nicht dem Geld gefolgt bin. Denn mehr als essen und trinken hätte ich auch nicht gekonnt", erzählte der Ausnahmestürmer, der wie auch Kölns Präsident Wolfgang Overath vereinstreue vorlebte.

Wechsel macht Sinn

Bundestrainer Joachim Löw hatte Podolski schon im Vorfeld der Einigung zwischen den Bayern und Köln geraten, seinem Herz zu folgen. "Sie (die Fans/Anm. d. Red.) sehen, dass sich ein Spieler 100 Prozent mit dem Trikot seines Clubs und den Anhängern identifiziert. Das ist in der heutigen Zeit ein sehr ungewöhnliches und schönes Zeichen", sagte Löw im Express.

Mit dem Druck und den Erwartungen könne Podolski auf jeden Fall umgehen, so Löw weiter. Es werde ihn sogar "beflügeln", wenn er wisse, dass die Menschen hinter ihm stehen. Das habe er auch schon in der Nationalmannschaft bewiesen. Auch nach Meinung von Uwe Seeler ist Podolski ein Gewinn für den 1. FC Köln: "Er kann dem Verein sicherlich weiterhelfen."

Podolski kann frei aufspielen

Das aber erst ab dem 1. Juli. Während die Menschen in der Domstadt aus dem Häuschen sind und den Jecken in der laufenden Karnevalssession nun jedes Kölsch mindestens doppelt so gut schmecken wird, muss der verlorene Sohn im verbleibenden knappen halben Jahr bei den Bayern nochmal richtig reinhauen.

"Ich hoffe, dass er jetzt glücklich ist und frei aufspielt. Wir erwarten in den kommenden Monaten sein hundertprozentiges Engagement. Im Sommer ist er dann zu Hause", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. Professionelles Verhalten hatte Poldi dem Meister bereits am Montag mit der Bekanntgabe des Transfers im Sommer garantiert.